Hasenberger Gespräche

Pfarrer zeichnet Adolf Clarenbachs Leben nach

Hasenberger Gespräche widmeten sich einem Reformator, der in Lüttringhausen geboren wurde.

Von Sabine Naber

Remscheid. Um Adolf Clarenbach ging es am Montagabend bei den Hasenberger Gesprächen. Pfarrer Hans Jürgen Roth schilderte den Lebensweg des Reformators anschaulich, zeigte zahlreiche Fotos der Orte, die Clarenbach geprägt haben.

„Es war eine Zeit des Umbruchs, in der Adolf Clarenbach um 1495 im heutigen Buscherhof geboren wurde. Ein Ort, der kirchlich zu Lüttringhausen, politisch zu Lennep gehörte. Sein Vater hatte dort eine Schmiede und einen Bauernhof, seine Eltern waren relativ fromm, vermittelten ihm und seinen Geschwistern eine gute, christliche Gesinnung“, schilderte Roth Clarenbachs Kindheit.

Nach der Stadtschule in Lennep besuchte er eine vom Humanismus geprägte Schule in Münster, lernte dort Griechisch, Latein und Hebräisch. „Mit 19 Jahren ging er zum Studium nach Köln mit dem Ziel, Lehrer zu werden“, erzählte Roth und zeigte ein Bild mit dem Wappen dieser Universität. Dort habe Clarenbach neue Welten, den Geist des Humanismus entdeckt. Gelernt, unabhängig vom kirchlichen Machtangebot, Entscheidungen nach dem eigenen Gewissen zu treffen. „Die Bibel war für ihn eine Angelegenheit des Herzens.“

„Luther-Lehrer“ eckte bald an – er wurde zum Tod verurteilt

Zunächst als Privatlehrer in Köln, später in Münster als Konrektor an der Schule St. Martin, habe er es verstanden, Schüler zu begeistern. Hier habe er erstmals „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ von Martin Luther gelesen. „Clarenbach wollte keine neue Kirche. Aber die alte verbessern“, betonte Roth. Aber er sei angeeckt, weil er unter anderem dafür eintrat, dass Heiligenbilder aus den Kirchen verschwinden sollten. Man verwies ihn 1523 aus der Stadt. Er reiste von Ort zu Ort, errichtete freie, lateinische Privatschulen. „Er wurde als Luther-Lehrer verleumdet. Und selbst seine Mutter fragte ihn, was er für närrische Predigten hielt.“ Er habe versucht, sie zu überzeugen. Aber sie ahnte, dass es für ihren Sohn nicht gut ausgehen würde. „Die Beyenburger Mönche klagten ihn ob seiner unverschämten Lügen an. Sie hatten bald Erfolg“, fasste es der Referent zusammen.

Clarenbach habe weiter Kritik an der Heiligenverehrung, dem Zölibat und dem Papst geäußert, denn er war überzeugt, dass die Kirche auf Erden kein Oberhaupt habe. Roth schilderte den langen Weg Clarenbachs, bis er in Köln der Ketzerei angeklagt und schließlich zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Am 29. September 1529 wurde er verbrannt.

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