Ausbildung

15 Azubis übernehmen eine Woche die Aldi-Filiale

Die Filiale in Lüttringhausen haben seit Montag und noch einschließlich heute die Aldi-Azubis – hier Mehmet Ali Konus und Julian Heine – übernommen. Sie halten den Laden komplett am Laufen, so die Aufgabenstellung. Das klappt bestens.
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Die Filiale in Lüttringhausen haben seit Montag und noch einschließlich heute die Aldi-Azubis – hier Mehmet Ali Konus und Julian Heine – übernommen. Sie halten den Laden komplett am Laufen, so die Aufgabenstellung. Das klappt bestens.

In Lüttringhausen lässt Aldi derzeit angehende Verkäufer und Kaufleute ans Werk. Das gehört regulär zur Ausbildung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ein Wimpel an der Tür, ein paar Buttons an der Dienstkleidung – viel weist nicht darauf hin, trotzdem geht in dieser Woche Außergewöhnliches vor in der Aldi-Filiale in Remscheid-Lüttringhausen. Seit Montag und noch bis zum Samstag haben Auszubildende die Verkaufsstelle übernommen. 15 Azubis, überwiegend angehende Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel, kümmern sich eine Woche lang darum, dass der Laden läuft. Und das im wahrsten Wortsinne.

Die „Filiale in Azubi-Hand“ sei eigentlich fester Bestandteil der Ausbildung bei Aldi, erklärt Julian Heine. „Aber wegen Corona haben wir das zwei Jahre lang ausfallen lassen müssen.“ Der 22-Jährige, selbst dualer Student bei dem Discount-Riesen, organisiert die Aktion zusammen mit seinem Kollegen Giuliano Yildirim, neben Remscheid läuft sie zeitgleich auch im sauerländischen Olpe. Und er berichtet von einem top-motivierten Team, das aus anderen Filialen zusammengezogen wurde: „Die sind alle Feuer und Flamme.“

„Ich versuche, ihn so wenig wie möglich zu fragen.“

Mehmet Ali Konus über den für Notfälle anwesenden Filialleiter

Mit der Übernahme durch die Azubis verfolge man gleich mehrere Ziele, sagt Heine: Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und das Gelernte anzuwenden, nennt er Beispiele. Die Aktion fördere aber auch den Zusammenhalt im Team, ergänzt Yildirim: „Das ist für uns natürlich ein Event.“ Bei Bedarf stelle Aldi den Azubis für die Woche sogar Hotelzimmer in der Nähe der Filiale zur Verfügung. „Man ist in einer anderen Stadt, geht abends zusammen aus, das ist schon ein echtes Highlight.“

Und nebenbei weist das Unternehmen während der Übernahme-Woche auf sein Ausbildungsangebot hin. Denn auch der Marktführer unter den Discountern – die beiden voneinander unabhängigen Aldi-Gesellschaften haben zusammen mehr als 230 000 Mitarbeiter weltweit – muss etwas tun, um geeigneten Nachwuchs zu finden. „Es ist schon so, dass wir auf der Suche sind“, sagt Julian Heine: „Wir hätten gerne mehr Bewerber.“

Ausbildung: Zahl der Bewerber weiter gesunken

Neben der „klassischen“ Ausbildung zu Verkäufern und Einzelhandelskaufleuten biete man inzwischen auch ein Abiturientenprogramm und verschiedene Studiengänge an, berichten sie.

Viele Kunden würden derweil von der Übernahme kaum etwas merken, vermutet Heine. Neben dem Wimpel und den Buttons lasse eigentlich nur das junge Durchschnittsalter der Crew auf die Aktion schließen. Ansonsten gehe der Betrieb ja unverändert weiter. „Erfahrungsgemäß läuft das alles ziemlich glatt“, sagt Giuliano Yildirim. Die Aufgaben seien ja aus der bisherigen Ausbildung bestens bekannt.

Und doch ist es ein wenig anders, wie Mehmet Ali Konus einräumt. Der 25-Jährige, der, wie er selber sagt, „über einige Umwege“ zu seiner Ausbildung bei Aldi gekommen ist, ist sonst in einer Filiale in Wuppertal-Barmen aktiv. Heute ist er Interims-Marktleiter in Lüttringhausen. Und damit trägt er auch die Verantwortung für die Bestellung neuer Waren und den Einsatz seiner Kolleginnen und Kollegen.

„Es macht Spaß“, zieht Konus ein erstes Fazit. Dass die Filiale in Lüttringhausen kaum anders aufgestellt ist als die in Barmen, helfe natürlich. Und für Notfälle gebe es eine Art Backup. Denn während anderen Mitarbeiter der übernommenen Niederlassung in dieser Woche woanders im Einsatz sind oder Urlaub haben, sind der Filialleiter und sein Stellvertreter für alle Fälle vor Ort. „Er hat einen Blick auf alles und steht für Fragen zur Verfügung“, sagt Mehmet Ali Konus. „Ich versuche aber, ihn zu wenig zu fragen wie möglich.“

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