Porträts von Überlebenden der NS-Diktatur im Rathaus

"Zwischen Glück und Grauen, Goldap und Garnika" heißt die Wanderausstellung und das Buch von Marie-Louise Luchtenberg.
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"Zwischen Glück und Grauen, Goldap und Garnika" heißt die Wanderausstellung und das Buch von Marie-Louise Luchtenberg.

"Im März 1943 wurden sie von SS-Männern abtransportiert. Frau und Sohn wurden in die Gaskammer geschickt. Alex Deutsch überlebte Auschwitz und Buchenwald". Sekundenlang blieb es still, nachdem Inken Könemund, Schülerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule, die letzten Sätze aus dem Buch von Marie-Louise Lichtenberg vorgelesen hatte. Die Bilder zu den berührenden Porträts, die die Autorin nach Begegnungen mit Überlebenden der nationalsozialistischen Diktatur geschrieben hatte, sind im Remscheider Rathaus ausgestellt.

"Zwischen Glück und Grauen, Goldap und Garnika" ist der Titel des Buches und der Wanderausstellung, die Bürgermeisterin Monika Hein am Mittwochabend eröffnete. Auf ihrer Reise quer durch Europa, angefangen in Goldap in Polen, über Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich, die Niederlande bis nach Gernika in Spanien, hatte Marie-Louise Lichtenberg Überlebende besucht, sich ihre Lebensgeschichte erzählen lassen. Ein Porträt zeigt beispielsweise Joop Levy, der sich als Kind mit seiner jüdischen Familie auf einem Bauernhof in Holland verstecken musste. Ralph Giordano ist zu sehen, der 1923 geboren wurde, in Köln lebt und bis heute antisemitische Droh- und Schmähbriefe erhält.

Auch der Grabstein von Anne Frank ist zu sehen

Dazu zeigt Marie-Luise Lichtenberg auch zehn Bilder aus ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Zu sehen ist etwa der Grabstein von Margot und Anne Frank oder die Inschrift "Arbeit macht frei" am einstigen KZ Sachsenhausen. "Wir fangen in der Schule gerade mit der Zeit der Nazi-Diktatur an. Da klingt es nüchtern. Richtig nah aber geht es mir hier", sagte Naomi Schäffer, als sie vor dem Porträt des Widerstandskämpfers Franz-Josef Müller stand, der Mitglied der "Weißen Rose" war und dessen Geschichte sie gerade vorgelesen hatte.

"Besonders an die Jugendlichen richtet sich meine Ausstellung, denn Erinnern bedeutet Aufklären", betonte Marie-Louise Lichtenberg und lädt für heute Abend ins Jugend-Café in Wermelskirchen ein. Um 19 Uhr beginnt dort ihre Lesung.

  1. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten im Rathaus, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr besucht werden.

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