Paradies für Tiere und Pflanzen

Das Grundstück von Karl-Friedrich Michel (rechts) will Landschaftsgärtner Hubert Benzheim zum Naturgarten umgestalten. Foto: Roland Keusch
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Das Grundstück von Karl-Friedrich Michel (rechts) will Landschaftsgärtner Hubert Benzheim zum Naturgarten umgestalten. Foto: Roland Keusch

In der Hofschaft Tackermühle entsteht eine außergewöhnliche Gartenlandschaft

Von Peter Klohs

Zwischen dem Remscheider Stadtbezirk Lennep und der Hermannsmühle liegt die kleine Hofschaft Tackermühle, die geografisch zu Lüttringhausen gehört. Am unteren Ende der Diepmannsbacher Straße, kaum zwei Kilometer entfernt von der lebhaften Lenneper Innenstadt, zeigt sich die ursprüngliche Natur.

Ein großer Teich beherrscht das Grundstück Tackermühle 2, der Nachbar hält fünfzig Gänse, ein Falke, durch dichtes Geäst halb verborgen, hält nach möglicher Beute Ausschau, hin und wieder sind Eisvögel zu beobachten. Karl-Friedrich Michel, seit über fünfzig Jahren Eigentümer des Grundstücks, kennt jeden Quadratmeter in der Umgebung und weiß, zahlreiche Geschichten über Tiervorkommen auf dem Gelände zu erzählen.

Zur Zeit haben die Arbeiten begonnen, um aus dem weitläufigen Grundstück eine besondere Gartenlandschaft zu schaffen, „die für die zahlreichen Tiere einen hohen Lebensstandard bietet. Meine Frau Helena bringt sich in besonderer Weise zu diesem Thema ein“, erzählt der 83-jährige Michel.

Gärtnermeister Hubert Benzheim hat mit der Umgestaltung des Grundstückes begonnen. „So ein großes Gelände ökologisch aufzuwerten, erfordert schon ein wenig Zeit“, weiß er. „Ich schätze die Größe des Grundstückes auf drei bis vier Hektar. Wir haben eine Zeitspanne von drei Jahren veranschlagt, um hier einen Vorbildgarten für ganz Remscheid entstehen zu lassen.“

Im 3600 Quadratmeter großen Teich leben 15 Karpfen

35 Meter Wildsträucherhecke wurden gepflanzt. Außerdem wurden rund 50 Quadratmeter Wildblumenwiese angelegt. Benzheim kann auf Unterstützung durch den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und des Naturschutzbeirates der Stadt Remscheid zurückgreifen. „Wobei die Fördermittelfrage noch nicht geklärt ist“, fügt er hinzu.

Der rund 3600 Quadratmeter große Teich, in dem 15 Karpfen leben, soll zunächst nicht verändert werden. „Eigentlich müsste der Faulschlamm entfernt werden“, sagt der Gärtnermeister, „aber das haben wir erst einmal aufgeschoben.“ Der Knöterich am Rande des Teiches soll entfernt, der Rohrkolben erhalten werden.

Die Pflanzen am Rande des Teiches sorgen für eine reiche Tierwelt: Mindestens sieben verschiedene Libellenarten hat Benzheim gesichtet, außerdem viele Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Bläuling. Eine gesonderte Artenbestimmung ist geplant. „Die Biodiversität wird deutlich zunehmen“, nimmt Benzheim an.

Zwei auf dem Grundstück stehende Kirschlorbeeren sollen nicht länger auf dem Grundstück verbleiben. „Zum Einen ist das keine einheimische Art“, berichtet der Inhaber der Gartenpflege Ringelblume, „zum Zweiten leben vielleicht sechs oder sieben Insektenarten von ihr. Von einer Wildrose können 140 Insektenarten leben, Falter, Bienen, Hummeln, Käfer.“

Das komplette Gelände ist als Streuobstwiese ausschließlich mit heimischen Arten geplant. Apfelbäume werden gepflanzt: Gewürzluiken und Rote Sternrenette schweben dem Gärtnermeister vor. Wildblumenstauden wie die Königskerze sollen für Abwechslung sorgen. „Und für das Frühjahr werden wir Blumenzwiebeln pflanzen.“

So soll die reichhaltige Tierwelt an der Tackermühle langfristig ein Paradies vorfinden: von der Ringelnatter zum Sperber, vom Hermelin zur Eidechse.

Hintergrund

Die Hofschaft Tackermühle, erstmals 1487 urkundlich erwähnt, hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Änderungen erfahren. Der 3600 Quadratmeter große Teich wurde nach 1925 verkleinert und war früher mehr als dreimal so groß.

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