Polizei verdoppelt ihren Personaleinsatz

Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie

Von Dirk Lotze

REMSCHEID Es sind erschütternde Taten – und die Behörden erhöhen den Druck: Im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie hat die auch für Remscheid zuständige Polizei in Wuppertal im vergangenen Jahr ihren Personaleinsatz verdoppelt. Laut NRW-Innenministerium gibt es landesweit in allen Polizeibehörden erhebliche Rückstände bei den Verfahren – und immense Anstrengungen dagegen. Das positive Signal: Falls ein Kind in Gefahr sein könnte, handeln die Fahnder sofort.

Jedes kinderpornografische Video führt zu neuen Hinweisen und noch mehr Videos. Die Folge ist ein Stau, wenn bei der Polizei die Grenzen von Personal und Computern erreicht sind. Laut Innenministerium ist die landesweite Überlastung bei den Ermittlungen seit 2010 bekannt. Personal und Mittel hätten über Jahre nicht ausgereicht. Ende März 2019 hatte im Durchschnitt jeder eingesetzte Beamte knapp sechs Durchsuchungen zwar genehmigt bekommen, aber noch nicht ausgeführt. Seit Sommer 2019 greifen massive Umorganisationen.

Für die Polizei im Bergischen Land erklärte Sprecher Alexander Kresta auf Anfrage: „Beim Polizeipräsidium Wuppertal zählen die Bereiche sexueller Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie zu den Schwerpunktsetzungen.“ Entscheidend sei die Ausstattung mit Computern. Sie entspreche den Vorgaben.

Bei Gefahr für ein Kind leitet die Polizei Sofortmaßnahmen ein, sagt Kresta: „Hinweisen wird unverzüglich nachgegangen.“ So sei es im Fall eines Rentners gewesen, der im Juni 2019 in Wuppertal in Verdacht geriet. Ein Großaufgebot durchsuchte Haus und Grundstück des Mannes. Die Beamten stellten reihenweise Computerfestplatten sicher. Es folgten bundesweite Ermittlungen. Solche Auswertungen dauerten Monate, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wolf-Tilman Baumert.

Die schnellere Sichtung von Spuren zeigt sich bereits in der Kriminalstatistik der Polizei: Für 2019 weist sie im Bergischen Land 25 Prozent mehr bekannte Fälle von Kinderpornos aus, insgesamt 139 Taten. Aufklärungsquote: 89 Prozent. In Remscheid läuft die Entwicklung genauso.

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