Aus Remscheids Partnerstadt Quimper

Austausch: Drei Französinnen und ein Franzose machen ihr Praktikum in Remscheid

Anne Primot (r.) erlebt ein Praktikum bei Susanne Bollmann.
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Anne Primot (r.) erlebt ein Praktikum bei Susanne Bollmann.

Der Austausch läuft über den Städtepartnerschaftsverein Quimper-Remscheid

Von Michelle Jünger

Remscheid. Dieses Jahr können erstmalig nach der Pandemie drei junge Französinnen und ein Franzose aus Quimper in Remscheid an einem Ferienaustauschprogramm teilnehmen. Vier Wochen Praktikum erleben sie in Remscheid. Organisiert hat das der Städtepartnerschaftsverein.

Eine der Praktikantinnen ist Anne Primot. Sie arbeitet seit Anfang Juli im Hutsalon Bollmann. Die junge Frau lief in der Schule an einem Poster der Städtepartnerschaft vorbei und bewarb sich bei dem Austauschprogramm. Sie wollte noch etwas erleben, Erfahrungen sammeln, bevor sie im Herbst zur Uni geht, sagt sie.

Sie nähte bisher in der Freizeit Taschen oder Accessoires, entsprechend macht ihr auch das Praktikum in der Hutwerkstatt viel Spaß. „Garnituren oder Reparaturen habe ich gemacht. Oder das Schaufenster bestückt“, sagt Primot. Und nicht nur das. Jetzt, kurz vor Ende ihres Praktikums, fertigt sie gemeinsam mit Susanne Bollmann je einen Hut für ihre Eltern an.

„Im Zentrum dieser Erfahrung steht vor allem, Land und Leute kennenzulernen“, betont auch Philipp Veit, vom Städtepartnerschaftsverein. Bei der Auswahl aus den Bewerberinnen und Bewerbern sei es deshalb auch entscheidend, welche Interessen angegeben wurden. Da sie gerne etwas mit Kindern machen würden, werden zwei weitere Austauschpraktikantinnen und -praktikanten ab dem 1. August ihre Zeit in zwei Kindertagesstätten verbringen. Eine Praktikantin arbeitet im Moment im Modehaus Johann. Bei Anne wurde es eben der Hutsalon.

Nähen will die junge Französin beruflich aber nicht: „Ich möchte Parfümdesignerin werden.“ Nähen soll einfach ein Hobby bleiben. Ihre Erfahrungen hier in Deutschland schätzt sie dennoch als wertvoll ein. „Es war ein Erlebnis. Ein gutes, manchmal aber auch schwierig“, sagt Anne Primot. Schwierig sei vor allem die Sprache gewesen, aber sie habe viel gelernt. Mit ihren Gastfamilien hat sie außerdem viele Ausflüge gemacht. Die Müngstener Brücke, viele Museen oder die Wupper-Talsperre standen in den letzten Wochen auf dem Programm.

Vom Partnerschaftsverein gibt es Tickets und Taschengeld

Susanne Bollmann hatte zum ersten Mal eine Praktikantin aus Frankreich und ist begeistert. „Sie hatte sogar ein Vokabelheft fürs Nähen vorbereitet“, sagt Bollmann. Trotzdem habe sie bei manchen fachlichen Erklärungen aufs Französische zurückgreifen müssen.

Die Städtepartnerschaftsvereine organisieren neben Praktikumsstellen auch die Unterbringung in den Gastfamilien. Meist sind es Vereinsmitglieder, die die jungen Menschen aufnehmen. „Manchmal ist ein Umzug nötig, die Unterbringung über vier Wochen geht nicht immer bei einer Familie“, sagt Philipp Veit. Der Verein unterstützt zudem die meist unentgeltlich arbeitenden Praktikanten. Neben einem Taschengeld von 200 Euro, zahlt er auch das Ticket für den ÖPNV.

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