Alleestraße

OB: „Sind in ernsthaften Gesprächen zu Sinn-Leffers“

Das aktuelle Bild auf der unteren Alleestraße: Die Stadt ist schon lange daran interessiert, das ehemalige Sinn-Leffers-Gebäude zu kaufen und abzureißen. Nun gibt es Fortschritte.
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Das aktuelle Bild auf der unteren Alleestraße: Die Stadt ist schon lange daran interessiert, das ehemalige Sinn-Leffers-Gebäude zu kaufen und abzureißen. Nun gibt es Fortschritte.

Stadt will Kaufhausruine und Grundstück kaufen. Burkhard Mast-Weisz spricht beim Bürgerdialog über eine neue Perspektive.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Die Stadt Remscheid arbeitet weiter daran, die Sinn-Leffers-Ruine auf der Alleestraße zu kaufen – und scheint Fortschritte zu machen. „Wir führen ernsthafte Gespräche mit dem Eigentümer“, bestätigte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dem RGA am Rande seines Bürgerdialogs, den er mit Interessierten im Seniorenbüro führte. Mehr wolle er dazu öffentlich aktuell nicht sagen, so Mast-Weisz weiter. Das Stadtoberhaupt wirkte im Büro auf der Alten Bismarckstraße aber optimistisch.

Wenn wir uns einigen, rollen dort die Bagger durch.

Burkhard Mast-Weisz zu neuen Gesprächen zur Leffers-Ruine

Er sprach diesen Leerstand explizit von sich aus an, als es um die Zukunft der Allee allgemein gegangen war. Den Senioren, die ob der vielen Leerstände frustriert in die Innenstadt blickten, sagte er: „Das Ding muss weg und wir schauen jetzt, ob es einen Weg gibt, diese Immobilie zu erwerben. Wenn es einen vertretbaren Preis gibt, dann geht der Bagger da durch.“ Wie bei anderen Leerständen sei bei der Leffers-Ruine das Problem, dass die Stadt nicht Eigentümerin sei. Während sich das an vielen anderen Stellen wohl aktuell nicht beheben lässt, scheint es rund um die Kaufhausruine wieder Bewegung zu geben.

Manager wollen die Innenstadt beleben

Erneut brachte der OB den Standort für einen sogenannten Dritten Ort, einen lebendigen Ort der Begegnung mit Stadtbibliothek, ins Gespräch. Die Nutzung eines Vorverkaufsrechts hatte die Stadt vor einem Jahr versäumt. Nach zuvor 4,5 Millionen Euro war der neue Eigentümer später mit Forderungen von 1,86 Millionen Euro für Gebäude und Grundstück an der Stadt herangetreten. Nun gebe es abermals Gespräche.

OB diskutierte beim Bürgerdialog

Lockere Atmosphäre, ernste Themen: Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz stellte sich im Seniorenbüro auch unbequemen Fragen. Waffeln sorgten für ein angenehmes Drumherum.

Im städtischen Seniorenbüro hatte Mast-Weisz rund zwei Dutzend Bürger zum traditionellen Bürgerdialog zu Gast. Mit diesen Gesprächen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet wolle er nah an den Bürgern sein, heißt es in den Einladungen. Und so nah an den Menschen, kam Mast-Weisz mit den Problemen der Zeit in Kontakt: Galoppierende Energiepreise und daraus resultierende Folgen, und auch die Sorge vor größeren Blackouts dominierten den zweistündigen Austausch. Keine Überraschung. Auch für den OB selbst nicht. Ein Krisenstab ist längst eingerichtet. Er tagt heute wieder.

„Um den sozialen Frieden in dieser Stadt mache ich mir eine Menge Gedanken. Es geht jetzt darum, dass wir alle gut durchbekommen“, nahm der OB die ein oder andere Sorge. Es gehe darum, alle Privat- aber insbesondere auch Industriekunden mit Strom- und Gasverträgen zu versorgen. Das sei für den anstehenden Winter noch nicht überall der Fall. Die Haushalte und Familien müssten darüber hinaus in der Lage sein, im Winter zu heizen.

Mehrfach verwiesen Mast-Weisz sowie seine Büroleiterin Sabine Räck und Michael Zirngiebl (TBR) auf Gesprächsrunden, die zum Thema Nebenkosten, Heizung, Preissteigerungen und Co. laufen. So gebe es eine Runde mit den großen Vermietern der Stadt, die diesen Donnerstag wieder zusammenkommt, sowie regen Austausch mit Jobcenter, Verbraucherzentrale, Mietervereinen oder Haus und Grund. Das Signal: Niemand soll durchs Raster fallen. „Aber alle sollen auch Verantwortlichkeit spüren“, erwiderte Mast-Weisz eine Frage, ob denn auch Menschen in Hartz-Vier-Bezug oder Grundsicherung zum Energiesparen angehalten seien.

Angebote müssen digital und analog sein

Immer mal wieder ging es den Bürgern im Seniorenbüro um die Erreichbarkeit der Verwaltung. Viele bemängelten, dass digitale Services zwar ausgebaut, von vielen Rentnern aber nicht genutzt werden könnten. Von einer Gratwanderung sprach Mast-Weisz: Das moderne Rathaus müsse digital sein, dürfe aber nicht vergessen, „dass der Computer nicht alles ersetzt“.

Das wurde auch deutlich, als Räck erklärte, dass im Zuge der Wohngeldreform im Internet Rechner bereitstünden, um zu prüfen, ob Bürger nun neu berechtigt seien. Die Gesprächspartner wünschten sich stattdessen Infobroschüren oder telefonische Beratungen. Letzteres könne die Verwaltung nicht noch zusätzlich leisten, erklärte die Stadtspitze: Man sei ohnehin unterbesetzt, wolle 17 neue Mitarbeiter in der Verwaltung einstellen.

Kein Radverkehr auf der Allee

Remscheid will schrittweise ein Radwegenetz. Was aus Sicht aller Senioren aber gar nicht ginge, sei Radverkehr auf der Allee. „Hierzu gibt es derzeit keinerlei Diskussionen“, trat Mast-Weist Spekulationen entgegen, das Radverbot auf der Allee solle aufgehoben werden. Ein geplanter Hol- und Bringservice mit Lastenrädern, die Waren, die in Remscheider Geschäften gekauft wurden, ausliefern sollen, ändere daran nichts: Sie sollen am Pavillon stationiert werden und die Innenstadt über die Wilhelm-Schuy-Straße verlassen.

Passend dazu: Alleestraße: 50 neue Laternen sollen Ende 2022 stehen

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