Lüttringhauser Volksbühne

Ohne Spenden gäbe es die Heimatbühne nicht mehr

Pessimistisch: Christian Wüster glaubt nicht, dass in diesem Jahr noch ein Stück auf der Heimatbühne aufgeführt werden kann.
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Pessimistisch: Christian Wüster glaubt nicht, dass in diesem Jahr noch ein Stück auf der Heimatbühne aufgeführt werden kann.

Lüttringhauser Volksbühne hat alle Termine gecancelt.

Von Peter Klohs

Remscheid. Dass alle kulturellen Institutionen, egal ob groß oder klein, zur Zeit brach liegen, ist hinlänglich bekannt und allenthalben spürbar. Relativ kleinen Künstlergruppen ergeht es in der Pandemiezeit oft härter als großen Häusern. Viele Ensembles haben bereits das Jahr 2021 als verloren abgeschrieben und müssen schauen, wie sie über die Runden kommen. Die Lüttringhauser Volksbühne gehört dazu.

„Unser großes Glück ist unser treues Publikum.“

Christian Wüster

„Für dieses Jahr“, sagt Christian Wüster, Vorsitzender des Vereins, „sind alle Termine gecancelt. Wir gehen davon aus, dass 2021 nichts auf der Heimatbühne stattfinden kann.“ Bereits die Textausgabe, die traditionell im Dezember stattfindet, ist im vergangenen Jahr ausgefallen.

„Das ist normalerweise für uns alle ein wichtiger Termin“, berichtet Wüster. „Die Darsteller können erste Blicke auf ihre Texte werfen, so dass wir Ende Januar mit den Proben beginnen können.“

Remscheid: Beim Land finanzielle Hilfe beantragt

Der Verein der Volksbühne hat beim Land finanzielle Hilfe beantragt. Die Miete für die Probenräume an der Kreuzbergstraße und für eine Scheune an der Schreverheide muss laufend bezahlt werden. „Da wir aber unsere Einnahmen zur Hauptsache im Sommer bei unseren Auftritten erzielen, hatten wir Ende 2020 noch Geld auf dem Konto, was dazu führte, dass uns finanzielle Hilfe versagt geblieben ist. Unser großes Glück ist unser treues Publikum. Wir haben um Spenden gebeten und sie bekommen. Außerdem haben wir gut gehaushaltet. Noch haben wir finanziell keine große Not, aber wie lange das noch so ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ohne die Spenden gäbe es die Heimatbühne schon nicht mehr.“

Der Kontakt zu den Mitgliedern des Ensembles erfolgt zurzeit über die Medien. „Viele Menschen freut das“, weiß Wüster. „Das Ensemble ist sehr familiär und leidet teilweise unter dem Lockdown. Egal, ob Rechtsanwalt oder Schülerin: Wir duzen uns alle.“

Ungefähr 30 Mitglieder sind aktiv dabei. Die wahre Mitgliederzahl der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründeten Volksbühne ist ungleich größer. „Und wir haben, im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, keine Nachwuchssorgen“, erzählt der 1. Vorsitzende. „Wir haben viele junge Mitglieder, weil wir diese gezielt anwerben. Wenn man das nicht kann oder will, dann hat man als Verein ein Problem.“

Rein theoretisch könnte das Ensemble von heute auf morgen loslegen. „Mein neues Stück ist fertig und liegt der Übersetzerin vor. Wir spielen ja auf platt. Vielleicht“, fügt Wüster hinzu, „machen wir am Ende des Jahres mal etwas mit Kindern. Aber das ist bisher nur eine vage Idee und noch nicht spruchreif.“

Luettrinhauser.volksbuehne.de

Remscheid darf einen Kulturfonds in Höhe von 200.000 Euro auflegen, mit dem Remscheider Künstler und Einrichtungen in der Corona-Krise unterstützt werden.

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