Konzert

Publikum bedankt sich enthusiastisch

Bergische Symphoniker und Flötenvirtuosin Dorothee Oberlinger begeisterten

Von Daniel Diekhans

Alt-Remscheid. Blockflöte macht Spaß! Jedenfalls wenn Dorothee Oberlinger sie spielt. Und ihr glaubt man gern, dass die Blockflöte im 18. Jahrhundert ein „echtes Modeinstrument“ war – so quicklebendig und fingerfertig spielt sie die Musik von Bach & Co. Oberlingers Begeisterung sprang auch auf ihre gut 300 Zuhörer im Teo Otto Theater über. Kaum war der erste Satz von Vivaldis Flötenkonzert in C-Dur verklungen, wurde die Solistin mit Bravo-Rufen überschüttet.

Genau die richtige Motivation für weitere Kostproben ihrer Kunst – und nach dem Finalsatz gab es auch Applaus von den Bergischen Symphonikern, die Oberlinger in kleiner Besetzung um sich versammelte. Neben der Flötenvirtuosin konnte man hier die Ensembleleiterin erleben, die ihre Mitspieler ins rechte Licht rückte. Weshalb bei Corellis „Fatto per la notte di natale“ Mihalj Kekenj und Angela Christen wechselseitig die Solo-Geige spielten – elegant in den schnellen Partien und innig bei der Weihnachts-„Pastorale“, die für Gänsehaut im besten Sinne sorgte.

Das „weihnachtliche Barockprogramm“, das die Flötistin versprochen hatte, setzte sich mit Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ fort. Den Choral aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ hat der Komponist selbst gern zum 4. Advent aufgeführt. Oberlinger tauchte die eingängige Choralmelodie in die warm-sonoren Töne der Altblockflöte.

Mehr als ein bisschen Bach steckte in ihrer Interpretation von Alessandro Marcellos Konzert in d-Moll. Die Cembalo-Figuren, mit denen der Thomaskantor das Werk veredelt hat, übertrug sie auf ihr Instrument. Daraus ergaben sich mühelos aufsteigende Triller und Ausschmückungen, denen der Saal aufmerksam lauschte.

Mit Händel ging es musikalisch auf die britische Insel. Sein „Messias“ gehört heute fest zum vorweihnachtlichen Repertoire, und die „Messias“-Ouvertüre wurde auf dem Konzertpodium zum dynamischen Wechselspiel zwischen Solistin und Begleitern. Angeführt von Oberlinger, die am liebsten über Augenkontakt dirigierte, widmeten sich die Symphoniker außerdem einem „Concerto grosso“ des Engländers Charles Avion. Als Solist machte Mihalj Kekenj eine gute Figur, während im Tutti die farbigen Melodien ausgekostet wurden. Die „Doppelspitze“ Kekenj und Christen bewährte sich bei Lullys „Passacaille“ – ein schönes Beispiel für die Leichtigkeit, mit dem der Italiener den französischen Königshof zum Tanzen brachte.

Den Schwung nahmen die zwei Zugaben auf, mit denen sich Oberlinger und Ensemble beim enthusiastischen Publikum bedankten.

Zum letzten Mal in diesem Jahr spielen die Symphoniker beim Weihnachtskonzert am 26. Dezember. Es dirigiert Michael Ellis Ingram.

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