Pastor macht aus biblischen Geschichten fetzige Musikstücke

Hans Theo Huypen (l.) und Uwe Schäfer mit der neuen CD „Der Träumer“, die am 11. Februar erscheint. Foto: Doro Siewert
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Hans Theo Huypen (l.) und Uwe Schäfer mit der neuen CD „Der Träumer“, die am 11. Februar erscheint. Foto: Doro Siewert

Uwe Schäfer alias Uwe X. veröffentlicht eine neue CD

Von Elisabeth Erbe

Gänsehaut schon in den ersten Strophen. Es geht um Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit. Uwe X. alias Uwe Schäfer ist Musiker aus Leidenschaft. Gefühle, Gedanken und Erlebnisse formiert er zu Songtexten und gemeinsam mit seinem Freund und Bassisten Jojo Wolter entstehen bewegende Lieder. Seine siebte CD ist fertig und wird am 11. Februar veröffentlicht.

Exakt vor vier Jahren brachte er sein letztes Album heraus. „Je länger ich Musik mache, desto höher ist der Qualitätsanspruch“, erklärt Uwe Schäfer. Seine erste CD ging 2009 an den Start, nur zehn Monate später war sein zweites Album fertig. Die CDs sind alle beim Remscheider Label „boekel-records“ von Hans Theo Huypen erschienen.

„Das Besondere an dieser CD ist, dass sie sehr aufwendig gemacht wurde. Die Songs wurden von Michael Schwabe gemastert, der auch Udo Lindenberg, Tim Bendzko und die Toten Hosen masterte“, sagte Huypen begeistert. Insgesamt gibt es zehn Tracks auf dem neuen Album „Der Träumer“. Uwe Schäfer selbst singt und spielt dabei Gitarre, irische Bouzouki, Mundharmonika und Footpercussion. Seine Tochter Hanna Stronzik (Gesang), Lothar Kosse (Gitarre, Dobro), Hanjo Gäbler (Hammondorgel) und Kerstin Warwel (Cello) machen das Album zu einem Klangerlebnis.

In dem neunten Stück „Der ich bin“ singt Schäfer aus seinem eigenen Leben. In „Lauf der Liebe“ beschreibt er, dass Gefühle sich nicht lenken lassen, inspiriert durch den Philosophen Khalil Gibran. Ganz anders die Stücke „Danke nein“ und „Geht ja wohl ma gar nicht“, die humorvoll das Leben skizzieren. Die Lieder tragen seine Handschrift. Seine Texte ermutigen, provozieren und machen nachdenklich. Von stillen Tönen bis fetzigen Klängen, bietet die CD eine große Bandbreite.

„Je länger ich Musik mache, desto höher ist der Qualitätsanspruch.“

Uwe X.

Sein Leben als Pastor und Prediger haben ihn und sein Glaubensleben sehr geprägt. So hat er zusätzlich biblische Geschichten in Lieder umgewandelt. Beim Stück „Der Fremde“ geht es um die Geschichte des barmherzigen Samariters, die Uwe X. in die heutige Moderne interpretiert hatte. Der Titelsong „Der Träumer“ beschreibt die Geschichte von Josef, eine besondere Figur aus der Bibel. Er war der Sohn Jakobs, einer von zwölf. Er war ein Träumer und „kein Realist, ein liebenswerter Spinner, ein Vollblut-Utopist“, singt Uwe X. und sieht Parallelen zu sich selbst.

Das Stück „Die Gefährtin“ gehört zu seinen liebsten Songs. „Es geht um Maria von Magdala. Das Lied erzählt ihre gesamte Geschichte“, erklärt Schäfer. „Und ich bin ein bisschen verliebt in sie“. Voller Liebe beschreibt der Pastor das Herz der Prostituierten, ihr Leiden und ihre Sehnsucht. Dieses Lied hat gleichzeitig auch eine andere Symbolik. Maria Magdalena ist in der katholischen Kirche die Schutzpatronin der Frauen, der reuigen Sünderinnen und der Verführten.

In diesem Song beschreibt Uwe X. ihr Leid als junges Mädchen, das sich prostituieren musste. Und genau hier schlägt Uwe X. die Brücke zu seiner Lebensaufgabe. Vor zehn Jahren gründete er den Verein Schlussstrich e. V., um Kinder aus der Prostitution zu retten. Mit seinen Live-Konzerten macht er auf die Thematik in Indien, Bangladesch und Thailand aufmerksam.

„In vielen Ländern existieren bereits Projekte, die solchen Kindern helfen, allerdings immer mit viel zu knappen Finanzmitteln. Schlussstrich e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, bestehende Projekte finanziell zu unterstützen“, erklärt er. Eine Herzensangelegenheit.

Mit seiner Musik berührt er die Hörer und unterstützt dabei die wichtige Arbeit anderer Institutionen. Viele Konzerte sind allerdings in der Corona-Zeit ausgefallen oder verschoben worden. In diesem Jahr hofft der Musiker, dass die Benefizkonzerte wieder starten können. Im September ist eines in Remscheid geplant.

Zur Person

Uwe Schäfer ist Pastor, Musiker und Autor. Er gründete in Wuppertal die heutige Credo-Kirche und leitete sie 20 Jahre lang. 2010 gründete er den Verein Schlussstrich e. V. und kämpft damit seitdem gegen Kinderprostitution. Die neue CD kann unter anderem online bestellt werden.

www.musikmixer.de

www.schlussstrich-ev.de

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