Noch im Sommer zeichnete sich Entspannung ab

Reisebüros in Remscheid beantworten zurzeit viele Krisenfragen

Seit 36 Jahren in der Hastener Straße 46: Claudia Heckmann-Maier (57) und ihr Ehemann Volker Maier (59) mit ihrem Reisebüro. Foto: Andreas Weber
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Seit 36 Jahren in der Hastener Straße 46: Claudia Heckmann-Maier (57) und ihr Ehemann Volker Maier (59) mit ihrem Reisebüro.

Die vierte Corona-Welle trifft auch die Tourismusbranche. Kunden konsultieren die Fachleute mit Krisenfragen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Im Sommer zeichnete sich in der Reisebranche Entspannung ab. „Nach dem 18. März 2020 war alles storniert worden, im Mai 2021 liefen die Buchungen wieder richtig an“, blickt Claudia Heckmann-Maier auf die Zeit zurück, als der Spaß an ihrem Beruf zurückkehrte. Mit ihrem Mann Volker Maier betreibt die 57-Jährige das Reisebüro Heckmann in Hasten. Die vierte Welle und Omikron aus Südafrika haben Reisewillige jedoch wieder verunsichert. „Wir beantworten zurzeit sehr viele Krisenfragen. Die Kunden wollen wissen: Was ist, wenn . . .“, erklärt Claudia Heckmann-Maier.

Generell gelte, so die erfahrene Reisekauffrau: „Reisen ist nicht gefährlich. Mit den entsprechenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen macht es Spaß.“ Es gibt Urlaubsländer wie Australien und Neuseeland, die dicht gemacht haben, weitere wie Thailand oder Japan, deren komplexe Einreiseregeln derzeit dazu führen, dass Heckmann-Maier nicht zu einem Trip in den Fernen Osten rät. Aber viele andere klassische Ziele könne man ohne Bedenken ansteuern. „Urlauber mit 2G-Status dürfen in Hochrisikogebiete fliegen ohne Testpflicht und Quarantäne.“ Das sei auch nicht gefährlicher, als sich in Deutschland zu bewegen.

„Reisen ist nicht gefährlich.“

Claudia Heckmann-Maier

„Man darf nicht vergessen: Wir sind auch ein Hochrisikogebiet mit einer Inzidenz von aktuell 452. Als Spanien zum Hochrisiko wurde, hatte es 230.“ Auf den Kanarischen Inseln liegt der Wert momentan bei 96. „Ich habe Kunden, die in den letzten Monaten mehrmals auf Fuerteventura waren und sich super sicher gefühlt haben“, sagt die Fachfrau. Vor allem aber könnten sich Touristen in den Zielländern nach der langen Durststrecke auf einen „liebevollen, wertschätzenden Umgang durch Einheimische“ freuen. Klar sei auch, betont Claudia Heckmann-Maier: „Die Zeiten sind dynamisch.“ Täglich kann sich etwas ändern. Und nicht jede Covid-19-Bestimmung hat der Kunde auf dem Schirm. In Reisebüros abgeschlossene Verträge helfen. „Durch eine Pauschalreise ist der Kunde doppelt und dreifach gesichert“, sagt Heckmann-Maier. Paragraf 651 des Pauschalreisevertrages ist ein Schutzschirm, der Verbrauchern Sicherheit bietet, wenn sich schlagartig etwas ändert, Flüge, Hotels oder Autovermietungen ausfallen. „Bei Pauschalreisen wird entschädigt.“

Quarantäne: Zeitliches Polster kann wichtig werden

Heckmann -Maier rät ihren Kunden: „Kalkulieren sie nach der Urlaubsreise fünf zusätzliche, freie Tage ein. Ein Polster kann wichtig werden, wenn Rückkehrer daheim in Quarantäne müssen.“ In ein Reisebüro zu gehen und nicht zu Hause am Bildschirm alle Komponenten individuell zu buchen, spart in Corona-Zeiten Zeit, Stress und Geld, sofern eine Säule des Urlaubs wegbricht. „Nehmen wir an, der Ryan-Air-Flug wird gecancelt, dann bekommen sie den und vielleicht das Avis-Mietauto, das sie vor Ort gebucht haben, zurückerstattet, aber auf den Hotelkosten könnten sie sitzenbleiben.“

Wohin geht die Reise trotz Corona? Experten mit klarer Urlaubs-Prognose

Reisekaufleute achten auf die Details, die dazu führen können, dass jemand am Flughafen den Flieger nicht besteigt. „Für jedes Land gibt es eine Registrierung auf der Homepage des Auswärtigen Amtes, mit der ein QR-Code generiert wird, der beim Ausreisen vorgezeigt werden muss“, erläutert Heckmann-Maier. Für manche Länder gilt, dass die Registrierung auf den letzten Drücker vor Abflug ausgefüllt werden kann. „Aber wenn sie zum Beispiel nach Griechenland wollen, muss die Registrierung 48 Stunden vor der Ausreise erfolgt sein.“ Ebenso gilt es Einreiseformulare bei der Rückreise zu bedenken. Bisweilen sind es Kleinigkeiten, die nerven können, wenn man es nicht weiß: „Wer auf die Malediven über Abu Dhabi fliegt, muss dort derzeit noch mal einen Test machen.“

Für Flüge gilt momentan 3G. Es gibt aber auch Hotels und Reedereien, die 2G zur Auflage machen. Die Unsicherheit, die durch das Dickicht unterschiedlicher Bestimmungen entsteht, stärkt die Reisebüros. „Ich denke, dass wir an Lobby gewonnen haben, denn wir kennen die Gesetzmäßigkeiten.“ Auch würden Urlauber vermehrt Pauschalreisen wählen. Das Umsatzniveau liege noch deutlich unter dem vor der Pandemie, sagt Heckmann-Maier. Aber das Arbeiten mache wieder Spaß, versichert sie. Wenngleich das Büro in Hasten nur halbtags von 13 bis 18 Uhr nach Terminabsprache geöffnet ist.

Hintergrund

Das Reisebüro Heckmann gibt es in Hasten seit 38 Jahren. Die ersten zwei Jahre verbrachte Claudia Heckmann-Maier im Zentrum in der Passage, danach wechselte die Touristikerin ein paar Meter weiter an die Hauptstraße, Hastener Straße 46. Seiner Ehefrau zuliebe wechselte der Graveur-Meister, spätere CNC-Techniker und Unternehmer das Fach. 1991 begann er eine zweijährige Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann. Seither betreibt das Remscheider Ehepaar das Büro gemeinsam. „Mein Mann ist der Pragmatiker und Zahlenfachmann, ich bin die Touristikerin mit Leib und Seele“, vergleicht Claudia Heckmann-Maier.

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