Corona-Impfung

10 000 Kartons voll mit Impfunterlagen

Unterlagen in den Impfzentren: Schon Anfang Juli waren in den Impfzentren in Nordrhein 10 000 Kartons mit den Dokumenten gefüllt. Die Unterlagen werden eingelagert. Fotos: Rouven Böttner
+
Unterlagen in den Impfzentren: Schon Anfang Juli waren in den Impfzentren in Nordrhein 10 000 Kartons mit den Dokumenten gefüllt. Die Unterlagen werden eingelagert.
  • VonBjörn Boch
    schließen

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein lagert die Dokumente ein, die im Impfzentrum abgegeben werden.

Remscheid. Die Geschichte der Impfkampagne war lange geprägt von einem Mangel an Impfstoffen, Chaos bei der Terminvergabe und Frustration der Impfwilligen. Wer es endlich geschafft hatte, einen Termin zu ergattern, dem begegnete eine Vielzahl von Dokumenten, die es auszufüllen galt – Anamnesebogen, Bescheinigungen durch Arbeitgeber, als es noch Priorisierungen gab, Aufklärung, Einverständniserklärung. Aber was geschieht eigentlich mit den ganzen Ausdrucken, die im Impfzentrum abgegeben werden? Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) ist für das Remscheider Impfzentrum zuständig und hat unsere Fragen zu den Unterlagen beantwortet.

Wie viele Blatt Papier sind es im Schnitt pro Person rund um die Coronaimpfung?

Pro Impfling werden zwischen zwei und vier Ausfertigungen zur Verfügung gestellt – jeweils zwei pro Impftermin: einmal für das Impfzentrum und einmal für den Impfling. Das betrifft Anamnesefragebogen, Einwilligungserklärung und Aufklärungsbogen. Pro Ausfertigung sind das 3 Blätter (doppelseitig bedruckt), die der Impfling zum Teil zu Hause schon selbst ausgedruckt habe: „Wir schätzen grob, dass je Impfling im Schnitt etwa zehn Blätter benötigt werden – doppelseitig bedrucktes Papier – und noch zusätzlich ein Blatt für das digitale Impfzertifikat“, erklärt Christopher Schneider, stellvertretender Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Mit wie vielen Aktenordnern rechnet die KV für ihr Gebiet?

Das könnten die Ansprechpartner vor Ort nicht genau einschätzen, berichtet Schneider. „Schon Anfang Juli bewegten wir uns über alle Impfzentren in Nordrhein bei ungefähr 10 000 Kartons.“

Wurden die Zettel sortiert abgeheftet, nach Datum oder alphabetisch, damit sie auch wiedergefunden werden?

Im Backoffice des Impfzentrums werden die Unterlagen sortiert nach Datum in Kartons abgelegt. Diese Kartons werden zurzeit durch die Kassenärztliche Vereinigung eingelagert. Sollten diese Unterlagen später gegebenenfalls einmal benötigt werden, können die Unterlagen insbesondere durch den verzeichneten Impftag wieder zur Verfügung gestellt werden, betont Pressesprecher Christopher Schneider.

Oder muss man die Dokumente gar nicht wiederfinden können, weil es digitale Entsprechungen gibt und die Aufbewahrung Formsache ist?

Die unterschriebenen Unterlagen, etwa die Einwilligungserklärung zur Impfung, werden nach aktueller Planung nicht digitalisiert. Digital hinterlegt sind die Termindaten – sowohl die Daten, die ohnehin digital vereinbart wurden, als auch die per Telefon. Für die Unterlagen gilt das aber nicht.

Wer ist für die Archivierung zuständig?

Zurzeit werde noch geklärt, ob die Kassenärztliche Vereinigung auch nach Schließung der Impfzentren weiterhin für die Archivierung der Papierberge zuständig ist – oder ob alle Unterlagen an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes übergeben werden, da die Impfungen „ja formal im Auftrag des Landes beziehungsweise des Bundes durchgeführt werden“.

Wie viel Lagerraum müssen Sie dafür anmieten?

„Für die Einlagerung arbeiten wir mit einem Archivierungs-Dienstleister zusammen, der das Material entsprechend auf seine Lagerflächen verteilt“, erklärt Christopher Schneider für die KVNO.

Ist schon klar, wie lange das aufbewahrt werden muss?

Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für medizinische Unterlagen liegt in der Regel bei zehn Jahren, Änderungen seien aber gegebenenfalls noch möglich, so der KVNO-Sprecher.

Hier werden Kinder geimpft

Die Ständige Impfkommission hält sich mit einer Empfehlung zur Corona-Impfung von Kindern zurück. Remscheid hat auf Grundlage der Rechtslage in Nordrhein-Westfalen Fakten geschaffen und impft seit der vergangenen Woche Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. „Das ist gut angelaufen“, sagt Viola Juric, Sprecherin des Krisenstabes.

Geimpft wird unter strengen Bedingungen. Beide Elternteile müssen den Aufklärungsbogen und den Anamnese- und Einwilligungsbogen unterschrieben haben. Dann ist es ausreichend, wenn nur ein Elternteil das Kind zur Impfung begleitet. Geimpft wird im Impfzentrum in der Sporthalle West, Wallburgstraße 23. In dieser Woche (2. bis 8. August) täglich von 8 bis 14 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Historisches Foto: Wer erkennt die Straße?
Historisches Foto: Wer erkennt die Straße?
Historisches Foto: Wer erkennt die Straße?
Das erste Kirmeswochenende ist ein voller Erfolg
Das erste Kirmeswochenende ist ein voller Erfolg
Das erste Kirmeswochenende ist ein voller Erfolg
Auf dem Schützenplatz drehen sich wieder die Kirmes-Karussells
Auf dem Schützenplatz drehen sich wieder die Kirmes-Karussells
Auf dem Schützenplatz drehen sich wieder die Kirmes-Karussells
Politik berät erneut freien Eintritt ins H2O
Politik berät erneut freien Eintritt ins H2O
Politik berät erneut freien Eintritt ins H2O

Kommentare