Pandemie

Pro Familia: Beratungen stehen im Zeichen der Covid-19-Auswirkungen

Telefon- und Videoberatungen sind zu einer guten Ergänzung geworden: Barbara Servos. Archivfoto: Roland Keusch
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Telefon- und Videoberatungen sind zu einer guten Ergänzung geworden: Barbara Servos.
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Konsequente Begleitung unter der Geburt ist seit einem Jahr nur sehr eingeschränkt möglich - Belastende Auswirkungen für junge Mütter.

Remscheid. 1017 Fälle mit 1613 Beratungen erfasste Pro Familia im vergangenen Jahr. In 337 Fällen ging es um Schwangerenberatung, 115 Mal war Beratung nach Geburt gewünscht, 112 Mal stand Familienplanung, Kinderwunsch und Verhütung im Vordergrund. Um Schwangerschaftskonflikte drehten sich 234 Fälle, Paar-, Sexual und Lebensberatung stand 131 Mal im Vordergrund. „Im Vergleich zum Vorjahr konnten keine Einbußen festgestellt werden“, resümiert das fünfköpfige Team.

Consuela Wrobel, Jana Hinkel, Kerstin Hohs, Carmen Manstein und Barbara Servos stellen in ihrem Jahresbericht fest, dass sie den Bedarf „optimal abdecken“ konnten. Die in Coronazeiten obligatorischen Telefon- und Videoberatungen seien zur „guten Ergänzung“ geworden. Mehr als 600 Beratungen fanden telefonisch statt.

Pro Familia, in der Winkelstraße 2 a in der Innenstadt beheimatet, stand mit seinem Angebot sehr oft im Zeichen der Covid-19-Auswirkungen. In welche Welt setze ich mein Kind? Wie geht es Säuglingen mit diesem Virus? „Zum Ende der zweiten Jahreshälfte häuften sich die Anfragen junger Mütter, die unter ‘Coronabedingungen’ entbunden haben.“ Denn Frauenarztbesuche dürfen teilweise nur ohne Partner stattfinden, Kurse rund um Schwangerschaft und Geburt fallen aus. „Schwangere sind hoch verunsichert, da es keine genauen Kenntnisse darüber gibt, wie sich das Virus auf eine Schwangerschaft auswirkt“, schreibt Pro Familia im Jahresbericht. Und die pandemiebedingten Einschränkungen in den Krankenhäusern haben zudem teilweise stark belastende Auswirkungen auf die Geburtssituationen.

„Schwangere sind hoch verunsichert.“

Jahresbericht Pro Familia

So sei die verlässliche Begleitung des Partners oder einer anderen nahestehenden Person ein maßgeblicher Faktor für die psychische Sicherheit der Frau unter der Geburt.

Pro Familia stellte fest, dass „die konsequente Begleitung teilweise sehr eingeschränkt ist, was sich im Nachgang belastend und mitunter traumatisch auf die jungen Mütter auswirkt“. Ein Baustein der Arbeit von Pro Familia sei es, Mütter psychosozial in dieser schweren Phase zu begleiten.

Gefordert war die Beratungsstelle auch in der Schwangerschaftskonfliktberatung. Denn: Der Zugang zu den gynäkologischen Praxen ist teilweise schwierig, Krankenkassen sind geschlossen, Gespräche zur Kostenübernahme für einen Schwangerschaftsabbruch werden umständlicher und stellen vor allem bei Sprachbarrieren ein Problem dar. Frauen dürfen häufig bei Eingriffen nicht begleitet werden, eingescannte Beratungsbescheinigungen werden nicht von allen abbrechenden Ärzten akzeptiert.

Bei der Schwangerschaftskonfliktberatung gaben rund 35 Prozent der Frauen eine abgeschlossene Familienplanung als Grund für einen eventuellen Abbruch an. Weitere häufig genannte Gründe waren die berufliche Situation, das Alter (zu jung/zu alt) oder familiäre bzw. partnerschaftliche Probleme. 17 Personen nahmen das ehrenamtliche Angebot war, die Fachanwältin für Familienrecht, Cornelia Schneider, zu kontaktieren.

Pro Familia wurde 1952 gegründet. Die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung ist ein eingetragener Verein, dessen Angebot sich vor allem an Jugendliche, Eltern und Schulen richtet. Dem in Landesverbände untergliederten Bundesverband gehören rund 4000 Mitglieder an. Er unterhält mehr als 180 Beratungsstellen in Deutschland.

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