Alleestraße

Öffentliche Toilette: Lösung rückt näher

Wolfgang Steinbrink (r.), hier mit Süd-Bezirksbürgermeister Stefan Grote, stellt am Vaillant-Platz und auf der Allee seine WCs zur Verfügung.
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Wolfgang Steinbrink (r.), hier mit Süd-Bezirksbürgermeister Stefan Grote, stellt am Vaillant-Platz und auf der Allee seine WCs zur Verfügung.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Wo können Passanten auf der oberen Allee ein WC nutzen? Es zeichnet sich eine Lösung ab - mit einem Haken.

Remscheid. Wieder eine öffentliche Toilette auf der Alleestraße einzurichten, beschäftigt Politik und Verwaltung seit Jahren. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, die allerdings einen nicht unerheblichen Haken hat. Im Stadtrat gaben Dezernent Peter Heinze und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz einen Sachstand ab, ohne ganz konkret zu werden.

Wie schon in der Niederschrift der vergangenen Ratssitzung im Juni zu entnehmen war, hat die Verwaltung eine Möglichkeit aufgetan, eine Toilette in einem Ladenlokal auf der oberen Alleestraße mitzunutzen. Die Verwaltung sprach deshalb von einer „kostengünstigeren Lösung“. Angekündigt worden war aus dem Rathaus, dass der Stadtrat nun informiert werde. Bettina Stamm (echt.Remscheid) hakte nach, weil nichts auf der Tagesordnung stand.

Ladenbesitzer kann Wunsch-Zeiten nicht abdecken

Dies hat seinen Grund: Die Gespräche mit dem Mieter und dem Eigentümer der Immobilie laufen noch. Die jetzigen Mieter sind seit ein paar Monaten drin, könnten wahrscheinlich eine zusätzliche Einnahme durch die öffentliche Toilettennutzung im hinteren Bereich des barrierefreien Lokals gut gebrauchen.

Selbst wenn es die Möglichkeit gäbe, dort seine Notdurft zu verrichten, bliebe aber die Frage der Öffnungszeiten. Vielen Kommunalpolitikern wäre es am liebsten, wenn die sanitären Anlagen dort sieben Tage die Woche von 9 bis 20 Uhr offen stünden. Dies deckt sich aber gar nicht mit den Ladenzeiten des Mieters.

Wie es weitergeht, ist derzeit noch völlig offen. „Es liegt nicht in unserer Hand“, bedauerte Peter Heinze, momentan nichts Greifbares präsentieren zu können. Die Kommunalpolitiker scharren mit den Hufen. Brigitte Neff-Wetzel (Linke) kritisierte: „Dieses Thema beschäftigt uns ewig. Wie lange dauert es noch?“ Auch Markus Kötter (CDU) sprach von einer „never ending story“ und forderte endlich ein Ergebnis in dieser Angelegenheit.

„Nette Toilette“ funktioniert in Remscheid nicht

Im März 2020 war die Toilette auf der oberen Allee in Höhe der Stadtsparkasse nach einem Gerichtsurteil abgebaut worden. Die Idee der „netten Toilette“, bei der Gastronomen und Ladenbesitzer ihre sanitären Einrichtungen zur Verfügung stellen, funktionierte nicht.

Dass die Stadt kein weiteres Klo auf die Allee setzte, scheiterte nicht an den Investitions-, sondern an den Folgekosten. Das Problem sei der dauerhafte Betrieb, hatte Kämmerer Sven Wiertz 2021 im Hauptausschuss erklärt: „Wenn Sie eine Toilette eröffnen, die keine soziale Kontrolle hat, wird sie zerstört.“

Bäckerei-Inhaber schafft Abhilfe in der Not

Die städtischen Vertreter deuteten im Rat an, wenn es denn nicht mit einer Lösung in einem Ladenlokal funktioniere, vielleicht doch ein Toilettenmodul auf der Allee aufzustellen. Burkhard Mast-Weisz verwies aber auch auf eine Zusage. Wolfgang Steinbrink, Chef der gleichnamigen Bäckerei-Kette, habe ihm zugesichert, dass jemand, der dringend austreten müsse, seine Filiale auf der oberen Allee und am anderen Ende am Markt dafür nutzen könne. So wie auch schon am Johann-Vaillant-Platz.

Standpunkt: Nicht nur für Senioren

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Dass das Thema öffentliche Toilette in der Innenstadt noch nicht verdaut ist, zeigt die erneute Diskussion. War der Rückbau der Klos vielleicht doch nicht richtig? Auch der Seniorenbeirat und andere Gremien haben das immer wieder infrage gestellt. Mit Recht.

Denn eine öffentliche Toilette wird entgegen der landläufigen Meinung nicht nur von Senioren genutzt - sondern auch von Familien und denjenigen, die sich länger in der Stadt aufhalten. Denn die Imbissbuden und Geschäfte haben keine Kunden-WCs. Im Allee-Center gibt es das nächste stille Örtchen, allerdings ist es kostenpflichtig.

Das Angebot von Wolfgang Steinbrink, in seinen Filialen Abhilfe in der Not zu schaffen, ist daher lobenswert. Denn auch das zählt zu der Familienfreundlichkeit einer Stadt. Wenn nun noch eine Einigung mit dem Mieter des Ladenlokals an der oberen Allee gelingen würde, wäre allen Seiten geholfen.

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