Straßenname

Platz ist nach früherem Oberbürgermeister benannt

Karl-Jarres-Platz erinnert an einen umtriebigen OB. Foto: Roland Keusch
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Karl-Jarres-Platz erinnert an einen umtriebigen OB.

Karl Jarres wirkte vier Jahre in seiner Heimatstadt Remscheid.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Mitten in der Remscheider Innenstadt, wo sich Hindenburg- und Alleestraße treffen, befindet sich der Karl-Jarres-Platz. Benannt ist er nach einem ehemaligen Remscheider Oberbürgermeister. Dessen Geschichte hat Laura Wachsman, Auszubildende im Stadtarchiv, recherchiert. Jarres war gebürtiger Remscheider. Er kam am 21. September 1874 zur Welt. Er besuchte das Humanistische Gymnasium in Elberfeld, ehe er in London, Paris und Berlin Recht studierte. Seit 1901 arbeitete er im Kommunaldienst.

Die ersten fünf Jahre seines Berufslebens war Karl Jarres Beigeordneter der Stadt Düren. In diese Zeit fiel auch seine Hochzeit: 1903 nahm er Freya Maria Schüll aus Düren zur Frau. Ein Jahr später wurde Lotte, eine von zwei Töchtern des Paares, geboren.

Beruflich verschlug es Jarres nach Köln. Dort war er von 1907 bis 1910 als Beigeordneter tätig, eher er direkt im Anschluss Oberbürgermeister seiner Heimatstadt wurde. In seine Amtszeit in Remscheid fällt die Verleihung des Roten Adlerordens. Dabei handelte es sich um den zweithöchsten Orden im preußischen Staat für besondere Verdienste.

Von Remscheid zog es ihn ins Ruhrgebiet. Von 1914 bis 1933 war Karl Jarres Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. In diesen Zeitraum fallen zahlreiche weitere Tätigkeiten. Zwischen 1914 und 1918 gehörte Jarres dem Preußischen Herrenhaus an. Ab 1919 war er 14 Jahre land Provinziallandtagspräsident. Ebenfalls seit 1919 saß er im Preußischen Staatsrat. Beim Ruhrkampf verhafteten ihn die belgischen Besatzer 1923 und bestraften ihn mit zwei Monaten Gefängnis. Im selben Jahr wurde er Reichsminister des Inneren. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 erhielt Jarres im ersten Wahlgang die meisten Stimmen, zog jedoch seine Kandidatur zugunsten Paul von Hindenburg zurück. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 wurde das Mitglied der Deutschen Volkspartei seiner politischen Ämter enthoben. Karl Jarres wendete sich in der Folge der Wirtschaft zu. Unter anderem betätigte er sich bei der Demag AG und den Klöckner-Werken. Er starb am 20. Oktober 1951 in Duisburg.

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