Es ist noch keine Bäckerin vom Himmel gefallen

Gesunde Ernährung macht Spaß. Stellt jene, die etwas an ihrer Lebensweise ändern wollen, manchmal aber auch vor Herausforderungen. Foto: acs
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Gesunde Ernährung macht Spaß. Stellt jene, die etwas an ihrer Lebensweise ändern wollen, manchmal aber auch vor Herausforderungen. Foto: acs

RGA-Reporterin stellt ihre Ernährung um und lernt dabei eine ganze Menge

Von Anja Carolina Siebel

Sport, disziplinierte Ernährung, Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol oder Süßigkeiten. Hab ich alles schon erfolgreich praktiziert. Mit dem Ergebnis, vor gut zwei Jahren etliche Kilos verloren zu haben. Aber nicht nur, dass mit dem Corona-Lockdown und dem Homeoffice im Frühjahr wieder ein paar der verlorenen Pfunde wieder zurückkamen. Irgendwie hatte ich auch immer das Gefühl: Das mit der Ernährung, das funzt noch nicht so richtig. Immer noch zu viel Fleisch, sicher zu wenig Nährstoffe, zu unregelmäßig. So oder so ähnlich würde ich meinen Ernährungsstil beschreiben.

Vor ein paar Wochen dann auf einem Termin lerne ich eine Ernährungs- und Bewegungstrainerin kennen, die mir Prospekt und Visitenkarte in die Hand drückt. Lange hin- und herüberlegt – dann einfach mal angerufen, die drahtige Dame, deren äußeres Erscheinungsbild schon darauf hindeutet, dass Chillen vor dem Fernseher nicht so ihre Stärke ist.

Und schon ist Frau drin in der Ernährungsschleife. Der erste Schritt ist schon mal eine Herausforderung: Eine Woche lang muss ich aufschreiben, was ich denn so esse. Die Bilanz: ernüchternd. Viel weißes Mehl, viel versteckter Zucker, verstecktes Salz, unnötige, ungesunde Fette. Manchmal das Essen glatt vergessen, um dann hinterher so richtig reinzuhauen. Mein individueller Plan lautet also: In Zukunft wenig oder keine tierischen Inhaltsstoffe, kein weißes Mehl, dafür viel Obst und Gemüse, ab und zu Fisch, kein Fleisch.

So weit so kompliziert im Alltag. Denn der erste Tag ist schon mal eine Herausforderung. Denn um auch zum Frühstück satt zu werden, heißt es: Brot backen. Ein Vollkornbrot soll es werden. Mit verschiedenen Mehlsorten, Nüssen. Mein Helfer: der Thermomix. Er mag bei einigen am Herd versierten zwar verschrien sein. Bei mir als nicht versierte Köchin und Bäckerin ist er derzeit indes das Hilfsmittel schlechthin. Das Zubereiten des Teigs klappt auch hervorragend.

Was heißt eigentlich: Er muss gehen?

In der Kuchenform kommt der liebevoll zubereitete Teig abgedeckt auf die Heizung. Der Hefe wegen. Nun muss er „gehen“, der gute Teig. Aber was heißt das eigentlich? „Er muss aufgehen, bis über den Rand der Form“, sagt mir einer, der sich auskennt, am Telefon. Nun ja, das macht er aber leider nicht. Der verflixte Teig bleibt stur da, wo er ist, so ziemlich am Boden. Also bleibt am nächsten Morgen der Gang zum Bäcker des Vertrauens. Und der gute Vorsatz: Es ist noch kein Vollkornbäcker vom Himmel gefallen. Wird fortgesetzt.

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