Klosterkirche

Stream: Quintett holt Publikum aus dem TV-Sessel

Ein toller Erfolg war das gestreamte Livekonzerte von Alte Bekannte in der Lenneper Klosterkirche. Foto: Michael Schütz
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Ein toller Erfolg war das gestreamte Livekonzerte von Alte Bekannte in der Lenneper Klosterkirche.

Die Klosterkirche streamte ein Konzert von Alte Bekannte – 1800 Karten wurden deutschlandweit verkauft.

Von Elisabeth Erbe

Remscheid. Der Beifall und die Jubelrufe wären ohrenbetäubend. Waren sie aber nicht. Das A-Cappella-Quintett Alte Bekannte gastierten am Dienstagabend in der Klosterkirche und gab ein Konzert komplett vor leeren Stuhlreihen. Die Nachfolge-Gruppe von Wise Guys spielte zum ersten Mal ohne Publikum. Das Konzert wurde live per Stream direkt ins Wohnzimmer der Zuschauer gesendet.

Insgesamt wurden 1800 Stream-Karten verkauft. Klosterkirchen-Managerin Sonja Tewinkel war begeistert. „Jetzt haben wir Zuschauer aus ganz Deutschland“, freute sie sich.

Für die Fünf war der Auftritt eine völlig neue Erfahrung. „Das ist schräg hier. Irgendwie absurd“, sagte Daniel „Dän“ Dickopf in die Kamera. Noch nie hatten die Sänger ein Online-Konzert gehalten. Überall im Saal waren Kameras aufgebaut. Statt Stuhlreihen standen mehrere Tische mit Mischpulten mitten im Raum. Und durch die Corona-Auflagen durften die Sänger auch keine Choreographien tanzen. Der Abstand musste auf der Bühne gewahrt werden.

Ein besonderer Auftritt auch für Friedmann Petter. Er ist der „Neue“ im Quintett, nachdem Nils Olfert die Band auf eigenen Wunsch hin verlassen hatte. Der Auftritt sollte ursprünglich ein kombiniertes „Abschieds- und Begrüßungskonzert“ werden. „Ich finde es trotzdem schön hier“, sagte er in die Kamera und sang das Lied „Du hast mich in dich verliebt“ aus dem neuen Album „Bunte Socken“. Apropos: Die Gruppe hatte passend zum Album auch tatsächlich bunte Socken an. Den Beweis brachten sie, in dem sie ihre Socken in die Kameras zeigten. Beim Titel „Nicht mein Zirkus“ steigerten sich die Sänger noch. Zu fünft konnten sie Schlagzeug, Percussion und Trompete ersetzen.

In der Pause beantworteten die Sänger Fragen der Zuschauer

„Irgendwie komisch, sich vorzustellen, dass so viele am Fernseher sitzen“, sagte Bassist Björn Sterzenbach. In dem Lied „Es macht Spaß, auch mal nett zu sein“, kombinierte er den Bassgesang mit Vocal Percussion. Viel Groove, viel gute Laune. Wenn alles normal gelaufen wäre, stände die Gruppe vor ihrem letzten Konzert in diesem Jahr. Nun ist es ungewiss, ob das erste Konzert in Hamburg im Februar überhaupt stattfinden darf.

Im Chat auf Youtube hatte das Publikum zahlreiche Fragen. In der 10-minütigen Pause stellten sich die Sänger ihrem Online-Publikum: Gibt es einen Zusammenschnitt des Konzerts auf Youtube? „Ja, wir werden Teile dieses Konzertes posten, aber nicht das ganze Konzert“, erklärte Daniel Dickopf. Wie fühlt es sich an, ohne Publikum zu spielen? „Es ist viel schöner als gedacht. Das ist wie eine spannende Probe“, antwortete Clemens Schmuck. „Aber mir fehlen die lächelnden Gesichter“ ergänzte Dickopf. Ob es nicht zukünftig neben Livekonzerten immer noch ein Stream geben könnte? „Ja, vielleicht, aber das ist ein großer Aufwand. Konzerte brauchen Menschen“, so das Statement der Gruppe.

Nach ging es mit „Das Leben ist schön“, „Kinder“ und „Ich habe kein Tattoo“, das Ingo Wolfgarten sang, weiter. Mit Lichteffekten und guter Mundakrobatik sorgten „Alte Bekannte“ für beste Stimmung in den Wohnzimmern ihrer Fans. Natürlich durfte der Wise-Guys-Song „Jetzt und hier“ nicht fehlen. Passend zur Corona-Pandemie sangen sie „Das Wichtigste sind wir und das jetzt und hier, und dass wir alle zusammen sind“. Alle fünf Sänger blieben auf ihrem Platz, doch hüpfen und gute Laune waren erlaubt. „Normalerweise würden wir kreuz und quer auf der Bühne herumlaufen und uns ansingen. Aber das geht im Moment nicht“, erklärten sie.

Sonja Tewinkel war sehr zufrieden mit dem Konzert. „Im Chat ging die Post ab, und die Gruppe darf sehr gerne wiederkommen. Aber dann mit Publikum“, sagte sie.

Online-Konzerte

Online-Streams sind eine Alternative zu Live-Auftritten. Der Aufwand ist groß. Zahlreiche Kameras und Mischpulte müssen aufgebaut und einige Lichteffekte erneuert werden. Grund: „Online kommt das Licht anders rüber“, so Tewinkel. Neben den Alten Bekannten wird auch die Soul Shake Party am 23. Dezember gestreamt. Die Online-Party ist kostenlos, es wird ein medialer Hut herumgereicht.

www.klosterkirche-lennep.de

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