Symphonic Floyd

Pink Floyd wird zum einzigartigen Rockspektakel

Der rockmusikalische Kern auf der Bühne der Dortmunder Westfalenhalle: Green mit (v. l.) Lea Bergen (Gesang), Demian Hache (Schlagzeug), Milla Kapolke (Gesang, Bass), Deva Tattva (Keyboards), Manu Kapolke (Gesang, Gitarre, Keyboards), Bubi Hönig (Gitarre), Michi Rolke (Saxofon, Keyboards, Gitarre), Mudita Kapolke (Percussion) und Rolf Möller (Schlagzeug). Foto: Birgit Klohs
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Der rockmusikalische Kern auf der Bühne der Dortmunder Westfalenhalle: Green mit (v. l.) Lea Bergen (Gesang), Demian Hache (Schlagzeug), Milla Kapolke (Gesang, Bass), Deva Tattva (Keyboards), Manu Kapolke (Gesang, Gitarre, Keyboards), Bubi Hönig (Gitarre), Michi Rolke (Saxofon, Keyboards, Gitarre), Mudita Kapolke (Percussion) und Rolf Möller (Schlagzeug).

Symphonic Floyd in der Dortmunder Westfalenhalle – Milla Kapolke und seine Band Green kommen am 7. Mai mit großer Besetzung.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Rockranch in Hagen-Vorhalle ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier gab sich seit 1978 alles die Klinke in die Hand, was der grauen Westfalenmetropole zu NDW-Zeiten plötzlich einen bunten Anstrich verlieh. Die Ramblers, Extra–breit, Nena, Tic Tac Toe und viele andere Rock- und Pop-Hungrige brachen von dem unscheinbaren Flachbau aus der Provinz ins bundesweite Rampenlicht auf.

Die ehemalige Kneipe, früher eingebettet in ein Bauerngehöft, dient schon lange nicht mehr als Tonstudio. Geprobt wird hier aber seit über 40 Jahren. Gelegen im Grünen zwischen einem kleinen Gewerbegebiet und der Autobahn 1 ist es heute die Kreativwerkstatt von Extrabreit und dem Hagener All-Star-Ensemble Green. Letzteres schickt sich an, von der Ranch aus ein weiteres Kapitel Hagener Rockgeschichte aufzublättern. Am Samstag, 7. Mai (20 Uhr), treten die Profis zum Nachholtermin in der großen Dortmunder Westfalenhalle an.

Wir haben Pink Floyd zu einem eigenen Hörerlebnis werden lassen.

Milla Kapolke, Bassist und Sänger

Mit Symphonic Floyd holt die Band um ihren Hückeswagener Bandleader Milla Kapolke nach, was vor zwei Jahren hätte stattfinden sollen, aber in der beginnenden Corona-Zwangspause von Veranstalter Fred Handwerker (Unna) weitsichtig nach vorne geschoben worden war. Bei Milla Kapolke, 69 Jahre alt, früher Bassist und Sänger bei Grobschnitt und Remscheidern als Lehrer an der Waldorfschule in Bergisch Born bekannt, ist die Vorfreude auf das Spektakel riesig. Endlich wieder raus. „Wir dürsten nach Dortmund“, gibt Schlagzeuger Rolf Möller die Losung aus.

Eine Hundertschaft wird auf der Bühne alle Dekaden des genialen Schaffens von Pink Floyd zelebrieren. Zum Bandkern gesellt sich das 40-köpfige Philharmonische Orchester der Stadt Hagen plus Kinderchor. Sie alle stehen für einen ungewöhnlichen Pink-Floyd-Genuss, der sich bewusst auch abwärts der kommerziellen Pfade bewegt, die Gilmour, Waters, Mason und Wright Millionenverkäufe bescherten.

Dreieinhalb Stunden dauert die Show. Sie rankt sich um das komplett durchgespielte „Dark side of the moon“, Klassiker von „Wish you were here“, „Meddle“ und „The wall“ sowie eine Marathonnummer, die selbst Floyd fast nie live im Programm hatten: das Titelstück „Atom heart mother“, 23.44 Minuten lang, sperrig, komplex, orchestral, nur phasenweise eingängig.

Die mutige, gleichwohl bandintern zunächst kritisch beäugte Idee, sich dran zu wagen, hatte Rolf Möller, als er die Scheibe von 1970 mit der Kuh auf dem Cover aus seinem Plattenregal zog. Einen Begriff hören Green nicht gerne. „Wir verstehen uns nicht als Tribute-Band, sondern haben Pink Floyd durch Orchester, Chor und Umarrangements zu einem eigenen Hörerlebnis werden lassen“, betont Milla Kapolke.

Was auf der Bühne geschieht, verlangt höchste Konzentration im Wechselspiel von Orchestermusikern, die nach Noten agieren, und den Rockmusikern, die ihren anspruchsvollen Part aus dem Kopf abrufen. Das Erstaunliche: Nachdem Andres Reukauf Orchester und Chor die Arrangements auf den Leib geschrieben hatte, reicht kurz vor dem Auftritt eine Generalprobe, um die musikalisch so völlig unterschiedlichen Parteien zusammenzuführen.

Als Symphonic Floyd nach acht ausverkauften Auftritten im Hagener Stadttheater am 9. Februar 2019 erstmals in der Dortmunder Westfalenhalle aufgeführt wurde, verabschiedeten die 4500 Besucher die Musiker schon in die Pause mit stehenden Ovationen.

Die Pandemie hat nicht dazu geführt, auszumisten und den opulenten Live-Set zu entschlacken. „Pink Floyd ist einfach eine Herzensangelegenheit für uns“, sagt Kapolke. Und so wurde das Programm sogar um zwei Stücke erweitert: „Hey you“ und „The show must go on“ von „The wall“. Es wird wohl nach Mitternacht werden, bevor die Fans die große Halle beseelt und noch mit Gänsehaut verlassen werden.

Kartenvorverkauf für Westfalenhalle

Die Karten für „Symphonic Floyd“ am Samstag, 7. Mai (20 Uhr), sind gestaffelt und kosten zwischen 64,50 und 48,50 Euro. Es gibt sie unter
www.myticket.de
www.eventim.de
www.westfalenhallen.de

Präsentiert wird die dreieinhalbstündige Show von Green, bestehend aus Mitgliedern der Kultbands Extrabreit und Grobschnitt, dem Philharmonischen Orchester Hagen sowie dem Opern- und Kinderchor.

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