Öffentlicher Dienst

19 neue Mitarbeiter im Rathaus für Wohngeld und Flüchtlinge

Die Zahl der Wohngeldanträge ist zuletzt stark gestiegen.
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Die Zahl der Wohngeldanträge ist zuletzt stark gestiegen.
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Aufgrund der Folgen des Ukraine-Kriegs wird zusätzliches Personal benötigt.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Mit großer Mehrheit gab der Stadtrat grünes Licht dafür, dass der öffentliche Dienst in Remscheid mehr Personal erhält. Lediglich die Ratsfraktion von Pro Remscheid stimmte gegen den Vorschlag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), wonach das Ausländeramt und die Wohngeldstelle zusätzliche Mitarbeiter bekommen sollen.

Beide Behörden müssen den Folgen des Ukraine-Kriegs Rechnung tragen. Laut Prognose wird sich die Zahl jener Remscheider verdreifachen, die durch die explodierenden Energiepreise Anspruch auf Wohngeld haben. Und: Im Ausländeramt werden wieder mehr Geflüchtete erwartet. Schon jetzt hat Remscheid in diesem Jahr über 1000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen.

Passend dazu: Immer mehr Menschen sind von Obdachlosigkeit bedroht

Insgesamt 19,2 Stellen werden geschaffen, davon 13,7 in der Wohngeldstelle. OB Mast-Weisz erklärte, dies sei „das Mindeste, was nötig ist“. Damit erwiderte er eine Nachfrage von Brigitte Neff-Wetzel (Linkspartei), die sich danach erkundigt hatte, ob das zusätzliche Personal reicht, um den Bedarf abzudecken.

Eine Herausforderung sei die Suche nach Mitarbeitenden, die kurzfristig Aufgaben übernehmen wollen. „Wir sind nicht die Einzigen, die sie benötigen“, fügte der OB hinzu. Er habe sich an drei übergeordnete Behörden gewandt, ob sie Remscheid Personal ausleihen könnten. „Ich habe leider Absagen erhalten. Aber wir wollten nichts unversucht lassen.“

Besser sehe die Lage im Jobcenter aus, beantwortete Sozialdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) eine Frage von Tanja Kreimendahl (CDU). In Phasen, in denen sich die Lage auf dem Remscheider Arbeitsmarkt verbessert habe, sei kein Personal abgebaut worden. „Wir haben uns auch wegen des Fachkräftemangels entschlossen, einen knappen Überhang zu behalten.“ Dies führe dazu, dass die Personallage im Jobcenter stabil sei.

Für David Schichel (Grüne) geht es um den sozialen Frieden

David Schichel (Grüne) rief auf, digitale Prozesse bei der Bearbeitung der Anträge in der Verwaltung zu nutzen. Das Wohngeld müsse schnell bei den Menschen ankommen. „Es ist das zentrale Instrument, den sozialen Frieden zu bewahren“, unterstrich er die Bedeutung der staatlichen Zuwendung. Sven Wolf (SPD) knüpfte daran an: Die Verwaltung soll regelmäßig aufzeigen, „wie die Abläufe sind“ und „wann die Bewilligungen erfolgen“.

Lesen Sie auch: 72 Stunden Blackout in Remscheid: Katastrophen-Szenario zeigt die Auswirkungen

Standpunkt von Frank Michalczak: Unbürokratisch handeln

frank.michalczak@rga.de

Wohngeld Plus lautet der Titel des Hilfsprogramms, mit dem Vater Staat zahlreichen Menschen helfen will, die durch die Folgen des Ukraine-Kriegs in finanzielle Not geraten sind. So mancher wird dabei zum ersten Mal in seinem Leben Unterstützung beantragen und benötigt dabei Hilfe. Insbesondere ältere Menschen sind damit überfordert, auf digitalem Weg im Internet Anträge auszufüllen und abzuschicken.

Nötig sind somit Vor-Ort-Beratungsangebote, wobei Waltraud Bodenstedt von der Wählergemeinschaft WiR im Stadtrat Dienste der Wohlfahrtsverbände vorschlug. Das ist sicher eine gute Idee. Doch: Sie allein werden schnell überfordert mit den zahlreichen Anfragen von Ratsuchenden sein. Auch die Stadt muss niedrigschwellige Angebote schaffen – und zum Beispiel Mitarbeitende ins Seniorenbüro entsenden. Dies steht bekanntlich ohne Terminabsprache offen. Allzu oft wird Bürokratie als schwerfällig empfunden. Beim Wohngeld Plus muss aber unbürokratisch gehandelt werden.

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