Pfarrer Helmut Spengler erlebt die Pension als steten Unruhestand

Die Musik prägt sein Privat- und Berufsleben durch und durch. Auch als Pensionär gehört die Beschäftigung am Klavier für Helmut Spengler zu seinem Alltag.
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Die Musik prägt sein Privat- und Berufsleben durch und durch. Auch als Pensionär gehört die Beschäftigung am Klavier für Helmut Spengler zu seinem Alltag.

Seinen Beruf habe er nie als Belastung angesehen: "Schon am Ende der Oberstufe stand für mich fest, dass ich Pfarrer werden wollte", sagt Helmut Spengler, dessen Vater 44 Jahre Pfarrer in Lennep war. Sein Vikariat hatte der in Remscheid überaus beliebte Pfarrer in der Johanneskirche absolviert, seit 1971 war er Pfarrer in der Versöhnungskirche am Zentralpunkt, 1994 wechselte er aus persönlichen Gründen nach Köln.

"Der Abschied aus Remscheid ist mit sehr schwer gefallen. In den 25 Jahren in der Versöhnungskirche habe ich viel aufgebaut, hatte gute Beziehungen zu den Gemeindemitgliedern", sagt Helmut Spengler (73).

Er kann sich noch gut an den "Salzschlifer Kreis" erinnern, denn die Seniorenarbeit war auch in Remscheid ein Schwerpunktthema in seiner Arbeit. 14 Jahre lang war er mit den Remscheider Seniorinnen und Senioren einmal im Jahr zu einer Seniorenfreizeit nach Bad Salzschlirf gefahren. Und als er seinen Einführungsgottesdienst in Köln hatte, da kamen rund 200 Gemeindemitglieder aus Remscheid nach Köln.

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"Die Kölner fanden kaum noch Platz", erinnert sich Helmut Spengler lachend an diesen Sonntagvormittag. Die rund elf Jahre in Köln bezeichnet der Pfarrer als eine "wunderschöne Zeit". Nicht zuletzt, weil Köln seiner Mentalität sehr entgegen kam. Ein ausgesucht starkes Presbyterium habe er in Köln vorgefunden. Und das Kollegen-Team hätte er nicht besser antreffen können. Viel habe man in dieser Zeit zusammen erreicht. "Ein halbes Jahr vor meiner Pensionierung habe ich die Kollegen gefragt, ob ich noch etwas machen soll. Hätten sie nein gesagt, wäre ich aus Lindenthal weggezogen."

Auch heute, acht Jahre nach der Pensionierung, engagiert sich Spengler in der Seniorenarbeit. Rund 50 Senioren kommen in jeder Woche ins Gemeindehaus, für sie gestaltet der ehemalige Pfarrer ein Programm. Und hat sich dafür aus dem Kreis der Nichtsesshaften, die er ebenfalls ehrenamtlich betreut, einen Mitarbeiterstamm aus vier Männern und zwei Frauen rekrutiert.

Vor vielen Jahren "Mixed Generations" gegründet

In Remscheid hatte Helmut Spengler vor Jahren einen Gospelchor ins Leben gerufen. Heute wird der unter der Überschrift "Mixed Generations" von seinem Sohn Christoph Spengler, dem Kantor der Versöhnungskirche, weitergeführt. Auch in Köln ist die Musik ein wichtiger Teil seines Lebens geblieben. Nach der Pensionierung gründete er einen Kinderchor. "Und vor fünf Jahren bin ich gebeten worden, einen Schulchor zu übernehmen", schildert der Pfarrer überzeugend, dass sein Ruhestand eher einem Unruhestand ähnelt.

Sportlich ist er nach wie vor aktiv. Seit Anfang der 70er Jahre spielt er Tischtennis, ist seinem Verein in Remscheid treugeblieben. "Dafür fahre ich gerne jede Woche in die ehemalige Heimat."

Seit über 30 Jahren unterrichtet er zudem unter der Überschrift "Neues Testament" in der Stiftung Tannenhof die angehenden Diakone. Eine Arbeit mit Erwachsenen, die ihm viel Freude macht. Ebenso wie das Klavierspielen: "Und das Gitarre spielen habe ich in einer der Freizeiten gelernt, die ich mit den Jugendlichen unternommen habe", kann er sich auch an diese Zeit gut erinnern.

PERSÖNLICHES

VITA Ursprünglich war Helmut Spengler CVJM-ler. Dann aber hat er in der Auguststraße nach eigener Aussage eine tolle Jugendarbeit erlebt und dort erste Berührungspunkte mit der Johanneskirche bekommen. Seit 1971 war er dort Pfarrer, 1994 wechselte er in eine Gemeinde in Köln-Lindenthal.

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