Straßenname

Pulverhäuschen gab Straße ihren Namen

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Zu Napoleons Zeiten war es ein Zwischenlager.

Die Pulverstraße in Lüttringhausen wurde mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 7. Februar 1928 offiziell benannt. Stadtarchivarin Sarah Baldy fand bei ihren Recherchen den Namensgeber: Es war das sogenannte „Pulverhäuschen“, welches sich noch heute in der Pulverstraße Nr. 11 befindet.

„Seinen Namen erhielt das Haus wohl, weil dort zu Napoleons Zeiten Spreng- und Schießpulver zwischengelagert worden sein sollen, welches aus den Pulvermühlen im Bereich Altenberg stammte“, fand Baldy heraus. Einwandfrei belegen lässt sich das heute leider nicht mehr, schränkt sie aber ein. Auffällig ist jedoch, dass bereits im Grundsteuerkataster von 1866 die Flurbezeichnung „Am Pulverhäuschen“ geführt wird. Auch in einer Notariatsurkunde vom 23. April 1860 ist bereits vom „Pulverhäuschen“ die Rede.

An diesem Tag ersteigerte Eduard Diebschlag nachmittags um fünf Uhr als Meistbietender das Haus zum Preis von 410 Thalern. Der gelernte Schuhmacher hatte sieben Kinder aus zwei Ehen. Einer seiner fünf Söhne, Ewald Diebschlag, übernahm nach dem Tod des Vaters das elterliche Haus und lebte mit seiner Frau und seinen acht Kindern lange Zeit in dem Pulverhäuschen. Später übernahm eine der Töchter, Amalie Diebschlag, mit ihrem Mann, Otto Lenhartz, das Haus.

Mehr als 100 Jahre lebte die Familie Diebschlag über mehrere Generationen im Lüttringhauser Pulverhäuschen. Es führte eine Zeit lang die Bezeichnung Lenneper Straße 29, dann Richthofenstraße 29 und nach Ausbau der Pulverstraße zunächst die Haus-Nr. 6. Heute ist es unter der Adresse Pulverstraße 11 zu finden. Im Volksmund war es aber seit jeher nur „das Pulverhäuschen“.

Das ehemals einstöckige Haus bestand ursprünglich aus nur einem einzigen Raum. Die Bewohner bauten es über die Jahre immer weiter aus. Der Erbauer des Hauses lässt sich leider mit den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht mehr ermitteln. Ob es wirklich, wie man sich seinerzeit erzählte, auf Befehl Napoleons bzw. dessen Heerführer erbaut worden war, bleibt daher eine Vermutung, erklärt Sarah Baldy. -AWe-

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