Weltklassik

Pianistin gelingt ein außergewöhnlicher Kunstgriff

Sofja Gülbadamova ruhte am Klavier in sich selbst.
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Sofja Gülbadamova ruhte am Klavier in sich selbst.

Pianistin Sofja Gülbadamova in der Klosterkirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die 1981 in Moskau geborene Pianistin Sofja Gülbadamova ist eine hoch angesehene und international tätige Musikerin, die seit 1992 Konzerte spielt. Bereits mehrere Male konnte sie ihre Kunst in der Lenneper Klosterkirche zeigen. Diesmal lauschten mehr als 40 Gäste ihrem aktuellen Programm.

Die „Gesänge der Frühe“ von Robert Schumann werden in Konzerten nicht oft gespielt, zu „eigenartig“, zu sehr ins Jenseits gerichtet scheinen sie zu sein. Gülbadamova hatte die fünf Miniaturen bewusst gewählt. „Die Stücke sind sehr nach innen gerichtet und haben etwas Religiöses an sich“, sagte sie. Und so gestaltete sie diese Musik, die mehr Stimmungen als Tonmalerei sind, sehr intim und beinahe zerbrechlich. Bereits in dieser frühen Konzertphase zeigte sich die außergewöhnliche Sensibilität der Pianistin.

Ohne Pause ging die russische Musikerin in die Klavierstücke op. 76 von Johannes Brahms über, ein Kunstgriff, der überzeugte, denn die Musik ist der von Schumann nah, ohne sie zu kopieren. Die von Brahms 1879 veröffentlichten acht kleinen Pianostudien klingen herber als die des eine Generation jüngeren Kollegen und Freundes, spröder, zerfaserter. Aber auch in dieser Musik können die aufmerksam lauschenden Gäste filigrane Schönheiten entdecken.

Gülbadamova ruht in sich selbst

Nach der Pause widmete sich Gülbadamova den „Liedern ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. „Dazu sollte man eigentlich nichts sagen“, befand die Künstlerin. „Musik kann die Herzen vollkommener füllen als es alle Worte vermögen.“ Sehr in sich selbst ruhend, spielte die Pianistin zwölf ausgewählte Kleinodien aus verschiedenen Büchern des in Hamburg geborenen Komponisten, beginnend mit dem ersten Stück aus dem ersten Heft op. 19, jenem zu Musik gewordenen Diamanten, dessen Melodie zwischen Herzschmerz und Trost hin und her pendelt, bis hin zum sechsten und letzten Heft op. 67.

Begeisterter Applaus belohnte die Musikerin, die es sich nicht nehmen ließ, ein halbwegs unbekanntes und posthum veröffentlichtes Werk von Franz Schubert als Zugabe zu spielen. Das Minuetto und Trio beschloss einen meisterhaften Konzertabend.

Das Duo Attila Szekely und Artur Pacewicz wird sich am 20. November am gleichen Ort der französischen Klaviermusik widmen.

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