Aus Spenden finanziert

Röntgen-Geburtshaus: Parterre ist fertig restauriert

An einem Touch-Screen des künftigen Geburtshaus-Museums: Dr. Uwe Busch (links) und Förderer Prof. Dr. Ulrich Mödder. Foto: Roland Keusch
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An einem Touch-Screen des künftigen Geburtshaus-Museums: Dr. Uwe Busch (links) und Förderer Prof. Dr. Ulrich Mödder.
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Wilhelm C. Röntgen: Am 174. Geburtstag öffnet der museale Bereich. Gebäude ist großartig restauriert.

Von Thomas Wintgen

Am 27. März würde Wilhelm Conrad Röntgen 174 Jahre alt. Deutsche Röntgen-Gesellschaft und Geburtshaus-Stiftung werden das nutzen, um den öffentlichen Teil des Geburtshauses offiziell zu eröffnen. Damit schließt die etwa siebenjährige Geschichte des Umbaus. In die Restaurierung des denkmalgeschützten Hauses ist kein Cent an öffentlichen Geldern geflossen – alles ist fremdfinanziert, stammt aus Spenden und Zuschüssen.

Standpunkt von Thomas Wintgen

Rund 1,3 Millionen Euro hat das bis heute gekostet – eine halbe Million mehr als kalkuliert. Dafür sind die Gewerke sehr anspruchsvoll ausgeführt. Es gibt insbesondere oben traditionellen Lehmputz an Decken und Wänden, erläutert Architektin Sophie Welke. Auf Parterre gibt es Fußboden-, oben verdeckte Wandheizungen; dank der Hilfe von Paten kamen 60 000 Euro für traditionell konzipierte Eichenfenster zusammen.

Dr. Uwe Busch, der vom Röntgen-Museum aus ab und an ein Auge aufs Geburtshaus wirft, sieht sich bislang bestätigt in der Marschroute, es lieber richtig oder gar nicht anzugehen. „Wir machen das langsam und vernünftig.“ Und mit der nichtöffentlichen Einweihung möchten Eigentümer und Träger den Spendern unter Beweis stellen, dass ihr Geld bislang sinnvoll und im Sinne der (Röntgen-)Sache verwendet worden sind.

Am Freitag war der Ausstellungs- und Museumsspezialist Dr. Ulrich Hermanns (Münster) wegen der Informationstafeln und Vitrinen vor Ort. Fast alles wird unterfahrbar sein, also für Rollstuhlfahrer geeignet, zeigt Innenarchitektin Nina Biskup mehrere Beispiele. Die Diplom-Ingenieurin weist darauf hin, dass Audioversionen sowie Gebärdensprache vorgesehen sind.

BESITZER-HISTORIE

VERKAUF Familie Röntgen verkaufte das Haus Gänsemarkt 1 an einen Fleischermeister – es blieb über Jahrzehnte hinweg Metzgerei, ehe es die Stadt erwarb, um eine Außenstelle der Musikschule hier unterzubringen. 2011 verkaufte die Stadt an die Röntgen-Gesellschaft.

Auf Parterre rechts ist die Schatzkammer; hier ist der Boden aus klimatischen Gründen gefliest, denn in einer großen Vitrine – optisch und alarmtechnisch gesichert wie alles im Haus – werden echte Dokumente gezeigt, beispielsweise die Hand von Gattin Anna Bertha – für die medizinische Seite der Röntgenstrahlen – sowie die Aufnahme seines Jagdgewehrs – für den Aspekt Materialforschung. Anders als im Museum, gehen die Exponate im Geburtshaus eher an Herz und Emotion.

Was bisher fehlt: historische Aufnahmen vom Hausinnern

So wird auch eine Büste Röntgens des berühmten Bildhauers Reinhold Felderhoff zu sehen sein. Der gestaltete 1898/99 ein Sitzbildnis Röntgens auf der Potsdamer Brücke; im Vorfeld entstand die Büste. Zu sehen sind unter anderem 30 Originaldokumente, darunter der Briefwechsel mit dem Lenneper Bürgermeister, in dem der sich noch einmal versichert, dass es sich um den richtigen Wilhelm Conrad Röntgen handelt, den in Lennep geborenen.

Es wird ein Modell des Geburtshauses geben, einen alten Reisepass, die Geburtsurkunde und vieles andere mehr; was bislang nicht vorhanden ist, sind fotografische Aufnahmen vom Innern des Geburtshauses. Weshalb Architektin Sophie Welke auf ihre Erfahrung zurückgriff, nicht auf Original-Ansichten. Wer Gesellschaft und Stiftung welche zur Verfügung stellen kann: Röntgen-Museum, Tel. 16-3384.

Bis zum 27. März 2020 – dem 175. Geburtstag – werden auch die Räume in den Obergeschossen fertig: Tagungsraum, Bibliothek und vorübergehende Schlaf- und Arbeitsstatt für potenzielle Studierende. Bis der rückwärtige Wintergarten fertig sein wird, dürfte es noch dauern – der wird ebenfalls komplett aus Spendenmitteln finanziert. 

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