Konzert

Orchester legt perfekten Auftakt hin

Daniel Huppert und Katherina Knees führten in die Werke ein.
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Daniel Huppert und Katherina Knees führten in die Werke ein.
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260 Gäste beim „1. Philharmonischen“.

Von Melissa Wienzek

Kraftvoll und energiegeladen sind die Bergischen Symphoniker am Mittwochabend im Teo Otto Theater mit dem 1. Philharmonischen Konzert in die neue Saison gestartet – und dabei verlangten die drei Werke einiges von den Musikerinnen und Musikern ab. Die 260 Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten einen fulminanten Auftakt mit drei klanggewaltigen Kompositionen, ein ausdrucksstarkes Orchester sowie einen virtuosen jungen Tobias Feldmann an der Violine.

Schon beim Einführungsvortrag in der oberen Etage war es voll. Unten füllte sich derweil der Saal, zwei Kinder liefen durchs Foyer, eine Gruppe Jugendlicher hatte sich um eines der Sofas versammelt. Das „1. Philharmonische“ ließen sich auch die Orchesterfreunde, der Kulturausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert samt Gattin und der ehemalige Generalmusikdirektor Peter Kuhn nicht entgehen. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, nur die wenigsten trugen noch eine Maske.

Mit Carl Maria von Webers Ouvertüre aus der Oper „Euryanthe“, ein beliebtes Konzertwerk, ging es fulminant los. Von Weber hatte hier alle dramatischen Konflikte der Bühnenhandlung in eine Ouvertüre gepackt – und nahezu alle Symphoniker waren gefordert, was sie bravourös meisterten. Der Höhepunkt kam danach: Schon die ersten Töne des international gefeierten Jungstars Tobias Feldmann auf seiner italienischen Violine von 1769 trieb dem Publikum die Gänsehaut auf die Arme – so sehnsüchtig und zart. Voller Hingabe, aber nicht überkandidelt, sondern mit der nötigen Klarheit, die den lyrischen Kompositionsstil unterstrich, spielte Feldmann Felix Mendelssohns Violinkonzert e-Moll op. 64, und das Orchester umrahmte ihn – klassische Musik zum Dahinschmelzen. Auch strukturell ist das Violinkonzert in drei Sätzen, das zu den Top-5-Konzertwerken zählt, interessant: Es gibt keine Satzunterbrechungen. Für die Überleitung vom Allegro molto appassionato zum Andante sorgt ein einziges Fagott. Und schon ist man mitten im Allegro molto vivace, ohne es bemerkt zu haben, und ein virtuoser Feldmann dringt in schwindelerregende Höhe, begleitet von einem kraftvollen Orchester – Applaus und stehende Ovationen. Das Publikum erklatschte sich die Zugabe „Der Erlkönig“. Großartig!

Mit Sergei Prokofjews siebter und letzter Symphonie in cis-Moll op. 131, die sich an die Erste 40 Jahre zuvor anlehnt und mit ordentlich Spielwitz daherkommt, ging es nach der Pause klanggewaltig weiter. In diesen vier Sätzen konnten die Symphoniker noch einmal ihre volle Bandbreite zeigen: Während im Allegretto mal ein Walzer tanzte, und dann wieder nicht, unterbrochen von Paukenschlägen und Posaunen, kam im Andante espressivo auch die Harfe zum Einsatz, schmerzvolle Figuren erklangen. Im lebhaften Vivace formierte sich das Orchester zu einem großen, agilen Klangkörper, kecke Wendungen inklusive. Katherina Knees hatte Recht behalten: Das war „vorderste Stuhlkante“.

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