Betreuung

Pflegeberatung ist auch daheim möglich

Die neue Pflegeberaterin der Stadt, Diplom-Sozialarbeiterin Bianca Göhler, hat vor zwei Monaten ihre Tätigkeit aufgenommen. Beratung in diesem Bereich sei „ein Traumjob“, sagt sie.
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Die neue Pflegeberaterin der Stadt, Diplom-Sozialarbeiterin Bianca Göhler, hat vor zwei Monaten ihre Tätigkeit aufgenommen. Beratung in diesem Bereich sei „ein Traumjob“, sagt sie.
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Bianca Göhler füllt die lange vakante Stelle bei der Stadt aus. Sie ist im ständigen Austausch mit der Wohnberaterin.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Stadt Remscheid hat wieder eine Pflegeberaterin. Seit acht Wochen füllt Bianca Göhler eine Stelle aus, von der die 49-jährige Wuppertalerin sagt: „Beraten zu können ist ein Traumjob.“ Wichtig ist es obendrein. „Denn viele Menschen, die Leistungen in Anspruch nehmen können, tun dies aus Unwissenheit oder Scham nicht.“ Aufzuklären und weiterzuhelfen nennt die studierte Sozialarbeiterin ihre prominenteste Aufgabe. Über fünf Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland, die Remscheider Statistik weist Ende 2019 insgesamt 6783 Pflegebedürftige aus, davon 1110 in stationärer Betreuung.

Über 50 Prozent werden daheim von Angehörigen privat versorgt. „Dies wird ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit sein“, kündigt Bianca Göhler. Denn gerade pflegende Angehörige opfern sich vielfach rund um die Uhr auf, benötigen aber Entlastung, um ihre Hilfe langfristig aufrecht erhalten zu können.

Nach ihrem Anerkennungsjahr bei der Stadt Wuppertal in 2000 war Bianca Göhler beim dortigen Jugendamt, wechselte später zu einem freien Träger in die offene Kinder- und Jugendarbeit, betreute ein Familienzentrum und war zudem in Wuppertal-Ostersbaum mit Quartiersentwicklung betraut. Die vergangenen beiden Jahre leitete sie bei der Caritas Wuppertal den Sozialen Dienst in einem Pflegeheim. Jetzt kommt eine weitere Facette in ihrer beruflichen Vita hinzu, die sie mehr in die beratende Tätigkeit führt.

„Wir müssen einfach erreichbar sein und öffentlich präsenter.“

Bianca Göhler, Pflegeberaterin

Über mehrere Monate war die Stelle unbesetzt, ihre Vorgängerinnen waren lange Claudia Gottschalk-Elsner und Andrea Wild, danach Angela Schwarz und Annette Mertens. Bianca Göhler hat eine 70-Prozent-Stelle, für die Mutter eines kleinen Jungen momentan die richtige Stundenzahl. Handicap zurzeit: Ihr Übergangsbüro im Haus Alleestraße 66 ist nicht so einfach erreichbar. Für sie und ihre Kollegin, die Wohnberaterin Sabine Schneider, mit der sie sich ein kleines Zimmer im zweiten Stock teilt, wären größere, ebenerdige Räumlichkeiten deutlich günstiger. „Wir müssen einfacher erreichbar sein und öffentlich präsenter“, fordert die Pflegeberaterin. Die Stadt prüft, wo dies möglich ist.

Für die Menschen da zu sein, heißt ausdrücklich: „Wir machen gerne Hausbesuche.“ Auch im Doppel mit Sabine Schneider, die mit dem Zollstock in der Hand nachmisst, ob Wohnungen perspektivisch behindertengerecht sind, Tipps gibt, wie man mit einfachen Mitteln ein Bad umbaut, während Bianca Göhler über die Finanzierung von Pflege, Entlastungsleistungen, Anträge auf Pflegegrade, Pflegehilfsmittel oder „Essen auf Rädern“ informiert.

Beide sind bestrebt, ganz nah dran zu sein an den Unterstützungsbedürftigen. Dazu zählt, dass sie sich einmal im Monat in den Quartierstreff in Klausen begeben, um ins Gespräch zu kommen. Bei Bianca Göhler ist dies der dritte Donnerstag jeweils von 9 bis 11 Uhr. Das Angebot soll ausgebaut werden. „Perspektivisch überlegen wir, auch nach Lennep zu gehen.“

Wieder aufleben soll die städtische Vortragsreihe „Gut beraten“, die einmal im Monat einladen soll, sich über Pflege und Wohnen zu informieren. „Zum Beispiel, wenn neue gesetzliche Bestimmungen kommen.“ Göhler hat weitere Ideen, um Kontakte zu knüpfen: „Wir werden uns auf die Wochenmärkte begeben und mit unseren Broschüren präsentieren.“ Heute stellt sich die Neue bei der Sozialberatung des Sana vor. Auch Vernetzung hilft ungemein weiter. Pflege ist ein ungemein weites Feld. Wer in die Situation kommt, dies in Anspruch nehmen zu müssen, zählt nicht unbedingt zur Generation, die Antworten auf Fragen googelt. Bei Bianca Göhler können sie unter Tel. 16 27 40 nachhaken.

Kontatktaufnahme mit der neuen Pflegeberaterin

Bianca Göhler ist bei der Stadt Remscheid unter der Tel: 16 27 40 oder per E-Mail „pflegeberatung@remscheid.de“ erreichbar. Sie sitzt in der Alleestraße 66 (Volksbank-Gebäude), 2. Stock (Zimmer 2.26). Ihre Sprechzeiten sind montags bis freitags 8 bis 12 Uhr; persönliche Termine sind nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich. Die Beratung erstreckt sich auf ambulante Pflege, vollstationäre Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege, teilstationäre Pflege oder Service-Wohnen. Das Pflege-Angebot der Stadt Remscheid ist kostenlos.

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