Mein Blick auf die Woche

Politiker leisten sich einen kleinlichen Heizstreit

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Die Remscheider sparen Gas und Strom als würden sie dem Kriegsverbrecher im Kreml höchstpersönlich den ausgestreckten Mittelfinger zeigen wollen. Unter Remscheids Kommunalpolitikern aber ist in der Energiekrise ein kleinlicher Streit darüber ausgebrochen, wo sie mit ihren Bezirksvertretungen tagen dürfen. RGA-Lokalchef Axel Richter fragt: Geht´s noch?

Die Remscheider sollen sparen: 20 Prozent Gas und Strom, damit Deutschland zum Ende des Winters nicht in eine Mangellage schlittert. Die Reaktionen auf den Appell aus dem Rathaus war erwartbar. Soll die Stadt doch erstmal bei sich selbst anfangen, schrieb ein RGA-Leser und verwies auf fortwährend eingeschaltete Außenlampen am Feuerwehrgerätehaus in Lüttringhausen.

Wenig regt die Bürgerinnen und Bürger mehr auf als elektrisches Licht, das nach ihrer Beobachtung in Schulen, Amtsstuben und anderen öffentlichen Gebäuden Tag und Nacht brennt. Nicht erst seit den staatlichen Appellen zum Stromsparen infolge des Ukrainekrieges und der vom Kriegsherrn im Kreml heraufbeschworenen Energiekrise in Deutschland stören sich die Menschen daran, wenn ihre Steuergelder auf diese Weise verschwendet werden. Und das völlig zu recht. Das Licht auszuschalten, kann so schwer schließlich nicht sein.

Will die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen gewinnen, muss sie Vorbild sein. Das gilt für jeden, der im Rathaus arbeitet. Und das gilt auch für jeden Kommunalpolitiker. Doch ausgerechnet sie liefern sich in dieser Woche zum Auftakt der breit angelegten Energiesparkampagne einen Streit, der der gemeinsamen Sache schadet.

Der Heizstreit entzündete sich nach einem Appell des Oberbürgermeisters an die vier Vorsitzenden der Bezirksvertretungen in Remscheid. Sie mögen, um Energie zu sparen, ihre Stadtteilparlamente vorläufig im Rathaus tagen lassen. Allen voran die Aula des Röntgen-Gymnasiums, unter deren hoher Decke das Lenneper Stadtteilparlament zusammenkommt, müsse danach nicht mehr extra geheizt werden.

Lennep-Bürgermeister Markus Kötter folgte dem Appell des Stadtoberhaupts nicht. „Wir tagen in Lennep“, erklärte er stattdessen gegenüber dem RGA mit Hinweis auf die Zuhörer aus Lennep, die an den Sitzungen regelmäßig teilnähmen. Außerdem mache es keinen Unterschied, ob der große Saal im Rathaus oder die Aula des Gymnasiums geheizt werde. Alles andere sei überdies ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung.

Die bemühte der Lüttringhauser Bezirksbürgermeister wohl nicht. Allerdings widersprach auch Jürgen Heuser, wie Mast-Weisz selbst SPD-Mitglied, dem Aufruf des Stadtoberhaupts und bekannte, doch lieber weiter im Rathaus, em Dorp tagen zu wollen.

Es sei dahingestellt, wessen Argumente schwerer wiegen. Ob hier oder oder dort mehr Energie gespart werden kann. Ob es wichtiger ist, den Menschen räumlich nahe zu sein. Oder doch besser gedanklich.

Zur Erinnerung: Wir stehen vor einer nationalen Aufgabe. Aber Remscheids Kommunalpolitiker leisten sich einen Streit darüber, wo sie sitzen und diskutieren dürfen. Der RGA-Leser hat deshalb recht: Fangt endlich bei Euch selbst an.

Die Polizei stellt Internet-Hetzer. Bitte mehr davon.

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