Konzert

Quartett begeistert das Publikum

Das Quartett Nicki Parrott All Stars – hier Nicki Parrott und Olaf Polziehn – drehten in der Mebusmühle im Restaurant Romanowski auf und nahmen das Publikum mit in den Swing-Himmel. Foto: Roland Keusch
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Das Quartett Nicki Parrott All Stars – hier Nicki Parrott und Olaf Polziehn – drehten in der Mebusmühle im Restaurant Romanowski auf und nahmen das Publikum mit in den Swing-Himmel.

Nicki Parrott All Stars entführte in der Mebusmühle in den Swing-Himmel.

Von Peter Klohs

Noch nie, so Veranstalter Peter Bornemann am Dienstagabend im Restaurant Romanowski in der Mebusmühle, habe in den Jahren, in denen er Jazzkonzerte organisiere, eine Frau die Band geleitet. So sahen und hörten die 60 Besucher mit den Nicki Parrott All Stars eine Remscheider Premiere.

Es sollte ein erinnerungswürdiger Abend werden. Die Bassistin und Sängerin Parrott hatte sich Mitmusiker eingeladen, die alle über einen erstklassigen Ruf verfügen: die Niederländer Frank Roberscheuten (diverse Saxofone, Klarinette) sowie Frits Landesbergen (Drums) und den deutschen Pianisten Olaf Polziehn. Das in zwei Sets aufgeteilte Programm bezauberte durch Spielfreude und eine überaus swingende Attitüde. Balladen? Ach ja, pro Set kann man eine einstreuen. Aber ansonsten ging die Post ab.

Hatte das mehr als zweistündige Konzert noch moderat mit „Always like being in love“ begonnen, gab schon das zweite Stück „Tackle-Toe“ Aufschluss darüber, wo die Reise hinging: In den Swing-Himmel. Die Alibi-Ballade im ersten Set („I got a crush on you“, durch Frank Sinatra bekannt geworden) verzauberte durch ein variantenreiches Pianosolo. Überhaupt Olaf Polziehn: Obwohl seine Basis der Modern-Jazz ist, bewies er, dass auch das American Songbook ihm nicht fremd ist. Er zeigte dies mit einigen erzählerischen Solobeiträgen und sensibler Begleitung. Sein im Piano-Trio dargebotenes „I wish you love“ gespieltes Solo war gespickt mit rhythmischen Raffinessen.

Zum Abschluss gab es noch „Winter Wonderland“

Und wer dachte, die Up-tempo-Nummern seinen der Höhepunkt an Intensität gewesen, bekam kurz vor der Pause gezeigt, dass dies mitnichten so war: „What a little moonlight can do“ fegte durch die Mebusmühle wie ein erfrischender Frühlingssturm. Danach brauchten Band und Gäste die Pause dringend.

Frank Roberscheuten, beinahe schon ein Stammgast bei von Peter Bornemann veranstalteten Konzerten (Three Wise Men) brillierte wie immer an Klarinette und Saxofonen. Seine größte Fähigkeit wurde im Laufe des Konzertes deutlich: Der Mann spielte gewiss zehn Soli an diesem Abend – und wiederholt sich nie. Schlagzeuger Frits Landesbergen ist ein solider Swinger und durfte im temperamentvollen „Steelin’ Apples“ (Benny Goodman) ein langes und humorvolles Solo spielen, nach dem das Publikum mit Begeisterungsrufen reagierte.

Das zweite Set war etwas gemäßigter als das erste, wenngleich mit „Quizas“ und „I remember you“ gleich zwei Latin-Kracher gespielt wurden, das erste als Cha-Cha-Cha, zweiteres als hurtige Rumba. Nicki Parrotts sang gelegentlich einen Chorus, ansonsten trieb sie die Musik durch einen drängenden Walking-Bass voran. Schön ihr auf französisch gesungenes „La vie en rose“ oder das von Ella Fitzgerald berühmt gemachte „Mr. Paganini“, das an diesem Abend durch eine überraschende Double-Time aus dem üblichen Mainstream-Rahmen fiel.

Am Ende gab das Quartett einen Ausblick auf die kommenden Tage: Schließlich steht Weihnachten vor der Tür. Das „Winter Wonderland“ swingte dezent, aber nachdrücklich, bevor der offizielle Teil des Programms beendet war und nach angemessen stürmischen Applaus die Band noch eine Zugabe gab.

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