Kirchenmusik

Patrick Cellnik gibt bei 170 Sängerinnen der Mädchenkantorei den Ton an

Bereits im Alter von 12 Jahren begann Patrick Cellnik mit dem Orgelunterricht. Nach dem Abitur studierte der heute 27-Jährige in Wuppertal und Köln Kirchenmusik, Gesangspädagogik und Chorleitung. Foto: Beatrice Tomasetti
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Bereits im Alter von 12 Jahren begann Patrick Cellnik mit dem Orgelunterricht. Nach dem Abitur studierte der heute 27-Jährige in Wuppertal und Köln Kirchenmusik, Gesangspädagogik und Chorleitung.

Junger Remscheider Kirchenmusiker ist der neue Kantor des Hohen Doms zu Paderborn.

Von Peter Klohs

Remscheid. Für jeden Kirchenmusiker wäre es sicher ein Höhepunkt der Karriere, einmal im Hohen Dom zu Paderborn musizieren zu dürfen, vielleicht mit einem Chor die Akustik auszureizen oder eine monumentale Bach-Toccata auf der großen Orgel mit ihren 53 Registern zu intonieren.

Alleine der Anblick des Doms, der im Herzen der im Osten von Nordrhein-Westfalen liegenden Stadt mit ihren mehr als 150 000 Einwohnern liegt, lässt so manches Kantorenherz höher schlagen. Der dominante Westturm prägt das imposante Erscheinungsbild des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Doms.

Für den Remscheider Patrick Cellnik ist genau das wahr geworden. Seit dem 1. Februar ist er Kantor des Hohen Doms zu Paderborn. Als solcher ist er in enger Zusammenarbeit mit dem Domkapellmeister Thomas Berning für die Musik in der Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn zuständig.

Die Fußspuren, in die der 27-jährige Musiker dabei tritt, sind groß. Seine Vorgängerin war Gabriele Sichler-Karle, die das Amt der Kantorin seit 2008 ausfüllte und in den mehr als 12 Jahren ihrer Tätigkeit unter anderem die Mädchenkantorei aufgebaut und zu einem anerkannten Chor, der auf zahlreichen Konzerten brillieren konnte, ausgebildet hat. Sichler-Karle verabschiedete sich musikalisch bereits am 17. Januar von ihrer Wirkungsstätte im Paderborner Dom und verbringt die 14 Monate bis zu ihrer Pensionierung als Kirchenmusikerin im Dom zu Trier.

Aber Patrick Cellnik ist gut gerüstet für seine neue Aufgabe. Er studierte Kirchenmusik, Gesangspädagogik und Chorleitung in Wuppertal und Köln. „Musik hat mich schon immer begleitet“, berichtet der Kirchenmusiker. Seine Karriere begann wenig spektakulär mit dem Erlernen des Blockflötenspiels und dem Gesang im Chor.

Bereits im Alter von 12 Jahren bekam er den ersten Orgelunterricht. Die C-Ausbildung, die Musikern gestattet, nebenberuflich Dienste wie Organist oder Chorleiter wahrnehmen zu dürfen, bestand er mit 16 Jahren. Ein einjähriger Auslandsaufenthalt in den USA prägten ihn ebenso. Sein Ziel war klar: „Nach dem Abitur studiere ich Kirchenmusik.“ Während des Studiums war Cellnik fast drei Jahre lang Assistent des Kölner Domkapellmeisters Eberhard Metternich bei der Kölner Dommusik.

Der Remscheider überzeugte durch sein Vorsingen

Die Stellenausschreibung aus Paderborn nahm er mit großem Interesse wahr. „Wir hatten eine zweistellige Zahl an guten und sehr interessanten Bewerbern“, sagt der Paderborner Domkapellmeister Thomas Berning. Das Auswahlverfahren sei bis zum Schluss spannend gewesen. Patrick Cellnik habe besonders beim Vorsingen überzeugt.

So wechselt der in Bliedinghausen und am Hohenhagen aufgewachsene Cellnik zum 1. Februar in den Hohen Dom zu Paderborn. Der Wechsel erfolgt in diesen seltsamen Pandemie-Zeiten. Die Mädchen der Kantorei, die er nunmehr anleiten darf, kann er persönlich nicht treffen. „Normalerweise würde ich die 170 Mädchen der Kantorei mehrere Male die Woche zur Probe sehen. Das ist zur Zeit natürlich nicht möglich. Aber wir haben uns online schon vorgestellt. Das erste Eis ist bereits gebrochen“, sagt der neue Domkantor. Auf das persönliche Kennenlernen freut er sich schon sehr. „Das ganze Online-Angebot ist eine Einbahnstraße.“

Kirchenmusik hat ihn schon immer fasziniert. „Es ist diese Mischung aus der Musik und dem Inhalt, die mich reizt“, berichtet Cellnik. „Das Zusammenwirken dieser Punkte hat eine große Strahlkraft. Und deshalb möchte ich Musik nicht nur wiedergeben, sondern transparent machen.“

Die Musik von Johann Sebastian Bach bezeichnet er als „monumental. Bach war der Vorreiter.“ Aber auch andere Komponisten, insbesondere Felix Mendelssohn Bartholdy, schätzt der Kirchenmusiker, der seine Familie, die nach wie vor in Remscheid lebt, regelmäßig besucht.

Seine Stelle als Domkantor ist unbefristet. Wo sieht er sich in 10 Jahren? „Hoffentlich auf einer Chorprobe“, scherzt Cellnik. „Ich werde auf jeden Fall weiter Musik machen und das vermitteln, was mir musikalisch wichtig ist. Wobei mir der Ort, an dem ich das mache, nicht egal ist. Ich muss mich wohlfühlen können.“ Wie zum Beispiel im Hohen Dom zu Paderborn.

Hintergrund

Patrick Cellnik hat sein Amt als Kantor im Hohen Dom zu Paderborn am vergangenen Montag angetreten. Einen großen Teil seiner zukünftigen Arbeit wird das Chorsingen mit der Mädchenkantorei einnehmen. Das Genre des Mädchenchors gibt es in der Musik noch nicht lange, was Cellnik die Gelegenheit gibt, den 170-köpfigen Chor über Jahre zu prägen und ihm seinen musikalischen Stempel aufzudrücken. „Darin liegt ein großes Potenzial, aber auch eine große Verantwortung“, weiß der 27-jährige Remscheider.

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