Verkehr

Radfahrstreifen: W.i.R. sorgt sich um Belieferung der Firmen

Sie haben nachgemessen: Waltraud Bodenstedt (l.) und Ina Garweg von der W.i.R.. Die Bliedinghauser Straße ist an manchen Stellen recht eng und zugeparkt, Firmenzufahrten säumen den Weg. Ob ein Radfahrstreifen hier Sinn ergibt, sollte genau diskutiert werden, finden sie. Fotos: Roland Keusch
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Die Bliedinghauser Straße ist an manchen Stellen recht eng und zugeparkt, Firmenzufahrten säumen den Weg.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Bliedinghauser Straße ist wohl enger, als die Stadt in den Plänen angibt, glaubt die Wählergemeinschaft und hat nachgemessen.

Remscheid. Gleich mehrere Weltmarktführer haben ihren Sitz im Südbezirk. Zum Beispiel Vaillant, Salzgitter Mannesmann und Mannesmann Schneeberger. Und die sollten auch entsprechend gewürdigt werden, finden Waltraud Bodenstedt und Ina Garweg von der Wählergemeinschaft in Remscheid (W.i.R.).

Denn die zuletzt in der Bezirksvertretung Süd vorgestellten Pläne für einen Radfahrschutzstreifen entlang der Bliedinghauser Straße finden sie nicht recht durchdacht. „Es soll ein Radweg hingesetzt werden, aber niemand schaut links und rechts. Der Bürger wird gar nicht gefragt“, sagt Waltraud Bodenstedt. Links und rechts geschaut, das haben die beiden W.i.R.-Frauen selbst getan, wie sie sagen. Mit dem Leichtathletikmaßband haben sie nachgemessen und festgestellt: Die Bliedinghauser Straße ist an manchen Stellen enger als gedacht. Statt 12 Metern gegenüber Hausnummer 36, wie in den Plänen der Stadt angegeben, kommen Bodenstedt und Garweg nur auf 11. „Das würde bedeuten, dass auf der gegenüberliegenden Seite keine Autos mehr parken könnten“, erklärt Garweg. Anwohner könnten ein Parkproblem bekommen.

Sie haben nachgemessen: Waltraud Bodenstedt (l.) und Ina Garweg von der W.i.R..

Die Frage: Ergibt ein Fahrradschutzstreifen an der von Industrie geprägten Straße Sinn? „Unser Anliegen ist nicht, den Fahrradverkehr einzuschränken. Wir unterstützen den Umweltschutz ausdrücklich. Aber die Großfirmen sollen ordentlich beliefert werden können. Remscheid braucht den Verkehr durch die Industrie“, betont Bodenstedt. Schließlich sei die Seestadt auf dem Berge eine Pendlerstadt. „Wir werden immer den Pendelverkehr haben. Wir können ihn nicht komplett auf Schiene und Rad bringen“, betont Garweg. Denn noch fehle es an zukunftsträchtigen Verkehrskonzepten.

Die Bezirksvertretung Süd hat den Plänen bereits zugestimmt. Der Schutzstreifen soll zudem bis zum Ortseingang Wermelskirchen gezogen werden, wie die W.i.R. angeregt hatte. Weitere Fragen, die Waltraud Bodenstedt in der Juni-Sitzung gestellt hat, wurden bislang allerdings nicht von der Fachverwaltung beantwortet. „Wenn ich so etwas plane, muss ich doch auch die Firmen miteinbeziehen“, sagt Bodenstedt. Daher sollte auch die Wirtschaftsförderung mit an den Tisch, findet sie. Zudem müsse der ÖPNV, speziell die RVK-Linie 260 nach Köln, zumindest informiert werden. Denn wenn der Radstreifen rege genutzt werde und zu Stoßzeiten alle Verkehrsteilnehmer auf der Straße seien, könnte es sich schnell knubbeln – und der Bus seinen Fahrplan nicht einhalten.

Die W.i.R.-Frauen möchten die Verwaltung auf diese Probleme aufmerksam machen und noch einmal über das Thema sprechen. „Und dabei aber nichts schönreden“, sagt Bodenstedt. Beide hoffen bald auf Antworten.

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