Comedy

Ingo Appelt lästert über alles und jeden – seinem Publikum gefällt das

Ingo Appelt gefällt sich in der Rolle des Bösewichts und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dem Publikum gefiel es. Foto: Michael Sieber
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Ingo Appelt gefällt sich in der Rolle des Bösewichts und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dem Publikum gefiel es.

Comedian Ingo Appelt gastierte in der Klosterkirche.

Von Elisabeth Erbe

Remscheid. „Viele alte Leute, Abstand, einige mit Maske, schön ist anders“, begrüßte Ingo Appelt seine Gäste in der Klosterkirche. Seit 30 Jahren steht er auf der Bühne und ist kein bisschen leiser geworden. Mit seinem Programm „Der Staats-Trainer“ teilte er ordentlich aus. Vor der Pandemie schien er einen neuen Kurs zu fahren. Milder, weniger aggressiv und vor allem frauenfreundlicher. Vorbei. Appelts böse Seite ist wieder da.

„Intellektuelles Dreckspack“ nannte er die Lehrer, Beamte und Juristen, während er Veganer als Gemüse-Nazis verunglimpfte. Aus aktuellem Anlass nahm er Stellung zu Putin. „Putin die Knalltüte“ lästerte er und verurteilt Männer, die immer wieder Kriege anstiften. „Männer haben zu viel Testosteron, und somit wollen sie an die Macht. Männer führen Kriege. Wir müssen lernen, erotisch in Kontakt zu treten. Wenn man sich nämlich lieb hat, dann macht man keinen tot“, bilanzierte er.

Der Gedanke einer schwulen Bundeswehr kam auf. Die perfekte Kriegsprävention. „Wir müssen Männer auf Homosexualität umschulen und dann nach Afghanistan einmarschieren mit dem Spruch „Wir sind schwul in Kabul“. Die Taliban anschwulen. Die wären sofort weg“, fantasierte Appelt und erhielt begeisterten Applaus. Unbarmherzig lästerte er über Jogi, Poldi, Klinsi und Schweini. „Allein die Namen verraten, dass sie schwul sind“, lachte er. Je fieser die Witze, desto lauter lachte das Publikum.

Die Pandemie hatte dem Comedian zugesetzt. Auch körperlich. „Ich bin fett geworden, wurde mit Tim Mälzer verwechselt“, ärgerte er sich und zeigte, dass er auch über sich selbst lachen konnte. Auch die SPD, in der er Mitglied ist, hatte verbale Ohrfeigen einstecken müssen. „Die Pandemie muss weitergehen“, legte er Lauterbach in den Mund und beschimpfte ihn als „Maßeinheit für totales Versagen“.

Und dann kam die Frage ins Publikum: „Wer ist hier ein Nazi?“, doch niemand meldete sich. „War klar, will keiner gewesen sein“, sagte er abwertend. Und mit dem imaginären Holzhammer schlug er auf Andrea Nahles, Gerhard Schröder, Donald Trump und Friedrich Merz.

„Ich hab Bauchweh vor Lachen gehabt“, sagte Tina Konkel, „er hat das komplette Publikum nur beleidigt. Fand ich sehr lustig“.

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