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Pogromnacht: Pferdestall-Verein ruft zu einem stillen Gedenken auf

Bei der Eröffnung der Sinti-ausstellung am 11. September im Pferdestall: Hans Heinz Schumacher und Bluma Meinhardt. Foto: Roland Keusch
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Bei der Eröffnung der Sinti-ausstellung am 11. September im Pferdestall: Hans Heinz Schumacher und Bluma Meinhardt.
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Feierstunde am 9. November musste abgesagt werden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Der sich verschärfende Pandemie-Verlauf zwingt den Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid die Veranstaltung zum Gedenken an die Verbrechen in der Reichsprogromnacht am 9. November abzusagen. Dies entschieden Vereinsvorsitzender Hans Heinz Schumacher und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Stattdessen wird es um 12.30 Uhr ein stilles Gedenken mit einer Kranzniederlegung für die Opfer vor dem Pferdestall geben.

Viel Arbeit hatte der Verein in die Planung gesteckt. Auch wenn Corona von vorneherein für einen abgespeckten Rahmen gesorgt hätte mit nur 40 bis 50 Besuchern, gab es eine Zusage von NRW-Innenminister Herbert Reul und dem Oberbürgermeister. Auch der Polizeipräsident und ein Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal hätten auf der Gästeliste stehen und eine Ansprache halten sollen. „Es ist sehr schade, dass wir nun keine Gedenkfeier haben werden. Uns ist aber wichtig, dass das Ereignis dieses Jahr nicht völlig untergeht“, versichert Schumacher.

Im Pferdestall hätte am 9. November auch eine Videobotschaft von Gad Frank eingespielt werden sollen. Als Vierjähriger war er mit seinen Eltern aus der Hindenburgstraße nach Palästina umgezogen. Heute lebt der betagte Jude in einem Kibbuz nahe der libanesischen Grenze im Norden Israels. Zu Schumacher pflegt er einen ausgezeichneten Kontakt. Die Aufzeichnung des Gespräches der beiden soll nun zu einem späteren Zeitpunkt im Pferdestall gezeigt werden.

Durch die aktuelle Krisenentwicklung fiel auch das Konzert von der Sintezza Bluma Meinhardt und ihrer Band Romeny Jag (Zigeunerfeuer) im Teo Otto Theater am gestrigen Freitag aus. Meinhardt will es aber nachholen. Der Pferdestall-Verein überlegt, es am 3. März 2021 nachzuholen, dem Tag im Jahr 1943, an dem auch in Remscheid Sinti und Roma zusammengetrieben und in Zügen deportiert wurden.

Auf einem guten Weg sieht Hans Heinz Schumacher das Verlegen der Stolpersteine an der Klausener Straße, die an das Schicksal der dort in einem Barackenlager lebenden Sinti erinnern sollen. Der auf Stolpersteine spezialisierte Kölner Künstler Gunter Demnig ist für die Verlegung angefragt. Obendrein gibt es einen Entwurf von der niederländischen Bildhauerin Ayla Corstanje-Uncu, einer Freundin von Bluma Meinhardt, für ein Denkmal, das nebenan im Klausener Wald errichtet werden soll.

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