Meine erste Platte

Oma und Opa schenkten ihm „Ein bisschen Frieden“

Da funktionierte er noch:Der Dual Plattenspieler 430, auf dem Nicoles Single „Ein bisschen Frieden“ läuft, die erste Platte von Dr. Oliver Kempkes.
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Da funktionierte er noch:Der Dual Plattenspieler 430, auf dem Nicoles Single „Ein bisschen Frieden“ läuft, die erste Platte von Dr. Oliver Kempkes.

Dr. Oliver Kempkes besserte sein Studium mit Musik auf.

Von Peter Klohs

Da steht er: Ein Dual Plattenspieler 430 aus den 80er Jahren, der immer noch funktioniert, wie Dr. Oliver Kempkes sagt. Zum Beweis legt er seine erste Platte, eine Vinyl-Single von Nicole und ihrem aus 1982 stammenden ESC-Siegerlied „Ein bisschen Frieden“ auf, und klar und deutlich ist die Musik im Büro des geschäftsführenden Gesellschafters der Kuli Hebezeuge Helmut Kempkes GmbH zu hören. Wir machen schnell ein Foto. Und das ist gut so, denn kaum ist die Single abgespielt, dringt dichter Qualm aus dem Dual, der ein knarzendes Geräusch begleitet. Das kann nur eins bedeuten: Das war der letzte Einsatz des Plattenspielers. Er hat das Zeitliche gesegnet.

„Die Platte und der Plattenspieler waren ein Geschenk meiner Großeltern“, erinnert sich Oliver Kempkes. „Es war damals eine Sensation, dass eine junge Frau aus Deutschland den ESC gewonnen hatte, der damals noch anders hieß. Ich glaube, ich bekam beides zu meinem siebten Geburtstag.“

Berührungen mit Musik erfuhr der kleine Oliver bereits früher. Auf einer Tunesien-Reise mit seinen Eltern begegnete der Vierjährige im Vatikanstaat nicht nur dem Papst Johannes Paul II., sondern tanzte, am Zielort in Nordafrika angekommen, in einem dortigen Nachtclub zu „Rivers of Babylon“, dem ersten großen Hit von Boney M., die damals in Tunesien sehr angesagt waren. „Das muss man sich einmal vorstellen“, lacht er heute, „ein deutscher Junge tanzt in einem nordafrikanischen Nachtclub zu Musik aus Deutschland.“

Musik hat immer eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt. Nach der musikalischen Früherziehung an der Musikschule in Remscheid erlernte Oliver das Klavierspiel, musste jedoch als Teenager hier und da von der Mutter dazu überredet werden. „Das kannst du eines Tages noch gebrauchen“, war ihre Ansage. Später, als ihr Sohn als Pianist in einem Bistro während des Studiums in Darmstadt etwas Geld verdiente, revidierte sie diese Aussage. „So war das aber nicht gemeint.“

Oliver Kempkes spielte in diversen Bands, zuweilen auch finanziell erfolgreich. Überlegungen, sich vollends der Musik zuzuwenden, hatten sich erledigt, als das ganze Beiwerk erkennbar wurde. „Musik zu machen war wunderbar. Das ganze nötige Drumherum nicht.“

Also führte er sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens fort, blieb aber seitdem der Musik verbunden. Gerne setzt er sich nach einem stressigen Tag ans Klavier und improvisiert vor sich hin. „Musik ist für mich ein Super-Ausgleich und mein liebstes Hobby“, sagt er dazu.

Und tatsächlich hat er außer seinem – nunmehr unbrauchbaren – Plattenspieler auch sein Keyboard mitgebracht, setzt sich kurzentschlossen und voller Energie vor dasselbe und spielt los: Jump, Jesse, Ein Colt für alle Fälle, New York – New York, Michael Jackson, einen verjazzten Beethoven. Auf einem achtbaren Niveau, wie man sagen muss. Nicht umsonst hat sich Oliver Kempkes vor Jahren auf Sylt einmal eine Piano-Battle mit dem Profipianisten Joe Bohnsack geliefert.

Den Eurovision Song Contest mag er immer noch

Aber auch andere Musik ist ihm nicht fremd. Er mag Musicals und Operetten. Und den ESC natürlich. Wichtig ist ihm Melodie. „Oder wenigstens ein Riff oder eine markante Hook-Line. Darüber hinaus sagt mir harter unmelodischer Rock nichts, desgleichen Zwölftonmusik. Aber alles zwischen den Beatles und Van Halen höre ich sehr gerne, auch über den Mainstream hinaus.“

Das glaubt man ihm sofort, wenn er von einem besonderen Konzert berichtet: In Südkorea hörte er Maya, ein großer Star in ihrer Heimat. Oliver Kempkes war total begeistert.

Zur Person

Dr. Oliver Kempkes wurde vor 47 Jahren in Wermelskirchen geboren, lebt aber seit seiner Jugend in Remscheid. Er überlegt, sich zum 50. Geburtstag einen besonderen Wunsch zu erfüllen: Eine Stunde lang den großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie zu mieten und dort auf dem Flügel nur so vor sich hin zu spielen.

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