Ausverkaufter Saal

Publikum klatscht am Ende begeistert im Takt

Mitreißend: „My Fair Lady“ in einer zweistündigen Inszenierung des Landestheaters Detmold im Teo Otto Theater.
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Mitreißend: „My Fair Lady“ in einer zweistündigen Inszenierung des Landestheaters Detmold im Teo Otto Theater.

Das Musical „My Fair Lady“ in einer schwungvollen Inszenierung mit spielfreudigem Ensemble im Teo Otto Theater.

Von Sabine Naber

Remscheid. Mit einer mitreißenden Ouvertüre eröffneten die Bergischen Symphoniker am Samstagabend das Musical „My Fair Lady“. Das Landestheater Detmold war mit einer Corona-Version ins Teo Otto Theater gekommen. Und die gefiel dem Publikum im ausverkauften Theatersaal so gut, dass am Ende begeistert im Takt der Musik geklatscht wurde.

Der Klassiker mit seinen bekannten Melodien, basierend auf dem Roman „Pygmalion“ von Bernhard Shaw, wurde nicht zuletzt durch die Hollywoodverfilmung von 1964 mit Audrey Hepburn als Blumenverkäuferin Eliza Doolittle und Rex Harrison als Professor Henry Higgins weltberühmt. Als sich der rote Vorhang öffnete, war ein bunter Marktplatz zu sehen.

Hier wurde getanzt, gesteppt, geredet, gesungen. Eliza Doolittle (Lotte Kortenhaus) - sie trug derbe braune Stiefel, eine graue Hose und einen gleichfarbigen, grob gestrickten Pullover - versuchte, ihre Blumen an den Mann zu bringen, die sie auch dem Sprachforscher Professor Henry Higgins (Andreas Jören) anbot. Ihm fiel vor allem ihr ordinärer Berliner Dialekt auf: „Du stehst da rum und quakst wie ein Frosch. Du musst artikulierter reden“, herrschte er.

Seinem Freund Oberst Pickering (Ulrich Holle) gegenüber prahlte er damit, dass er sie nach sechs Monaten Sprachunterricht bei ihm als Herzogin ausgeben könnte. Die beiden schlossen eine Wette ab: Pickering will die Kosten der Ausbildung unter der Voraussetzung übernehmen, dass Higgins es schafft, aus der „Rinnsteinpflanze“ Eliza eine Grande Dame werden zu lassen. Eliza sang mit ihrer ausdrucksstarken, klaren Stimme „Wäre das nicht wunderscheen“. Sie nahm Higgins beim Wort und Sprachunterricht. Um von der Straße weg zu kommen und eine Lady in einem Blumenladen zu werden.

Higgins schnauzte sie nicht nur beim Lernen von Vokallauten an, fand sie gleichzeitig aber „so entzückend ordinär“. Vertraute Dialoge - Higgins artikulierte deutlich „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ - verzweifelte aber, weil Eliza immer wieder die falschen Vokale einsetzte. Herrlich, wenn Higgins ihr mit Hilfe einer Kerze beizubringen versuchte, dass die Flamme flackern muss, wenn sie ein „H“ ausspricht. Mit Kieselsteinen im Mund sprach sie ihm nach. Denn der Professor, eine Koryphäe, wenn es um Phonetik geht, war überzeugt, dass sie Drill brauche. Und dann hieß es endlich: „Jetzt hat sie‘s“.

Pickering und Higgins nahmen Eliza zum Pferderennen mit. In einem traumhaft schönen Kleid und einem Hut so groß wie ein Wagenrad, ging es nach Ascot. Eliza bestand die Prüfung. Zumindest bis sie temperamentvoll das Favoritenpferd anfeuerte: „Los Dover - sonst streu‘ ich dir Pfeffer in den Arsch.“ Neben der erstklassigen Orchestermusik begeisterte die schwungvolle Inszenierung und die mitreißende Spielfreude des Ensembles.

Herzlicher Applaus für einen niveauvollen Abend

Die schlagfertige Mutter (Monika Mayer) des Professors - als er sie fragte, was er machen solle, als Eliza weg ist, sagte sie trocken: „Weiterleben würde ich vorschlagen“ - wie auch der in Eliza verliebte Freddy (Jakob Kunath), der mit seinem wohltönenden Bariton hingebungsvoll „Auf der Straße, wo du lebst“ sang. Wunderbar in sich ruhend Oberst Pickering, der Eliza von Beginn an wie eine Lady behandelte und nicht zuletzt die nie die Ruhe verlierende Haushälterin Mrs. Pearce ((Guta Rau). Sie alle sangen und spielten großartig.

Allen voran Eliza, der man das Blumenmädchen und die Dame gleichermaßen abnahm und der Professor, der nicht damit gerechnet hatte, dass neben der sprachlichen Verbindung zu Eliza plötzlich die Liebe entflammt. Mit herzlichem Applaus bedankten sich die Zuschauer für diesen niveauvollen Abend.

Der nächste Termin im Theater

Mit dem 2. Philharmonischen Konzert der Bergischen Symphoniker geht es am Mittwoch, 30. September um 19.30 Uhr weiter im Teo Otto Theater - unter Corona-Bedingungen. Es steht unter der Überschrift „Tastenkunst und Jahrmarktsrummel“. Zu hören ist Musik von John Adams aus der Oper „Nixon in China“, Maurice Ravels Konzert für Klavier und Orchester und Igor Strawinskis Burlesque „Petruschka“.

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