Gespräch

Ingo Schäfer (SPD) möchte Altschuldenschnitt für seinen Wahlkreis

Ingo Schäfer (l.) im Gespräch mit Matthias Schmid, es war der dritte Teil der Gesprächsreihe. Foto: Michael Schütz
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Ingo Schäfer (l.) im Gespräch mit Matthias Schmid, es war der dritte Teil der Gesprächsreihe.

Gesprächsreihe der ökumenischen Initiative zur Bundestagswahl.

Von Peter Klohs

Remscheid. Als dritter Gast innerhalb der Gesprächsreihe mit den bergischen Kandidaten für den Bundestag (Wahlbezirk Remscheid/Solingen/Wuppertal II) durfte Moderator Matthias Schmid am Samstagmorgen den SPD-Politiker Ingo Schäfer begrüßen. Das Gespräch fand im katholischen Jugendfreizeitheim in der Richard-Pick-Straße statt und wurde von der ökumenischen Initiative Lüttringhausen organisiert.

Der beim rheinischen Dienst für internationale Ökumene als Pfarrer tätige Schmid hatte sich als erstes die originelle Frage „Warum wollen Sie eigentlich in den Bundestag?“ ausgedacht, die der SPD-Kandidat humorvoll beantwortete. Vor Jahren einmal, so Schäfer, habe er für die Solinger Feuerwehr etwas benötigt und deshalb auch beim Land NRW angefragt. Probleme mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers seien die Folge gewesen. „Man erreicht nur etwas, wenn man die richtigen Stellen kennt“, sagte Schäfer. „Und ich möchte diese richtige Stelle sein.“

Auf das Lieferkettengesetz angesprochen, vertrat der Sozialdemokrat die Ansicht, dass alleine die Initiierung des Gesetzes ein Erfolg gewesen sei. „Natürlich müssen Kontrollen stattfinden und bei Zuwiderhandlung empfindliche Strafen verhängt werden“, fügte Schäfer hinzu. „Wenn das in Gang kommt, dann ist es gut.“

Moderator Schmid lenkte das Gespräch auf verschiedene Themen. „Was halten Sie vom fairen Handel?“ wollte er wissen. „In 30 Jahren sollten alle Läden Faire-Welt-Läden sein“, war die Antwort. Die Frage, ob man die Patente für Corona-Impfstoffe aussetzen sollte, damit auch die ärmeren Länder diese erhalten könnten, beantwortete er mit: „Ich bin dafür, auch wenn die Pharma-Industrie dagegen ist.“

Im Gespräch mit den Gästen im gut gefüllten Saal des Jugendfreizeitheims machte Schäfer keinen Hehl daraus, dass nach seiner Meinung ein Altschuldenschnitt für seinen Wahlkreis dringend nötig sei. „Sonst fühlen sich die Menschen im Bergischen Städtedreieck eines Tages nicht mehr wohl.“ Wichtig war ihm auch die Feststellung, dass seit Corona anscheinend kein Flüchtlingsproblem mehr zu vermelden sei, ein deutlicher Seitenhieb auf Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums.

Ebenfalls wurden die Situation in Afghanistan („Ein komplexes Thema, ein komplexes Land“) und die Klimakrise („Jedes Zögern ist ein schuldhaftes Verzögern“) thematisiert. Und mit einem Blick auf die Nachbarstadt endete der politische Morgen: „In Wuppertal werden jetzt zwei Buslinien eingestellt. Und das mit einem grünen Oberbürgermeister. Das muss man nicht verstehen.“

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