Remscheid Tolerant

100 Teilnehmer kamen zur Friedensdemo

Der Kinder- und Jugendchor Voices sang Friedenslieder. Foto: Michael Schütz
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Der Kinder- und Jugendchor Voices sang Friedenslieder.

OB berichtete von seinen Erlebnissen in Berlin. Dort sind zahlreiche ukrainische Flüchtlinge angekommen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Rund 100 Teilnehmer und damit etwas so viele wie bei der zweiten Ausgabe vor rund zwei Wochen kamen am gestrigen Mittwochabend zur dritten Friedensdemo von Remscheid Tolerant auf dem Rathausplatz zusammen. Man habe sich abermals versammelt, um Haltung zu zeigen, begrüßte Anne Marie Faßbender, die Vorsitzende des Bündnisses, die Demonstranten. Hass, Krieg und Flucht seien globale Phänomene, die man nicht so ohne weiteres beseitigen könne: „Demokratie braucht Kampf. Kampf für Frieden, Kampf für Freiheit.“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz schilderte in seiner Rede Erlebnisse aus Berlin, wo viele ukrainische Flüchtlinge im Hauptbahnhof ankommen: „Dort sieht man die müden Gesichter der Frauen und die ängstlichen Blicke der Kinder.“ Mast-Weisz erinnerte aber auch daran, dass auch aus anderen Ländern Menschen nach Deutschland flüchten: „Ich werde alles dafür tun, dass wir sie nicht als Flüchtlinge zweiter Klasse behandeln.“

Das Lebensmittelhamstern, das erneut begonnen hat, bezeichnete der Oberbürgermeister als unsolidarisch: „Es ist aber auch ein Dokument der konkreten Ängste und Sorgen, die Menschen in unserer Stadt haben.“ Umso wichtiger sei es, zusammen zu stehen: „Wir brauchen einen langen Atem, aber ich denke, gemeinsam schaffen wir das.“

Kinder- und Jugendchor singt Friedenslieder

Vor der Rede des OB war der Kinder- und Jugendchor Voices aufgetreten. Mit John Lennons „Give Peace a Chance“ auf den Lippen waren die mehr als 20 jungen Sängerinnen und Sänger auf die Rathaus-Treppe gezogen, um dort einige Friedenslieder zu singen, darunter auch das bekannte israelisches Volkslied „Hevenu shalom alechem“ („Wir wollen Frieden für alle“).

Stephanie Hoffmann trug „Der Graben“ von Kurt Tucholsky vor. Das Gedicht, das Tucholsky 1926 unter seinem Pseudonym Theobald Tiger veröffentlicht hatte, schildert in eindrücklichen Worten die Sinnlosigkeit des Krieges. „Es ist jetzt fast 100 Jahre alt“, sagte Hoffmann. „Und es ist leider immer noch sehr aktuell.“

Neben Vincent Amtmann, der für das Bündnis Seebrücke Remscheid sprach und an das Schicksal von rund 80 Millionen Flüchtlingen weltweit erinnerte, kam auch Christian Wüster zu Wort. Der Vorsitzende der Lüttringhauser Volksbühne ließ die Zuhörer vor dem Rathaus an seinen Gedanken, ob Worte in einer solchen Situation überhaupt etwas verändern können, teilhaben. „Wenn wir es nicht täten, würden wir schweigen“, lautete sein Fazit. „Und dann könnten wir auch nicht helfen.“

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