Konzert

Pianist begeistert in der Klosterkirche

Mikhail Dantschenko machte das Weltklassik-Konzert in der Lenneper Klosterkirche zu einem Erlebnis. Foto: Doro Siewert
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Mikhail Dantschenko machte das Weltklassik-Konzert in der Lenneper Klosterkirche zu einem Erlebnis.

Bei Weltklassik am Klavier glänzt Mikhail Dantschenko mit romantischen Klängen

Von Daniel Diekhans

Lennep Beethoven, Schumann, Chopin – Mikhail Dantschenko kehrte mit einem Programm in die Klosterkirche zurück, das wohl jeden Pianisten fordert. Dabei gab er mit seinem nuancierten Spiel so unterschiedlichen Formen wie Sonate und Ballade einen überzeugenden Ausdruck. Hinzu kommt das Handwerk, das Dantschenko an den Musikhochschulen von Kiew und Hannover sorgfältig gelernt hat.

„Pathétique“, der Beiname von Beethovens 8. Sonate, zielt direkt auf ihren emotionalen Gehalt ab. 90 Weltklassik-Gäste waren denn auch beeindruckt, wie Dantschenko den Kopfsatz mit größtmöglicher Intensität auflud – vom „Grave“ mit seinen wuchtigen Akkorden bis hin zum vibrierenden „Allegro“. Geradezu erlöst widmete er sich dem Mittelteil, in dem sich stürmische und innige Töne die Waage hielten. Im Finale steigerte er Schritt für Schritt die Spannung – so gelang der Bogenschlag zum Auftakt.

Der Pianist gönnte sich keine Verschnaufpause und ging zu Schumanns „Fantasiestücken“ über, in denen Eindrücke und Empfindungen nachgezeichnet werden. Was beim „Abend“-Stück mit ruhig atmenden Triolen begann, verwandelte sich im abschließenden „Nacht“-Stück in stürmische Läufe. Nicht so bekannt wie die „Fantasiestücke“, aber nicht weniger reizvoll sind Schumanns „Etüden in Form freier Variationen“. Wie vom Komponisten intendiert, ließ Dantschenko hier immer wieder das Thema des zweiten Satzes von Beethovens 7. Symphonie aufscheinen – mal feierlich, mal subtil im Hintergrund intoniert.

Kräftigen Applaus und Jubel erntete der Pianist auch mit seinen Chopin-Interpretationen. Im Nocturne Nr. 1 arbeitete er das Drama heraus, das sich aus der Spannung zwischen lyrischem Hauptteil und „feurigen“ Einwürfen ergibt. Gekonnt schloss er seine Auswahl mit der virtuosen Ballade F Dur ab.

Mit Veranstalterin Andrea Lugg kann man jetzt nur hoffen, dass Dantschenkos Auftritt nicht schon das letzte Weltklassik-Konzert dieses Jahres gewesen ist.

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