EU-Programm

Projekt macht fit für den Arbeitsmarkt

Andreas Bunge und Kismet Akdag fungieren in dem neuen Projekt als Ansprechpartner. Anfang Mai startet die Beratungsarbeit. Foto: wey
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Andreas Bunge und Kismet Akdag fungieren in dem neuen Projekt als Ansprechpartner. Anfang Mai startet die Beratungsarbeit.

Neues Programm unterstützt Menschen aus Süd- und Osteuropa.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. In Remscheid sollen Zugewanderte aus Süd- und Osteuropa zukünftig beruflich speziell gefördert werden. Im Rahmen des EU-Programms REACT SOE hat die Stadt zusammen mit der Diakonie, Arbeit Remscheid und weiteren Partnern ein Projekt geschaffen, mit dem dieser Personengruppe geholfen werden soll, Sprachbarrieren und andere Hindernisse für die Arbeitsaufnahme zu überwinden.

„Das ist das richtige Projekt zur richtigen Zeit“, sagt Remscheids Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Denn obwohl bei der Konzeption noch niemand an den Krieg in der Ukraine dachte – das Programm sollte sich ursprünglich vor allem an EU-Ausländer wie Rumänen und Bulgaren richten – wirkt es nun wie maßgeschneidert für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet.

Vorgesehen ist, dass zwei Mitarbeiter den besonderen Förderbedarf von Betroffenen identifizieren und dann Unterstützung vermitteln. Dazu nutze man zunächst die Hilfsangebote der beiden Träger Arbeit Remscheid und Diakonie, erklärt Ralf Barsties, Geschäftsführer der Arbeit Remscheid. Darüber hinaus könne man auf Netzwerkpartner wie die Caritas, das Kommunale Integrationszentrum und Stadtteil e.V. zurückgreifen. Gibt es hier kein passendes Angebot, zum Beispiel für Sprachkurse, können externe Angebote vermittelt werden.

„Für uns ist das ein zusätzliches Angebot.“

Sven Heidkamp, Jobcenter

Offiziell gestartet ist das Projekt bereits am 1. April, die eigentliche Beratung werde man wohl Anfang Mai starten, sagt Barsties. Bei einer Klausur nach Ostern soll das genaue Vorgehen abgesprochen werden. „Wir müssen ja auch die neue Situation mit den ukrainischen Flüchtlingen erstmal bewerten“, sagt Andreas Bunge, der zusammen mit seiner Kollegin Kismet Akdag als Ansprechpartner fungieren wird.

Ziel sei es, im ersten Jahr mindestens zwölf Betroffene in eine Arbeit oder eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung zu vermitteln, erklärt Florian Schäfer, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Lennep. „Es wird ganz unterschiedliche Wege geben, auf denen sie zu uns kommen, oder wir zu ihnen“, sagt Ralf Barsties. Neben Sprechstunden seien auch aufsuchende Angebote vorgesehen.

Ukraine-Krieg - So können Sie jetzt helfen

Zudem werde das Remscheider Jobcenter auf das neue Programm verweisen, verspricht dessen stellvertretender Geschäftsführer Sven Heidkamp. Das Jobcenter trägt zehn Prozent der Gesamtkosten, der Rest kommt aus dem Europäischen Sozialfonds. „Für uns ist das ein zusätzliches Angebot“, sagt Heidkamp. Betont aber auch, dass die Teilnahme freiwillig ist. „Das ist nicht mit Sanktionen verbunden.“ Als das Jobcenter wegen einer möglichen Kooperation angesprochen wurde, habe man den Bedarf sofort erkannt, so Heidkamp. Aktuell gebe es dort über 400 volljährige Kunden aus Süd-Ost-Europa, vor allem aus Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Polen. Die Flüchtlinge aus der Ukraine kommen nun noch dazu. Bund und Länder hatten entschieden, dass sie nicht nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt werden sollen, sondern Grundsicherung erhalten und vom Jobcenter bei der Suche nach Arbeit betreut werden sollen.

Dabei sei weder eine Betreuung durch das Jobcenter noch ein Bezug von Sozialleistungen Voraussetzung für die Teilnahme an dem neuen Programm, betont Diakonie-Chef Schäfer. Was zähle, sei allein die Herkunft aus dem definierten Gebiet und Probleme beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Initiiert hatte das neue Projekt unter anderem Jutta Velte vom städtischen Fördermanagement. Sie hatte den Förderaufruf gelesen und sich dann auf die Suche nach Trägern und Partnern gemacht. „Das füllt eine Lücke, die wir haben“, sagt Velte. Dabei gehe es auch und vor allem darum, zu lernen, wie man Zugewanderten aus dem Süden und Osten Europas am besten helfen kann, um Schlüsse für weitere Projekte zu ziehen. Die Finanzierung des aktuellen ist erst einmal auf ein Jahr angelegt. Ob und wie es danach weitergeht, wisse man noch nicht, so Velte.

Hintergrund

REACT SOE steht als Abkürzung für Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe. Übersetzt etwa „Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas“. Im Rahmen dieses Programms sollen rund 400 Millionen Euro nach NRW fließen. Wie genau das Remscheider Team kontaktiert werden kann, soll noch im Laufe des Aprils bekannt gegeben werden. Voraussichtlich sollen die Beratungsgespräche in den Räumen der Diakonie, Kirchhofstraße 2, und der Arbeit Remscheid, Freiheit-straße 181, stattfinden.

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