Kultur

Teo Otto Theater bittet zum Mitmachen auf die Bühne

Muslima und Problemkind: „Dschabber“, Schauspiel von Marcus Youssef läuft am 3. Mai 2021 (10.30 und 16 Uhr). Foto: Andre Wilms DU by Germany
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Muslima und Problemkind: „Dschabber“, Schauspiel von Marcus Youssef läuft am 3. Mai 2021 (10.30 und 16 Uhr).
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Die gute Stube der Stadt wendet sich verstärkt der jungen Zielgruppe zu - Im nächsten Jahr steigt unter anderem eine große Kleinstadt-Show.

Von Axel Richter

Remscheid. „Berlin kann jeder, Remscheid muss man wollen.“ So heißt die Show, mit der die Burghofbühne Dinslaken im April nächsten Jahres in Remscheid sein wird. Wer mag, macht mit. In kleinen Szenen, Einspielungen, Showelementen, Songs, Monologen soll eine interaktive Liebeserklärung an Remscheid entstehen. Als Ode an die Heimat und als Party, sagt Sven Graf, künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters. „An diesem Tag wollen wir unsere Stadt feiern.“

Herzlichen willkommen also zur großen Kleinstadt-Show! Die Schauspielerinnen und Schauspieler, die damit von Stadt zu Stadt ziehen, teilen die Bühne mit ortsansässigen Künstlern, Musikgruppen und Stadtpersönlichkeiten. Was ist Provinz, wie lebt es sich dort? Und warum wollen eigentlich immer alle nach Berlin? Gemeinsam mit den Bühnenprofis können die Remscheider Antworten auf diese Fragen entwickeln, und danach einen liebevollen Blick auf ihre Heimatstadt werfen - mit den Besonderheiten, die das Leben in Remscheid bereithält.

Mit solchen Events und Festivals will sich die gute Stube Remscheids weiterhin gegenüber einer neuen Zielgruppe öffnen und „das Haus unabhängig von Vorstellungen zu einem kulturellen Raum für Remscheid entwickeln“, erklärt Graf. Dazu sucht er die Nähe zu den Schulen und will das pädagogische Rahmenprogramm ausbauen.

„Änderungen im Spielplan werden uns begleiten.“

Sven Graf, Teo Otto Theater

„Berlin kann jeder, Remscheid muss man wollen“ ist deshalb nur eine von vielen Produktionen, mit denen sich das Teo Otto Theater in der Spielzeit 2020/21 insbesondere an die jungen Remscheiderinnen und Remscheider richtet. Bereits im Oktober erwartet das Theater die Compagnie Illicite Bayonne aus Frankreich. Bevor die Tänzerinnen und Tänzer selbst auf der Bühne zu sehen sind, bieten sie in den Herbstferien einen einwöchigen Workshop an. Die gemeinsam erarbeitete Choreographie soll Teil der Aufführung am 24. Oktober werden.

Zeitgenössisch, elegant und mit viel Charme: die Compagnie Illicite Bayonne (Frankreich), die am 24. Oktober (19.30 Uhr) auftritt. Tickets der Kategorie 3 kosten 29 Euro, Jugendkarten liegen bei fünf Euro.

Ganz den Kulturmachern im Bergischen ist die KreaConvention gewidmet. Am 3. und 4. Juli nächsten Jahres zeigen sie, was es in Remscheid und den anderen Städten des Bergischen alles zu sehen gibt. Dazu schlagen die verschiedenen Organisationen ihre Stände und offenen Bühnen vor oder im Teo Otto Theater auf. „Genießen Sie die sprühende Kreativität der bergischen Kulturszene“, sagt Sven Graf. Das über die beiden Tage verteilte Programm stecke voller Überraschungen. Zwei große Abendveranstaltungen stehen allerdings schon fest - zum Beispiel ein Galaabend, mit dem das Theater bereits einen Vorgeschmack auf die dann kommende Spielzeit 20121/22 gibt.

Big Brother sieht dich: „1984“, das Schauspiel von George Orwell wird am Donnerstag, 15. April 2021 (19.30 Uhr), gezeigt.

Junges Theater gibt es auch. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende kommt auf die Bühne, „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens und „Ronja Räubertochter“ nach dem Kinderbuch von Astrid Lindgren. An ein junges Publikum richtet sich aber auch Orwells „1984“ - eine düstere Vision vom totalen Überwachungsstaat, die heute so aktuell ist wie nie zuvor. Das Stück „Dschabber“ wiederum erzählt von zwei jungen Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen mit Ausgrenzung, Vorurteilen und Misstrauen zu kämpfen haben: Sie als selbstbewusste Muslima, er als vorlautes Problemkind und antisemitischer Sprücheklopfer.

⁄Das berühmte Fantasy-Schauspiel nach dem Roman von Michael Ende: „Die unendliche Geschichte“ kommt am Sonntag, 4. Oktober (16 Uhr), auf die Bühne in einer Inszenierung des Jungen Theaters Bonn. Tickets kosten 10 Euro, Jugend: 5 Euro.

Zu sehen ist „Dschabber“ als Teil der TheaterNahTage im Mai nächsten Jahres. Die Stücke sind für ein Publikum jedweden Alters geeignet. Diesmal geht es um Grenzen - zwischen Jung und Alt, Mann und Frau, Religion, Moral und Ehre. Nah, ganz nah sollen die Zuschauer die Schauspieler erleben. Wenn es die Infektionslage eben zulässt.

„Hier und da wackelt der Spielplan“, gibt Sven Graf zu. Zwei Gastspiele, die in dem gerade erschienen Theateralmanach angekündigt sind, mussten bereits abgesagt werden. Nach der Jon Lehrer Dance Company aus New York strich auch Kabarettist Hagen Rether seinen eigentlich geplanten Auftritt in Remscheid. „Änderungen werden uns begleiten“, sagt Sven Graf, der das Programm in der Corona-Saison zusammengestellt hat. Dennoch freut er sich auf die kommenden Monate, in denen er nicht nur zum Zuschauen und Genießen, sondern zum Mitmachen animieren will. In der Spielzeit 2020/21 gibt es dazu mehr als eine Gelegenheit.

WEITERE INFOS

Der Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 25. August. Und zwar zunächst für die Vorstellungen, die von September bis November 2020 geplant sind.

Das neue Programm liegt an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet aus.

Weitere Infos unter anderem zu den Mitmach-Aktionen gibt es im Internet unter www.teo-otto-theater.de

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