„Öffne mir die Augen, damit ich sehe“

Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer. Foto: Michael Schütz
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Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer.

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer, Ev. Auferstehungs-Kirchengemeinde Remscheid

„Ich habe den Tisch gefunden“, verkündete mein Mann sichtlich amüsiert. „Seit wann können Männer denn suchen?“, sagte ich augenzwinkernd. Denn ich hatte selbst schon vergeblich danach gesucht. „Ich habe gar nicht gesucht“, antwortete mein Mann mit einem nun noch breiteren Grinsen.

Bei besagtem Tisch handelt es sich um einen zusammenklappbaren Gartentisch. Den Sommer über steht er auf der Terrasse. Für die Wintermonate wurde er bislang zusammengeklappt und nach drinnen gebracht. Als wir ihn jetzt wieder nach draußen stellen wollten, war er unauffindbar.

Mein Mann führte mich nun in den Abstellraum. Obwohl ich den Tisch hier sehen konnte, brauchte ich dennoch einen Augenblick, um ihn zu erkennen. Er war nämlich nicht zusammengeklappt, sondern stand mitten im Raum, voll bepackt mit Blumen, die auf ihm überwintert hatten.

Zigmal war ich bei meiner Suche dort vorüber gegangen. Ich war so sehr auf einen zusammengeklappten Tisch fixiert gewesen, dass ich blind war für den gut sichtbaren aufgeklappten Tisch. Mein Mann, der gar nicht gesucht hatte, konnte erkennen, was er sah. Im Gegensatz zu mir war er frei von falschen Erwartungen.

Im 119. Psalm bittet jemand Gott: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe.“ Eine Bitte gegen innere Blindheit ist das. Eine Bitte um Erweiterung des eigenen, oft so engen Denkhorizonts. Wer so betet, rechnet mit Gottes wunderbaren Möglichkeiten.

Von Gott darf ich etwas erwarten, das meine Erwartungen übersteigt.

Anstelle beim Beten all das aufzuzählen, von dem ich meine, dass es gut und richtig für mich und andere ist, reicht es zu sagen:

„Gott, mach mich frei, damit ich das Gute, das Du mir schenkst, auch erkenne und finde.“

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