Schutz vor Regen

Radler in Remscheid bekommen Boxen für ihren Drahtesel

Fahrradboxen gibt es bereits in Wuppertal-Vohwinkel. Ab Frühjahr sollen sie Radlern auch in Lennep zur Verfügung stehen.
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Fahrradboxen gibt es bereits in Wuppertal-Vohwinkel. Ab Frühjahr sollen sie Radlern auch in Lennep zur Verfügung stehen.

In Lennep baut die Stadt die ersten zehn Mini-Garagen. Weitere Standorte an Bahnhöfen folgen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Interessierte Radfahrer erhalten in einigen Monaten die Gelegenheit, ihren Drahtesel sicher und vor Regen geschützt am Lenneper Bahnhof abzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will die Stadt Remscheid auf einer Freifläche zehn Boxen aufstellen. Um diese Mini-Garagen nutzen zu können, bekommen die Radfahrer über eine App oder nach einer Internetbuchung eine Code-Nummer, mit der sie die Box öffnen und schließen können. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot zum Beginn der Radfahrsaison in diesem Jahr starten können“, berichtet Nikita Brilovics, der im Rathaus unter anderem für Verkehrsplanung zuständig ist.

Am Bahnhof Lennep will er erste Erfahrungen gewinnen, wie das System funktioniert und auf welche Resonanz es stößt. „Der Lenneper Bahnhof bot sich durch die nahe gelegene Balkantrasse an. Hier sind viele Radfahrer unterwegs“, erläutert Nikita Brilovics, der ankündigt, dass die übrigen Bahnhöfe in Lüttringhausen, der Innenstadt und in Güldenwerth ebenfalls mit den Fahrradboxen ausgestattet werden sollen.

Der Buchungsvorgang erfolgt auf der Internetadresse www.dein-radschloss.de. In einem ersten Schritt klicken die Kunden zunächst einmal den Standort an, an dem sie ihr Rad abstellen wollen – in der Umgebung stehen Boxen bereits unter anderem an den Wuppertaler Bahnhöfen Steinbeck, Vohwinkel und Oberbarmen bereit. Dann gilt es, eine freie Box zu wählen, die Dauer der Nutzung festzulegen und persönliche Daten zu hinterlegen. Es folgt der Zahlungsvorgang, der via Paypal, Kreditkarte oder Sepa-Lastschrift möglich ist. Auf dem Handy bzw. dem PC erscheint nun die Codenummer, die am Terminal der Boxen eingegeben wird.

Miete für die Fahrradbox beträgt einen Euro pro Tag

Nicola Brilovics nennt die Preise: Ein Tag kostet einen Euro. Wer die Box eine Woche mieten will, zahlt fünf Euro. Pro Monat werden 15 Euro fällig, pro Jahr 90 Euro. Diese längerfristigen Angebote sind vor allem für Berufspendler interessant, die vom Bahnhof zu ihrer Arbeitsstätte gelangen und dort bislang ihr Rad nicht sicher abstellen konnten.

Im Verkehrsverbund VRR soll dieses System den Radverkehr stärken. Denn insbesondere die Besitzer wertvoller E-Bikes lassen ihren Drahtesel nur ungern ungesichert im öffentlichen Raum stehen. „Die Hälfte der Boxen ist mit Ladestationen ausgestattet“, berichtet Nikita Brilovics. Und: Es sei jederzeit möglich, die Zahl der Mini-Garagen in Lennep zu verdoppeln – wenn es die entsprechende Nachfrage gibt.

Der Verkehrsplaner hofft darauf. Schließlich profitieren nicht nur Pendler von dem neuartigen Angebot, sondern auch all jene, die bei einem Ausflug in Lennep eine Rast einlegen wollen. Auch sie können die Box mit wenigen Klicks auf dem Handy spontan buchen, ihr Rad sicher abstellen und zu Fuß der Altstadt einen Besuch abstatten.

Nähere Informationen und ein Erklärvideo unter: dein-radschloss.de

Auch interessant: Fahrradbox in Wohnsiedlung gewünscht - Die Stadt lehnt Vorhaben ab

Standpunkt: Impulse fürs Radfahren

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Remscheid kann mit vielen Vorzügen punkten, die Herzen von Radfahrern höher schlagen lassen – mit der reizvollen Landschaft, mit idyllischen Anziehungspunkten wie die Lenneper Altstadt oder den historischen Stadtkern in Lüttringhausen. Dummerweise gab es für die Freizeitsportler kaum die nötige Infrastruktur, um im dichten Straßenverkehr der Großstadt sicher zu ihren Zielen zu gelangen. Aber die Zeichen stehen auf Besserung. Dies belegen die Schutzstreifen für Radler, die mittlerweile entlang diverser Straßenzüge markiert wurden. Und dies belegen die Fahrradboxen, die zunächst am Lenneper Bahnhof und dann in Lüttringhausen, Güldenwerth und am Hauptbahnhof aufgebaut werden. Dies ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um den Radfahrverkehr zu fördern – ob bei Pendlern oder Tagesausflüglern, die zwischendurch mal ihre E-Bikes sicher abstellen und aufladen können. Es wird sicherlich etwas dauern, bis sich dieses Angebot etabliert. Aber es ist in Zeiten der Mobilitätswende ganz sicher zukunftsweisend.

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