Russland-Ukraine-Konflikt

Putins Krieg erschüttert die Remscheider

Ein Haus bei Kiew liegt nach russischem Beschuss in Trümmern. Viele Remscheider leiden mit den Menschen in der Ukraine. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
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Ein Haus bei Kiew liegt nach russischem Beschuss in Trümmern. Viele Remscheider leiden mit den Menschen in der Ukraine.

Kirchen laden zu Friedensgebet ein – Politiker wollen Nato stärken – Heimische Wirtschaft rechnet mit Verlusten.

Von Axel Richter, Philipp Müller und Björn Boch

Remscheid. In Betroffenheit über den Krieg in der Ukraine und in Sorge um den Frieden in ganz Europa versammelten sich am Donnerstagabend viele Remscheider zu einem gemeinsamen Friedensgebet in der katholischen Kirche St. Suitbertus. Die evangelische und die katholische Kirche sowie die freikirchliche Gemeinde hatten dazu kurzfristig die Menschen aller Glaubensrichtungen eingeladen. Diese Reaktionen auf den Angriff erreichten den RGA zuvor:

„Ich verurteile den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste.“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz

Oberbürgermeister

„Ich verurteile den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste“, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) in einer Stellungnahme: „Ich setze auf friedliche Lösungen und hoffe sehr, dass der Weg zurück zu Gesprächen zur friedvollen Beendigung des Krieges gefunden wird.“

Bundestagsabgeordnete

Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, bekennt, dass der Westen „der rohen Gewalt Russlands ein Stück ohnmächtig“ gegenüberstehe. „Unser Versuch, mit Russlands Präsident Putin eine gemeinsame Politik für Sicherheit und Wohlstand zu gestalten, ist gescheitert.“ Auch wenn die Russland-Politik am Scheideweg stehe, gehe es jetzt darum, vor allem die freiheitlichen Völker und Staaten im östlichen Europa gemeinsam durch die Nato und die EU vor weiteren Übergriffen zu schützen. „Deutschland muss dabei Motor sein.“ Hardts Kollege, der SPD-Abgeordnete Ingo Schäfer, erklärt: „Die deutsche Bundesregierung wird zusammen mit den Partnern in der Europäischen Union, mit Großbritannien und vielen weiteren Staaten weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängen. Ich stehe an der Seite des ukrainischen Volkes, das seine Unabhängigkeit und sein Selbstbestimmungsrecht verteidigt.“

Wissenschaftler

Prof. Dr. Paul J.J. Welfens, Präsident des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Wuppertal, sieht „im von Russland entfesselten Krieg eine Katastrophe für die Menschen in der Ukraine“. Zu den kurz- und mittelfristigen Verlierern gehören nach seiner Analyse die Auto-, Chemie- und Maschinenbau-Industrie, für die Russland über viele Jahre ein wichtiger Absatzmarkt war. „Die Wirtschaft im Städtedreieck dürfte ebenso wie Deutschland insgesamt mit einem Rückgang der Wirtschaftstätigkeit um 0,5 Prozent in 2022 durch den Russland-Ukraine-Krieg betroffen sein.“

Wirtschaft

Wie bereits berichtet, befürchtet die Bergische IHK „kurzfristig drastisch steigende Energiepreise“. Laut Schätzungen der IHK liege das Handelsvolumen mit Russland bei vier bis fünf Prozent und damit etwa doppelt so hoch wie der NRW-Durchschnitt. Dies sei auf die allgemein höhere Exportquote der Betriebe in Remscheid, Solingen und Wuppertal zurückzuführen. Das Handelsvolumen mit der Ukraine sei deutlich geringer. Es gebe kleinere Zulieferleistungen für die Automotive-Industrie – es sei mit Lieferausfällen zu rechnen.

CDU Remscheid

Auch der CDU-Kreisvorsitzende Mathias Heidtmann und der CDU-Ratsvorsitzende Markus Kötter reagierten: „Wir hoffen in diesen Stunden, dass sich dieser russische Angriffskrieg nicht zu einem Flächenbrand entwickelt. Aber schon jetzt ist klar, dass er weitreichende Konsequenzen haben wird. Wir müssen uns nun darauf vorbereiten, dass Menschen aus der Ukraine nach Westen flüchten werden, auch zu uns. Und wir müssen uns auf noch stärker steigende Energiepreise einrichten. Die Bundesregierung steht jetzt vor der Aufgabe, dass wir viel mehr in unsere Sicherheit investieren und von russischen Energielieferungen unabhängiger werden müssen.“

Friedensgebete

Der Angriff Russlands auf die Ukraine erschüttert und verunsichert viele Remscheider. Die evangelische Stadtkirchengemeinde und die evangelische Gemeinde Lennep laden deshalb auch am Freitag um jeweils 18 Uhr in die Stadtkirche am Remscheider Markt und die Lenneper Stadtkirche zum gemeinsamen Friedensgebet ein.

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