Neue Verbindung

RE 47: Von Remscheid nach Düsseldorf im Stundentakt

Die S7, hier im Bild, bekommt Verstärkung durch die RE47.
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Die S7, hier im Bild, bekommt Verstärkung durch die RE47.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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„Düssel-Wupper-Express“ vereinfacht Pendlern ab dem 11. Dezember die Fahrt in die Landeshauptstadt.

Remscheid. Mit dem Fahrplanwechsel zum 11. Dezember erhalten Remscheider erstmals eine durchgehende Bahnverbindung über Solingen nach Düsseldorf. Im Stundentakt wird der Regional-Express RE 47 die 41,7 Kilometer lange Strecke in 47 Minuten bewältigen. Zehn Minuten weniger als bisher, sofern mit der S7 alles glatt lief. Der „Düssel-Wupper-Express“, wie er getauft wurde, hält an acht Haltestellen, die Endpunkte Remscheid-Lennep und Düsseldorf Hauptbahnhof eingerechnet.

Betreiber Regiobahn (Mettmann) spricht von einer „Verstärkerlinie“ der beiden S-Bahn-Linien S1 und S7, die zusätzlich unterwegs ist. Für Remscheider fährt die S7 bislang nur zweimal täglich die Strecke durch, ohne dass die Gäste am Solinger Hauptbahnhof umsteigen müssen.

Um 37 nach ab Remscheid Hauptbahnhof nach Düsseldorf

Eine regelmäßige Direktverbindung fehlte. Der Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD) begrüßt die Entscheidung. Eine langjährige Forderung von Verwaltung, Politik und Bürgern wird damit endlich umgesetzt. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte stets von einem „Standortnachteil“ für Remscheid als Wohnort gesprochen. Sven Wolf persönlich hilft die Nachricht, dass ab kommender Woche von den beiden Bahnhöfen Lennep und Remscheid ab 5:33 bzw. 5:37 Uhr morgens 17 Züge bis 21:33 bzw. 21:37 Uhr abends Richtung Düsseldorf abfahren nur begrenzt weiter.

Wolf, in Vieringhausen beheimatet, steigt in Güldenwerth auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz im Landesparlament zu. Dort wird der RE 47 jedoch nicht anhalten. Und das ist ein Aufreger. „Es geht nicht um meine Person, viele Pendler ärgert, dass nur zwei Bahnhöfe in Remscheid im Fahrplan des RE 47 drin sind, Güldenwerth, aber auch Lüttringhausen nicht aufgenommen wurden“, wundert sich Wolf.

Er müsste jetzt von Zuhause erst mit dem Auto über die Freiheitstraße zum Hauptbahnhof, dort einen Parkplatz finden. Das kostet Zeit und Sprit. Das Argument, dass man den Direktzug nicht an „jeder Milchkanne“ halten lassen wollte, lässt der Landtagsabgeordnete nicht gelten: „Der politische Wunsch in Remscheid war es immer, dass wir eine verlässliche Direktverbindung bekommen und dabei die Länge der Fahrzeit nicht ausschlaggebend ist.“ Auf ein paar Minuten mehr komme es nicht an, wenn alle Remscheider an den Bahn-Haltepunkten abgeholt würden.

Direktverbindung: Von Remscheid nach Düsseldorf in 42 Minuten

Die Regiobahn setzt auf der neuen Strecke 53 Meter lange Integral-Züge ein, die in der 1. Klasse zwölf und in der 2. Klasse 150 Sitzplätze bieten. Die Züge erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h, benötigen vom Düsseldorfer Hauptbahnhof 13 Minuten bis Hilden, weitere zehn zum Solinger Hbf., kommen nach 42 Minuten am Remscheider Bahnhof an und sind in 47 Minuten in Lennep. Das sieht die Zeittafel vor.

Mit dem RE 47 verbindet sich die Hoffnung auf stabile Verbindungen. Die Erfahrungen erst mit der insolventen Abellio und deren Interims-Nachfolgerin Vias Rail, die nur bis Ende November 2023 im Geschäft ist, haben zu großem Protest geführt. Dieser wird den Rat in seiner heutigen Sitzung (16.15 Uhr; Aula der AES-Gesamtschule) beschäftigen. Nach einer nicht abreißenden Kette von Ausfällen und Verspätungen werden nach einem Antrag von SPD, Grüne und FDP Vertreter von VRR und Vias zu den Problemen Stellung beziehen.

Was Sven Wolf mächtig stört, ist auch die mangelnde Kommunikation. Er hat mehr als einmal erlebt, dass Zugausfälle erst viel zu spät bekannt gegeben wurden. „Das muss im Sinne der Kunden anders geplant werden, damit diese nicht sinnlos in Bahnhöfen warten und von dem Ausfall dort überrascht werden.“

Die zwei Linien der Regiobahn

Die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft wurde im November 2005 gegründet, Unternehmenssitz ist Mettmann. Eigentümer sind die Stadt Düsseldorf (39 %), Kreis Mettmann (22 %), Rhein-Kreis Neuss (26 %), Stadt Kaarst (12,8 %). Die Regiobahn fährt mit der Linie 28 von Wuppertal Hauptbahnhof nach Kaarst. Ab 11. Dezember kommt die RE 47 hinzu mit folgenden Haltestellen: Lennep, Remscheid Hbf., Solingen-Mitte, Solingen-Grünewald, Solingen Hbf., Hilden, Düsseldorf-Eller Mitte, Düsseldorf Hauptbahnhof.

Standpunkt von Andreas Weber: Hoffnung für Bahnfahrer

andreas.weber@rga.de

Die Nachricht ist zunächst erfreulich. Endlich geht es ohne Umsteigen nach Düsseldorf. Mit einer unattraktiven Bahnanbindung auf dem Abstellgleis zu sein, lieferte bislang keinem Autofahrer ein Argument, auf den SPNV umzusteigen. Der ist geprägt durch die S 7, die das Manko hat, Remscheid nicht direkt an die Landeshauptstadt anzubinden, und mit dem Niedergang von Betreiber Abellio immer mehr in die Schusslinie geriet, was durch Vias Rail nicht besser wurde. Bahnfahren in Remscheid ist ein Abenteuer, eine Katastrophe für den Wohn- und Wirtschaftsstandort. Pendler dürfen aber hoffen, dass mit dem neuen Express nicht nur ein verbessertes Angebot entsteht, sondern Konstanz einkehrt. Denn der ohnehin eklatante Fachkräftemangel beim Zugpersonal wird bei Vias Rail nicht besser dadurch, dass der Kontrakt für die Strecke Ende 2023 endet. An Maßnahmen, den Notstand in den Griff zu bekommen, arbeitet RE 47-Betreiber Regiobahn mit dem VRR.

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