Meine erste Platte

Ohne Musik, geht es ihm nicht gut

Jens Stippkugel mit seine ersten Platten von Herbert Grönemeyer und den Ärzten.
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Jens Stippkugel mit seine ersten Platten von Herbert Grönemeyer und den Ärzten.

Comiczeichner Jens Stippkugel gefiel Herbert Grönemeyer sofort.

Von Peter Klohs

Remscheid. Zuerst waren da die Comics. Noch vor der Musik. Bereits im zarten Alter von eineinhalb Jahren sah sich Jens seine ersten Comic-Hefte an, denn lesen konnte er damals natürlich noch nicht. Und etwas später liefen dazu die von seinem Vater hergestellten Mix-Tapes, sozusagen als Hintergrundmusik.

„Es war viel Schlager dabei“, sagt Stippkugel, „was damals so angesagt war: Gitte, Cindy und Bert, aber auch Abba.“ Nicht nur beim Betrachten der Comics, auch beim Spielen war die Musik allgegenwärtig. „Und weil das alles Drei-Minuten-Stücke waren, wurde ich späterhin erst einmal der typische Single-Käufer. Als ich 1984 zum ersten Mal – es war in der Fernsehsendung ‚Bananas‘ - Herbert Grönemeyer hörte, da gefiel mir das sofort. Und weil ich die Single ‚Männer‘ nicht bekam, habe ich mir bei Radio Weller sofort die Langspielplatte ‚Bochum‘ gekauft. Mit dem Titelstück habe ich lange gefremdelt, aber das letzte Stück des Albums ‚Mambo‘ hat mich sofort gepackt und überzeugt.“

Der 1972 in Remscheid geborene Jens Stippkugel fand die Neue Deutsche Welle „cool. In unserer Clique hörte ich zum ersten Mal ‚Radio brennt‘ einer Band, die ‚Die Ärzte‘ hieß. Recht schnell kaufte ich mir das Live-Album der Berliner Gruppe, das aus drei LPs und einer Single besteht. Grönemeyer und die Ärzte – das waren meine ersten Platten. Und bis 1988 hörte ich dann auf Vinyl so ziemlich viele und unterschiedliche Musik rauf und runter.“ Danach kam das Zeitalter der CD. Das Grönemeyer-Album „Ö“ besitzt der Comic-Liebhaber bereits als Silberling. Aber 2020 endete auch diese Ära, seitdem streamt Stippkugel seine favorisierte Musik.

Es überrascht nur mäßig, dass Jens selbst ein Comic-Zeichner wurde und in vielen seiner Cartoons Musik mit Bildern vermischt, in dem er berühmte Musiktitel in seinen Zeichnungen gleichsam ein Denkmal setzt. „Wenn ich die Musik nicht hätte“, sagt er, „würde ich keine Comics zeichnen.“ Die sehr witzige Zeichnung zu Queens Hit „I want to break free“ verdeutlicht dies ohne viel Worte. Ein Hinweis auf die Facebook-Seite von Jens Stippkugel mag an dieser Stelle genügen.

Was er gerne noch machen würde: Eine Opernaufführung besuchen. Musicals hat er schon oft und gerne besucht, im Müngersdorfer Stadion die Affentheater-Tour von Westernhagen gesehen, Grönemeyer und die Kelly-Family mehrmals live erlebt. Ansonsten schätzt Jens Filmmusik und den abgedrehten Jazz eines Helge Schneider. Der harte Rock ist nicht sein Ding („AC/DC geht so eben noch.“), Rap mag er nicht, Bach und Vivaldi hingegen sehr. Er schätzt die in Berlin heimisch gewordene Sängerin Balbina und hat sie im Vorprogramm von Grönemeyer kennengelernt.

Das Gespräch mit Jens endet mit seinem Bekenntnis: „Wenn ich eine Weile keine Musik höre, dann geht es mir nicht gut.“

Zur Person

Der 1972 in Remscheid geborene Jens Stippkugel ist Angestellter in der Buchhaltung einer Remscheider Firma. Nebenher ist er Comic-Zeichner und betrachtet dies als Ausgleich zu seinem Job. Eines seiner letzten Werke setzt sich humorvoll mit dem Wetter während der Löwen-Festival-Konzerte auseinander.

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