Kultur

1. Meisterkonzert: Publikum bedankt sich mit Bravo-Rufen

Pianist Christopher Park und Cellist Worlitzsch machten das 1. Meisterkonzert im Teo Otto Theater zum Erlebnis. Fotos: Christopher Park/Felix Broede
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Pianist Christopher Park (Foto) und Cellist Worlitzsch machten das 1. Meisterkonzert im Teo Otto Theater zum Erlebnis.

1. Meisterkonzert mit Christopher Park und Valentino Worlitzsch.

Von Daniel Diekhans

Valentino Worlitzsch und Christopher Park sind lange unterschiedliche Wege gegangen. Mit seinem Cellospiel gewann Worlitzsch mehrfach beim Deutschen Musikwettbewerb und schlug dann den Weg des Orchestermusikers ein. Seit vergangenem Jahr ist er 1. Solo-Cellist des Leipziger Gewandhausorchesters. Park, der von der „Echo“-Jury als „Rising Star“ ausgezeichnet wurde, verfolgt konsequent seine Solo-Karriere.

Cellist Worlitzsch

Gemeinsamer Favorit der beiden aber ist die Kammermusik, und ihr intensiver Austausch begeisterte auch die 50 Gäste des 1. Meisterkonzerts. Selbst wenn dem Duo der Schweiß auf der Stirn stand, verloren Worlitzsch und Park nicht den leichten, natürlich fließenden Ton. Dabei hatten sie mit zwei Beethoven-Sonaten genug Herausforderungen zu meistern. Die 2. Sonate entstand 1796 auf einer Tournee des Komponisten und lässt – damals noch ungewöhnlich – das Cello gleichberechtigt neben dem Klavier agieren. In der Einleitung kosteten die Interpreten die Themen aus: Worlitzsch mit stringenten Legato-Linien, denen Park rollende Triolen entgegensetzte. Beim Rondo wiederum verzahnten sich die Stimmen bis hin zum Unisono. Beethovens 3. Sonate wurde sowohl wegen seiner Qualität als auch der Ausgewogenheit zwischen den Instrumenten zum Vorbild für die Romantiker.

Solo machte Worlitzsch den Auftakt und gab dem Thema Sanglichkeit und Transparenz. Gegenläufig entwickelte sich der Klavierpart, den Park expressiv verdichtete – und es mochte dieser reizvolle Kontrast sein, der seinem Duopartner ein Lächeln entlockte. „Schön“ fand es das Publikum, das sich auch vom Folgenden mitreißen ließ. Durch das „Scherzo“ zog sich eine verzierte Cello-Melodie. Den kantablen Charakter nahm der dritte Satz auf, den das Duo mit einer raffiniert durchgeführten Coda abrundete.

Ausgeprägt romantisch ist César Francks Violinsonate A-Dur, die nach der Originalfassung auch in einer autorisierten Bearbeitung für Cello und Klavier zum Repertoirestück wurde. Zu Beginn spielte Park weiche Akkorde, die der Cellist im wiegenden Thema aufgriff. Die leidenschaftliche Bewegung des zweiten Satzes forderte beide, während sich Worlitzsch beim „Recitativo“ entfalten konnte. Das Finale kehrte zum schnellen Tempo zurück. Diesmal allerdings leuchteten die Töne in hellem Dur – die Gelegenheit für das Duo, seiner Spielfreude freien Lauf zu lassen. Kein Wunder also, dass Applaus wie Bravo-Rufe kräftig ausfielen.

Mit den Meisterkonzerten geht es am 1. Dezember weiter. Saxofonistin Greta Schaller und ihre Kolleginnen von „Cherry on the cake“ spielen Unterhaltsames von Tango bis Swing. Der Vorverkauf startet am 2. November.

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