Unterschriftensammlung nach dem Aus

Petition: DOC-Projekt soll fortgeführt werden - OB soll Kosten aufstellen

Der Kirmesplatz in Lennep. Dass hier kein DOC entsteht, sei allein die Schuld der Stadt, sagt die Bürgerinitiative.Foto: Roland Keusch
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Der Kirmesplatz in Lennep. Dass hier kein DOC entsteht, sei allein die Schuld der Stadt, sagt die Bürgerinitiative.

Bürgerinitiative sieht die Schuld fürs Scheitern des Outlet-Centers bei Politik und Verwaltung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Stadtspitze und Investor haben die Pläne fürs Lenneper DOC beerdigt – damit abfinden will sich aber offenbar noch nicht jeder. Auf der Online-Plattform „openPetition“ wurde am vergangenen Donnerstag eine Petition gestartet, mit der Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz aufgefordert werden soll, die Entscheidungsgrundlagen für das Aus des Outlet-Centers darzulegen.

Dieses „zukunftsweisende Projekt“ mit dem Hinweis auf hohe Kosten und Risiken aufzugeben, sei angesichts der „zu erwartenden Effekte für Handwerk, Gastronomie und Hotellerie sowie 1000 zusätzliche Arbeitsplätze“ nicht ausreichend, schreibt der Initiator, der deswegen von der Verwaltung genau wissen möchte, welcher Aufwand notwendig wäre, um das Vorhaben weiter zu führen. Anhand dieser Angaben soll dann ein „erneutes Gespräch mit McArthurGlen“ gesucht werden.

Initiator der Online-Petition ist der gebürtige Remscheider Christoph Humpert, der inzwischen in Düsseldorf lebt. Er habe sich geärgert, dass das DOC nach mehr als zehn Jahren der Diskussion mit einer kurzen Pressemitteilung aufgegeben wurde, berichtet Humpert im Gespräch mit dem RGA: „Das war mir einfach zu dünn.“ Seine Petition läuft noch mehr als drei Wochen, Ziel sind 1300 Unterstützer. Bei Redaktionsschluss am Montag waren es noch keine 100.

Doch selbst wenn es mehr werden, sei die Erfolgsaussicht der Petition gering, sagt OB Mast-Weisz: „Das kommt einfach zu spät.“ Die Überlegung, was nötig sei, damit das DOC noch eine Chance hat, habe man in den zwei Wochen zwischen dem Urteil von Leipzig und der endgültigen Absage längst angestellt – mit dem Ergebnis, dass McArthurGlen keinen Cent mehr in Remscheid investieren will. Und die Stadt es nicht darf. Mast-Weisz: „Dieses Projekt ist nicht weiter zu verfolgen.“

Derweil fordert die Bürgerinitiave Lennep Politik, Verwaltung und Stadtspitze auf, die Schuld für das Scheitern des DOC nicht nur bei anderen zu suchen: „Wer so einseitig wie die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung alles auf eine Karte, nämlich auf ein einziges Projekt dieser Größe, setzt und dann die Bürgerinnen und Bürger so wenig mitnimmt, wie dies in Lennep geschehen ist, der fordert Kritik und Klagen durch ansässige Bürger und Bürgerinnen geradezu heraus“, schreibt der Vorsitzende Peter Lange in einer Stellungnahme.

Zudem hätten Gutachten „erhebliche Mängel“ aufgewiesen und Einwände von Bürgern gegen die Pläne seien nur mit „weitgehend inhaltsleeren Textbausteinen“ beantwortet worden. „Alle am Projekt Beteiligten wussten lange vor dem OVG-Urteil von Münster, dass die Realisierung durchaus nicht sicher war.“ Trotzdem habe die Stadt versucht, Tatsachen zu schaffen.

Schuld am Scheitern des DOC seien deswegen nicht die Kläger, sondern „einzig und allein Rat, Verwaltung und der Investor“, schreibt Lange. Und folgert: In der „selbstverständlichen Art, andere für das eigene Versagen verantwortlich zu machen“, liege „das tiefere Problem in Remscheid“.

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