Rathaus Lüttringhausen: Der Keller ist  nicht das einzige Sorgenkind

Das Lüttringhauser Rathaus wird derzeit saniert. Und bietet dabei so manche Überraschung. Archivfoto: Michael Schütz
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Das Lüttringhauser Rathaus wird derzeit saniert. Und bietet dabei so manche Überraschung.

Der Umbau des Lüttringhauser Rathauses verzögert sich.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Umbau des Lüttringhauser Rathauses ist wegen einiger unvorhersehbarer Schäden ins Stocken geraten. „Bei einem so alten Gebäude ist man vor Überraschungen nie gefeit“, sagt Dirk Schöneborn, Abteilungsleiter Bau, Technik, Energie und Umwelt beim städtischen Gebäudemanagement. Und auch das am 19. September 1908 eingeweihte Gebäude an der Kreuzbergstraße hält davon einige bereit.

Die bisher größte fand sich im Keller des Rathauses. „Da haben wir offene Abwasserleitungen entdeckt“, berichtet Schöneborn. „Das hat man vor 100 Jahren mal so gemacht.“ Statt durch ein Rohr fließen die Abwässer unter dem Haus also durch eine offene Rinne. „Das müssen wir natürlich austauschen“, so der Abteilungsleiter. Aus Sicherheitsgründen. „Aber auch wegen der Geruchsentwicklung.“ Die Folge: „Das hat uns zeitlich nach hinten geschmissen.“ Wie viel genau, das sei derzeit noch nicht absehbar.

Betroffen sind insbesondere die Räume, die eigentlich von der Musikschule genutzt werden. Und die deswegen zwischenzeitlich in den Rohbauzustand zurückversetzt werden mussten. Dafür erhalten die Musiker nun bald kernsanierte Räume – inklusive eines Kugelgarn-Teppichbodens, der nicht nur als besonders langlebig und belastbar gilt, sondern auch als schallmindernd.

Dabei ist der Keller nicht das einzige Sorgenkind auf der Baustelle. Auch der Turm des Rathauses zeigt unerwartete Mängel, zum Beispiel am Schiefer der Turmspitze. Zudem verzögert sich die Sanierung des Ratsaals, weil eine Begutachtung neue Fragen nach dem ursprünglichen Zustand der Holzvertäfelung aufgeworfen hat. Diese müssen erst geklärt werden, um den Raum möglichst in den Originalzustand zurückversetzen zu können.

Während der Zeitplan dadurch durcheinander gerät, hat die Finanzplanung, angesetzt sind insgesamt 950 000 Euro, weiterhin Bestand. Weil bei der Sanierung alter Gebäude stets mit Überraschungen zu rechnen sei, habe man entsprechende Puffer eingeplant, sagt Dirk Schöneborn: „Das passiert immer wieder, so wie am Röntgen-Museum, da nimmt man den Schiefer runter und die ganze Tragewerkkonstruktion darunter ist befallen.“ Solche Schäden seien immer erst während der eigentlichen Arbeiten feststellbar.

Fürs Lüttringhauser Rathaus seien nun aber keine allzu großen Überraschungen mehr zu erwarten, glaubt Schöneborn. „Da sind wir grundsätzlich durch.“ Doch der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. „Natürlich kann es passieren, dass wir eine Decke aufmachen und dort Rohrleitungen oder Kabel ohne Brandschutzverschlüsse finden.“

Diese müssten dann nachgerüstet werden, um den aktuellen Bestimmungen zu genügen. Wobei ein Fehlen solcher Verschlüsse nicht automatisch auf Pfusch am Bau schließen lasse, wie der Abteilungsleiter betont: „Bis vor 30, 40 Jahren hat man die noch nicht verbaut. Wenn es seit dem keine Brandschutzsanierung gab, müssen wir die halt jetzt nachholen.“

Auch die Neugestaltung des Umfeldes am Lüttringhauser Rathaus nimmt weiter Formen an.

Hintergrund

Dass Lüttringhausen ein eigenes Rathaus hat, ist dem Umstand geschuldet, dass der heutige Remscheider Stadtteil bis 1929 eine eigenständige Kommune war. Bis Ende des 19. Jahrhunderts befand sich das Rathaus in der Gertenbachstraße 33, weil dieses Gebäude bald nicht mehr genug Platz bot, erfolgte im Juni 1907 die Grundsteinlegung für das neue Rathaus nach Plänen des Architekten Arthur Schmidt am heutigen Standort.

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