Konzert

Pianist überzeugt mit Wohlklang und Ausdruckskraft

Alexey Lebedev. Foto: Roland Keusch
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Alexey Lebedev.

Alexey Lebedev ist ein vielfach ausgezeichneter Pianist. Bei Weltklassik am Klavier zeigte er sein Können mit Beethoven und Chopin.

Von Daniel Diekhans

Wenn Alexey Lebedev spielt, klingt das Schwierige einfach und das Schöne ganz natürlich. Wohl deshalb gewann der russische Pianist schon in jungen Jahren 15 erste Preise bei europäischen Wettbewerben. Als Klavier-Professor einer südkoreanischen Universität führt der 36-jährige inzwischen selber junge Talente zum Erfolg.

Weltklassik am Klavier ist er dennoch treu geblieben. Zu seinem Gastspiel kamen 120 Besucher in die Klosterkirche, und Veranstalterin Andrea Lugg freute sich, einige neue Gesichter begrüßen zu können. Lebedev spielte Beethoven und Chopin. Seine Interpretationen zeigten, wie gut er fließende Übergänge schafft zwischen laut und leise, Drama und Versenkung.

Vorbildlich war seine Lesart von Chopins „Études“ op. 10. Er trumpfte nicht mit schierer Technik auf, sondern verband Wohlklang mit nuancierter Ausdruckskraft. Schon nach dem Auftakt im Allegro äußerten die Ersten ihre Bewunderung. Delikat behandelte Lebedev das Thema der bekannten Nr. 3 und wechselte dann zum furiosen Mittelteil über. Im folgenden „Presto“ klangen die Mittelstimmen bewegt und durchdringend zugleich. „Menschenskind“, rief einer im Saal.

Zuhörer forderten lautstark Zugabe

Zwischen den Stücken atmete der Pianist durch und setzte dann umso entschlossener fort. Der Zyklus schloss mit der „Revolutionsetüde“. Wieder mussten sich Lebedevs Hände weit über die Tasten spannen. Wie Trompetenstöße klangen die Motive der rechten Hand, während die linke schnelle Sechzehntelläufe spielte. Die Reaktionen des Publikums waren eindeutig: „Bravo! Super!“

Eindruck machte der Pianist auch mit Chopins „Bolero“. Eine spannende Mischung aus spanischem Kolorit und polnischen Tanzrhythmen – und fast 100 Jahre vor Ravels gleichnamigem Stück komponiert.

Auch Beethovens 7. Klaviersonate widmete sich der Interpret. Hier verbanden sich Tiefe und Virtuosität zu einem Ganzen. So im „Largo“, dem leidenschaftlichen 2. Satz. Die Zugabe, die das Publikum lautstark forderte, kehrte noch einmal zu Beethoven zurück. Mit dem Finalsatz der „Sturm“-Sonate schloss Alexey Lebedev das Konzert ab.

Besucherin Susanne Schneider lobte den „fantastischen Anschlag“. „Hervorragende Musik, um die Seele baumeln zu lassen“, meinte Ehemann Dirk.

Das nächste Weltklassik-Konzert gestaltet die koreanische Pianistin Yu Mi Lee. Sie spielt am 18. September Klassiker von Mozart bis Liszt.

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