Bei Politik, Fußball und Kindern hört Ehrlichkeit auf

Legte einen sympathischen Auftritt im Lenneper Rotationstheater hin: Comedian Michael Eller. Foto: Roland Keusch
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Legte einen sympathischen Auftritt im Lenneper Rotationstheater hin: Comedian Michael Eller. Foto: Roland Keusch

Comedian Michael Eller gastierte im Rotationstheater

Von Dela Kirchner

Lennep Ein gewisses Maß an Unwahrheit sichert unser soziales Überleben. Eine gewagte These, die Comedian Michael Eller am Freitagabend im Rotationstheater dann auch mit vielen Beispielen und eigenen Erfahrungen untermauern konnte. Nein, am Ende des Abends wird vermutlich niemand im Publikum mehr der Meinung gewesen sein, dass unsere Welt viel schöner wäre, wenn alle immer voll und ganz ehrlich zueinander wären.

„Gefährlich ehrlich“ heißt dann auch das neue Programm, das bisher noch nicht probegespielt und quasi am Lenneper Publikum ausprobiert wurde. „Fühlen Sie sich ausreichend geschützt?“, lautete die Eingangsfrage des gelernten Versicherungskaufmannes, der sichtlich erfreut darüber war, endlich wieder vor einem „echten“ Publikum spielen zu dürfen.

Bei der Beantwortung dieser Frage indes musste im Rotationstheater niemand flunkern – das Team des Theaters hatte wie gewohnt alles dafür getan, damit das Publikum einen sicheren und angenehmen Abend verbringen konnte. Das stimmige Sicherheitskonzept mit festen Zeiten zum Lüften überzeugte auf ganzer Linie. Oder, um es mit den Worten des Protagonisten zu sagen: „Sonst wäre ja auch nur noch eine Telefonkonferenz im Nachbarort möglich gewesen.“

Den Jahreswechsel verbringt Eller bevorzugt auf Kreuzfahrtschiffen

Muss man immer ehrlich sein? Und woran erkenne ich, ob mein Gegenüber ehrlich ist? Der erste Ratschlag des Wahl-Mainzers war dann auch ganz einfach: Wenn es um Politik, Fußball oder Kinder geht, sollte man besser auf keinen Fall ehrlich sein. Das beginnt dann schon beim ersten Ansehen neugeborener Babys, deren unmittelbare Schönheit in den ersten Lebenstagen meist nur für die Eltern sichtbar ist. „Kinder sind für den Nachwuchs der Krone der Schöpfung ja ziemlich lausig konstruiert“, musste der Nicht-Kinderfan feststellen. Und vermutete, dass dies vielleicht auch daran liegen könnte, dass sich „jeder Ingo fortpflanzen kann“.

Die vergangenen Jahreswechsel hat der Comedian bevorzugt auf Kreuzfahrtschiffen verbracht – um zu arbeiten, zu beobachten und dem Winter in der Heimat zu entfliehen. Dort ist er dann der „Michel“, der Komiker auf dem Schiff. Material für zwei Bühnenprogramme ist aus den Erfahrungen an Bord entstanden. „Nach 30 oder 40 Ehejahren zum ersten Mal gemeinsam auf einem Kreuzfahrtschiff – da scheitern viele Paare schon an den falschen Vorstellungen“, plauderte der sympathische Comedian aus dem Nähkästchen. „Und es erkennt sich doch sowieso nie einer selbst.“ Und meint damit den Schminkspiegel selbstverliebter Herrlichkeit, den er seinem Publikum vorhält.

Nach einem äußerst kurzweiligen Abend lautet dann seine Bitte an das Publikum, solche Abende trotz Corona zu verbringen: „Macht das bitte weiterhin – geht da hin!“

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