Konzert

Publikum feiert Solistin, Dirigent und Orchester mit Bravo-Rufen

3. Philharmonische Konzert im Teo Otto Theater.

Von Daniel Diekhans

Reicher Klang und reife Virtuosität – eine unwiderstehliche Mischung, mit der Geigerin Liya Petrova das Publikum im Teo Otto Theater für sich einnahm. Mit Anfang 30 zählt die Bulgarin zu den besten Solistinnen ihrer Zunft. 2015 kam sie ins Finale des Deutschen Musikwettbewerbs und gewann einen Sonderpreis. Seitdem arbeitet sie weltweit mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen.

In Remscheid stellte sie sich mit zwei Paradestücken der französischen Violinliteratur vor. „Introduction et Rondo capriccioso“ schrieb Camille Saint-Saëns dem Geigen-Wunderkind Pablo de Sarasate auf den Leib. Den Tanz, der im Rondo angelegt ist, brachten GMD Daniel Huppert und die Bergischen Symphoniker zur Geltung. Diese Leichtigkeit schwang auch bei Petrova mit. Selbst wenn sie Arpeggien und chromatische Läufe zu meistern hatte. Hinzu kam der Rhythmus, der zwischen synkopierten und geraden Noten wechselte. Dass die Tour de force gelang, lag am stillen Einverständnis zwischen Solistin und Dirigent. Am Ende wandten sich beide mit gelöstem Lächeln den knapp 300 Zuhörern zu. Die sich mit Bravo-Rufen bedankten und von den Sitzen erhoben.

Zum Abschluss ein Abstecher in die deutsche Romantik

Eindruck machte Petrova auch mit dem 1. Violinkonzert von Saint-Saëns. Beim Auftakt ging sie von impulsiven zu eleganten Tönen über. Den langen Melodiebogen des Mittelteils schmückte sie mit Trillerfiguren, bevor es ins kompakte Finale hineinging. „Jeux d’enfants“ (Kinderspiele) nannte Saint-Saëns’ Landsmann Bizet einen Klavierzyklus, aus dem später eine Orchestersuite hervorging.

So unterschiedlich das Tempo der „Spiele“ auch ist – durch die Interpretation der Symphoniker zogen sich unbeschwerte Töne. Was einen „Marsch“ ergab, der nichts mit Militärmusik zu tun hatte, gefolgt von einem pulsierenden „Wiegenlied“. Und als Huppert sein Ensemble mit prägnanten Taktschlägen zum „Galopp“ antrieb, machte das einfach gute Laune. Last but not least gab es einen Abstecher in die deutsche Romantik. Schumann komponierte seine 4. Symphonie eigentlich als „Fantasie“ und noch die Endfassung ist von der klassischen Form weit entfernt. Zahlreiche Querverbindungen sorgen für den engen Zusammenhang aller Teile. Doch mochte auch die Einleitung unruhig um einen Ton kreisen – Huppert & Co. ließen keinen Zweifel am positiven Charakter des Werks. Zielstrebig entwickelten sie das Hauptthema.

Nach dem lyrischen Zwischenspiel des zweiten Satzes kehrte es – verwandelt und somit versteckt – im „Scherzo“ wieder. Offen ertönte es im letzten Satz und die Dur-Akkorde der Posaunen hoben die Stimmung weiter. Das Publikum feierte denn auch Dirigent und Orchester mit ausdauerndem Applaus.

Beim 4. Philharmonischen Konzert stehen Haydn und Tschaikowski auf dem Programm. Am 24. November ist der Cellist Maximilian Hornung zu Gast. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Katherina Knees hält um 18.45 Uhr einen Einführungsvortrag.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut

Kommentare