Meine erste Platte

Pink Floyd ist seine große Leidenschaft

Udo Bintakies ist bis heute ein leidenschaftlicher Fan der britische Band Pink Floyd. Er besitzt alle Platten der Gruppe auf Vinyl und als CD. Foto: Roland Keusch
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Udo Bintakies ist bis heute ein leidenschaftlicher Fan der britische Band Pink Floyd. Er besitzt alle Platten der Gruppe auf Vinyl und als CD.

Udo Bintakies hört gemeinsam mit seiner Ehefrau Judith viel Rockmusik.

Von Peter Klohs

Remscheid. Wenn der Vater ein erklärter Freund von Volksmusik ist und die aus Ostfriesland stammende Mutter das Liedgut ihrer Heimat favorisiert, ist es für einen Jugendlichen schwer, die Musik zu hören, die er wirklich mag. So erging es Udo Bintakies, der, 1955 in Remscheid geboren, prädestiniert dazu war, die Rockmusik der 70er-Jahre sozusagen einzusaugen. Letztlich kam es ja auch so.

„Mein Vater schenkte mir zum 17. oder 18. Geburtstag eine LP von Joe Cocker“, erinnert er sich. „Wie er dazu kam, weiß ich bis heute nicht.“ Immerhin hörte der junge Udo Mel Sondocks Sendungen im Radio, verliebte sich ein wenig in die Band Creedence Clearwater Revival und kam so in Kontakt mit der populären Musik dieser Zeit.

Seine Ausbildung machte der später als Elektriker im Sondermaschinenbau beschäftigte Remscheider in Wuppertal. „Und da gab es einen kleinen Plattenladen“, erzählt er, „der auch ausgefallene Sachen hatte, wo man den Kopfhörer aufsetzen und eine LP anhören konnte. Und da hörte ich zum ersten Mal die Musik, die mich stark interessierte und mich sofort gefangen nahm: Pink Floyd.“

Seine erste Platte war „Dark side of the moon“, aber es sollte nicht die letzte sein. Er kaufte sich nach und nach alle Platten der britischen Band, von „Obscured by clouds“ bis „The Wall“, von „Ummagumma“ bis „The final cut“.

Sein erster Konzert war ein Auftritt von Marius Müller-Westernhagen

Eines Tages waren die LPs natürlich „abgenudelt“ und nicht mehr zu hören, was Udo Bintakies jedoch nicht erschütterte. Er kaufte sich alles auf CD nach. Zu seinen vielen Pink Floyd-LPs, die er noch besitzt, gehört auch eine obskure Platte mit dem Titel „Darker side of the moon“, die man nicht auf jeder Plattenbörse findet und offiziell bei EMI in Brasilien erschienen ist. Sehr selten, sehr teuer. Auch einige Sonderpressungen seiner ersten Platte sind in seinem Besitz. „Das war Musik, die sich in keine Schublade stecken ließ“, sagt Udo heute über seine Faszination. „Und man brauchte nur eine LP-Seite zu hören und war vollkommen relaxt.“

Obwohl Pink Floyd seine Leib- und Magenband wurde und blieb, hörte Udo Bientakis auch viele andere Musiker. So kaufte er, direkt nach seiner ersten Platte, das Debütwerk von Kiss und „Slayed?“ der Glamrock-Ikone Slade. Das ist Musik, die leise zu hören keinen Spaß macht. Und die Eltern? „Ach ja“, seufzt Udo, „solange es nicht zu laut wurde, haben sie das schon geduldet.“

1978 besuchte er sein erstes größeres Konzert. Es war in Düsseldorf, in einer Halle, die 1000 Besucher fasste und Marius Müller-Westernhagen war zu Gast, der gerade – es war 1978 – mit der Pfefferminz-LP Aufsehen erregte. „Da war er noch gut“, urteilt Bintakies. „Ich habe ihn später noch verschiedene Male live gesehen. Da war er schlecht. Zu kommerziell und arrogant.“

Pink Floyd hat er selbstverständlich auch live gesehen: Zur „Pulse“-Tour im Gelsenkirchener Parkstadion. „Soundmäßig das Größte“, sagt er, noch immer begeistert, „und mit Abstand das beste Konzert, das ich je besucht habe.“

Musikalisch hat ihn auch die Godmother of Punk, Nina Hagen, durchaus beeindruckt. „Die kann auch live mit ihrer Stimme unglaubliche Sachen machen“, weiß Bintakies.

Nach wie vor hört er viel Rock, oft aber auch gemeinsam mit seiner Frau Judith die leider noch immer recht unbekannte amerikanische Musikerin Judie Tzuke. „Die möchte ich noch live sehen“, wünscht er sich. „Aber die kommt nur alle dreißig Jahre nach Europa. Da muss ich viel Glück haben.“

Zur Person

Wenn es die Umstände erlauben, ist Udo Bintakies, 1955 in Remscheid geboren und seit jeher in der Stadt lebend, gerne mit seiner Frau Judith fotografisch unterwegs (Juudo-Fotografie). Der gelernte Elektriker mag keine Musik, die härter als Metallica ist, findet, das „Operette nervt“ und empfindet extremen Techno als störend.

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